Schweiz in Lettland mit Remis

  • Publiziert: 09.09.2009, Aktualisiert: 02.01.2012
  • Von Simon Häring

RIGA - Die Schweiz spielt gegen Lettland in der WM-Quali in einem dramatischen Spiel 2:2 Unentschieden - und profitiert vom Unentschieden Griechenlands.

Die Schweiz nähert sich mit kleinen Schritten der WM-Endrunde in Südafrika. Beim kniffligen Auswärtsspiel in Lettland bleibt die Hitzfeld-Truppe das sechste Quali-Spiel in Serie ungeschlagen und verbleibt mit drei Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze.

Schon nach wenigen Minuten geben die Eidgenossen, bei denen Spycher und Lichtsteiner Magnin und Nef ersetzen, die Marschrichtung vor. Nach einer Freistossflanke wird ein Schweizer penaltywürdig gelegt, doch die Pfeife des unerfahrenen Schiris Kravolec (32) bleibt stumm.

Inler wird schmerzlichst vermisst

Die erste grosse Torchance vergeben aber die Letten in der 12. Minute. Eine Flanke von Andrejs Rubins köpft Lettland-Bomber Maris Verpakovskis aus vollem Lauf über den Kasten von Diego Benaglio.

In der Folge verlieren die Schweizer den Faden. Im Offensivspiel wirken sie ideenlos. Keiner kann im Mittelfeld das Spiel an sich reissen. Der verletzte Gökhan Inler fehlt als Strippenzieher an allen Ecken und Enden. Sein Ersatz, Gelson Fernandes, ist zwar bemüht, im Spielaufbau aber zu limitiert.

FCB-Cracks besorgen die Führung

Erst in der 34. Minute ergibt sich eine weitere gefährliche Situation. Nach einem Energieanfall von Tranquillo Barnetta legt der erneut stark aufspielende Marco Padalino zu Nkufo zurück. Die Twente-Legende verpasst aber haarscharf.

In der 42. Minute dann ein überraschender Angriff der Schweizer über die linke Seite, wo Barnetta Kilometer frisst. Huggel tanzt Sion-Keeper Vanins aus, flankt zu FCB-Kumpel Alex Frei, der mit seinem 40. Länderspieltor die Schweizer Nati in Führung bringt. Zu diesem Zeitpunkt eine glückliche Führung.

Schockzustand nach Benaglio-Patzer

In der zweiten Hälfte konzentrieren sich die Schweizer schon früh auf die Defensivarbeit. Fatal! In der 62. Minute schiesst Cauna von der Strafraumecke und bezwingt den sonst so sicheren Rückhalt Benaglio. Ein Flatterball, der zumindest nicht unhaltbar schien. Das erste Gegentor nach 444 Minuten der Ungeschlagenheit.

Und es kommt noch schlimmer. In der 75. Minute nickt Kapitän Astafjews (der eigentlich hätte gesperrt sein müssen) eine Flanke von Andrejs Rubins ein. Lettland steht Kopf. Hitzfeld zieht seine Joker-Karte, bringt Yakin und Vonlanthen, später auch noch Derdiyok.

Frei vergibt Matchball

Und der formstarke Leverkusen-Söldner wird zum grossen Held des Abends. Keine zwei Minuten im Spiel köpft er einen Eckball von Kapitän Alex Frei in die Maschen. Derdiyoks zweiter Treffer in einem Länderspiel nach 13 Anläufen ohne persönlichen Torerfolg.

Nicht genug für die Schweizer. Frei spielt in der 88. Minute einen Doppelpass mit Yakin, steht urplötzlich alleine vor Vanins. Doch er vergibt und die Letten kontern. Doch diesmal packt Benaglio enschlossen zu. Es bleibt bei einem leistungsgerechten Unentschieden.

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Lettland - Schweiz 2:2 (0:1)

Skonto-Stadion: SR Kravolec (Cz) – 9000 Zuschauer.

Tore: 42. Frei 0:1. 62. Cauna 1:1. 75. Astafjews 2:1. 80. Derdiyok (2:2)

Lettland: Vanins; Klava, Ivanovs, Gorkss, Kacanovs; Cauna (89. Zirnis), Kolesnicenko (86. Rafalskis), Astafjevs, Rubins; Karlsons (85. Grebis), Verpakovskis.

Schweiz: Benaglio; Lichtsteiner, von Bergen, Grichting, Spycher; Padalino (77. Yakin), Fernandes (79. Derdiyok), Huggel, Barnetta (77. Vonlanthen); Frei, Nkufo.

Bemerkungen: Schweiz ohne Inler und Streller (verletzt), Nef und Wölfli (nicht im Aufgebot). Verwarnungen: 16. Ivanovs (Foul), 23. Grichting (Foul) 73. Astafjews (Reklamieren)