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Er ist 17 Jahre, 9 Monate und 29 Tage alt, bringt 78 Kilo bei 1,88 Metern auf die Waage. Doch die Zahlen, welche die Scouts aus der ganzen Welt in Nigeria viel mehr beeindrucken, sind Nassim Ben Khalifas Statistik-Werte bei der U17-WM: 5 Spiele, 3 Tore.
Die Kaltblütigkeit, mit welcher der GC-Stürmer im Viertelfinal gegen Italien (2:1) das 1:0 erzielt, verblüfft die Fachwelt. Ben Khalifa, der Killer mit den Rehaugen.
Aufgewachsen in der Romandie als Kind tunesischer Einwanderer, lernt Nassim das Kicken bei Stade Nyonnais, beim FC Gland und bei Lausanne-Sport. Doch wie landet das grösste Super-Talent bei GC? Die Anwort heisst Stéphane Chapuisat, 103-facher Internationaler.
Chappi: «Ich haben den Ben Khalifa trainiert»
Ex-Champions-League-Sieger Chappi zu BLICK: «Ich habe Ben Khalifa zwei Jahre lang trainiert.» Wie bitte? Wo denn? «In Payerne, im Ausbildungszentrum des Verbandes. Ben Khalifa lebte damals unter der Woche bei einer Gastfamilie, trainierte bei uns in Payerne.»
Doch weshalb rennen Scouts aus aller Welt GC die Türen ein? Und nicht YB, wo Chappi als Berater im Sold steht?
Chappi: «Erwin Zogg, der mich einst von Dortmund zu GC holte, fragte mich 2007, ob ich ein Stürmer-Talent kenne. Damals war ich noch nicht bei YB engagiert.» Zogg, ehemaliger GC-Team-Manager, stellte den Kontakt zu Hoppers-Financier Heinz Spross her. Seither trägt Ben Khalifa Blau-Weiss.
GC-Boss Roger Berbig ist stolz: «Viele würden sich die Finger lecken, wenn sie einen wie Ben Khalifa hätten»
Am Donnerstag spielt er den WM-Halbfinal gegen Kolumbien. Macht GC jetzt nach den sensationellen Auftritten seines U17-Juwels die grosse Kohle? Noch nicht.
Das Talent, das in dieser Saison bereits 9 Super-League-Spiele (2 Tore) bestritt, soll langfristig gebunden werden. Auch Entdecker Chappi rät: «GC setzt auf ihn, bei GC hat er eine Riesen-Chance. Er soll jetzt über eine gewisse Zeit in der Super League konstante Leistungen zeigen.»
Chappi erinnert an die ehemaligen U17-Europameister Philippe Senderos, Tranquillo Barnetta und Reto Ziegler. «Auch sie spielten nach dem EM-Titel zuerst ein, zwei Jahre in der Schweiz auf höchstem Niveau, bevor sie den Sprung ins Ausland wagten.»
Stéphane Chapuisat (40), Champions-League-Sieger mit Dortmund, 103-facher Internationaler: «Jeder war in seiner Zeit der Beste. Was Messi aber gegen Arsenal gezeigt hat, war schlicht Weltklasse. Mit seiner Klasse ist einfach alles möglich – sogar ein solcher Heber nach einem 50-Meter-Sprint.»- Keystone