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Was für ein Wirbel um unseren Nati-Trainer! Gestern sickert aus Deutschland durch, dass Schalke Ottmar Hitzfeld (60) als Nachfolger des am Donnerstag geschassten Fred Rutten holen will. Eine heisse Personalie – und das ausgerechnet am Tag vor dem so heissen Spiel in Moldawien!
Gestern um 12.28 Uhr sprach BLICK mit dem Nati-Trainer. Er ist gerade auf dem Weg zum Mittagessen.
Blick: «Herr Hitzfeld, Schalke will Sie holen.»
Hitzfeld: «Kein Thema.»
Blick – erstes Nachhaken: «Aber Sie haben davon gehört?»
Hitzfeld lacht, sagt dann: «Kein Thema.» Unbefriedigende Antwort, nächster Versuch.
Blick: «Ein Doppelmandat können Sie sich vorstellen?»
Hitzfeld lacht wieder, sagt: «Kein Thema.»
Der Schalke-Plan sieht vor, dass Hitzfeld ab Sommer übernehmen soll. Bis dahin soll ein Feuerwehrmann die Uefa-Cup-Qualifikation des derzeit Tabellen-Achten sichern. Zurzeit sind beim Traditionsklub die Co-Trainer Mike Büskens und Youri Mulder verantwortlich.
Im Sommer soll ein grosser Name präsentiert werden. Schalke-Präsident Josef Schnusenberg macht klar: «Der Trainer, der die Mannschaft für die Zukunft aufbauen soll, muss vom neuen Manager ausgesucht werden.»
Vor allem hoffte Schalke darauf, dass der bisherige Topkandidat für den Managerposten, Oliver Kahn (39), den Deal mit Hitzfeld perfekt macht. Doch der Ex-Bayern-Goalie, der mit Hitzfeld 2001 die Champions League gewann, sagte gestern ab: «Das Angebot war reizvoll, aber kommt ein halbes Jahr zu früh.»
Auch Hitzfeld hatte sich für Kahn als Schalke-Manager stark gemacht: «Ich traue ihm zu, dass er den Job zu 100 Prozent erfolgreich ausführt.»
Das Super-Doppelpack Kahn/Hitzfeld wird es bei den Königsblauen also nicht geben. Dennoch bleibt unser Naticoach weiter ein Thema. BLICK erfuhr: Im mächtigen Verwaltungsrat wurde intensiv über Hitzfeld gesprochen.
Vorbild ist dabei das Modell Guus Hiddink. Der russische National-Trainer hat bis Saisonende auch das Zepter bei Chelsea übernommen. Dort funktioniert das hervorragend, es setzte bisher in acht Spielen erst eine Niederlage ab.
Nur: Da Hitzfeld wegen der grossen Belastung den Job bei Bayern München aufgab, und das geruhsamere Leben eines Nati-Trainers vorzog, wird er kaum einen Doppel-Posten übernehmen.
Lieber spricht er über die Nati, wie gestern an der Medienkonferenz vor dem heutigen Spiel in Chisinau (17.45 Uhr, SF2 live): «Die Partie ist mit einem Pokalspiel vergleichbar. Es wird ein hartes Spiel, wir müssen kühlen Kopf bewahren, und dürfen uns nicht provozieren lassen.» Für die Moldawier sei es «eine gute Chance, sich zu präsentieren. Die Motivation, mit Fussball Geld zu verdienen, ist gross».
Noch mehr Geld könnte Ottmar Hitzfeld mit Sicherheit auch auf Schalke verdienen. Aber wegen noch mehr Geld wird der Nati-Coach mit einem Doppel-Job wohl kaum seine Gesundheit riskieren –hoffentlich.
Mitarbeit: Heiko Ostendorp