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Nicht alle der rund 3000 Schweizer, die zum WM-Ausscheidungsspiel in Lettland (2:2) gereist waren, führten sich wie echte Fussballfans auf. Drei Unverbesserliche konnten damals die Heimreise erst mit einwöchiger Verspätung antreten, weil sie von der Polizei in Untersuchungshaft genommen worden waren. Erst hatten sie in der lettischen Hauptstadt an ein Freiheitsdenkmal uriniert und danach einen Polizisten verprügelt.
Obwohl solche Vergehen normalerweise mit mehrjährigen Gefängnisaufenthalten bestraft werden, sind die drei Hooligans bereits wieder in der Schweiz. Für ihre verwerfliche Attacke müssen sie dem verletzten Beamten (Gehirnerschütterung, Prellungen) lediglich eine Genugtuungssumme von 5000 Franken bezahlen.
Unverständliche Milde
Der SFV will sich nicht mit dieser unverständlichen Milde eines lettischen Gerichts zufrieden geben. «Das war für uns ein inakzeptables Verhalten», sagt Sicherheitschef Ulrich Pfister, der sich bisher vergeblich bemüht hat, die kompletten Identitäten der drei Hooligans durch das Bundesamt für Polizeiwesen (Fedpol) zu erhalten.
«Wir wollen ein Stadionverbot für Meisterschafts- und Länderspiele erwirken und damit ein deutliches Signal senden. Solche Fans wollen wir bei Länderspielen nicht mehr dabei haben», bekräftigt SFV-Mediensprecher Marco von Ah.
Es ist jedoch zu befürchten, dass dieses Verbot nicht bis am 14. November in Kraft gesetzt werden kann. Die drei Schläger könnten also auch beim nächsten Schweizer Testspiel in Genf gegen Norwegen für negative Schlagzeilen sorgen.
Probleme beim Datenaustauch
Zum einen dauert der Datenaustausch zwischen Lettland und der Schweiz offenbar etwas länger, zum anderen sollen auch unverständliche Datenschutz-Bedenken bisher dazu geführt haben, dass der Fussballverband nicht an die kompletten Daten der drei Hooligans gelangt ist.
SFV-Sicherheitschef Pfister befindet sich zurzeit mit der U17-Auswahl bei der WM in Nigeria. Sollte der Schweizer Nachwuchs dort weiterhin erfolgreich aufspielen, könnte sich Pfisters Heimreise bis nach dem Testspiel in Genf hinauszögern. Danach aber müssten die drei Schweizer automatisch auf der offiziellen Hooligan-Liste der Fedpol auftauchen, was Pfisters Nachforschungen wesentlich erleichtern würde.
Zumindest eine Reise an die WM in Südafrika dürfte dann im nächsten Sommer für die drei Hooligans nicht mehr möglich sein. (Si/mpe)