Rote Karte für Schweizer Fans?

  • Publiziert: 09.06.2008, Aktualisiert: 20.01.2012

Nach dem Eröffnungsspiel kam Kritik an den Schweizer Fans auf. Der Vorwurf: Die Nati-Supporter sind im Stadion zu leise!

Tote Hose auf den Rängen statt Hopp-Schwiiz-Rufe bis die Stimme versagt: Fernsehzuschauer beklagen sich, dass das Publikum im Stadion unser Team gegen die Tschechen zu wenig anfeuerte. Rote Karte für die Schweizer Fans?

Das sind keine Fans, das sind Trantüten, ärgert sich ein Blick-Leser. Es sei schockierend, wenn der Fernsehkommentator die Zuschauer im Stadion auffordern müsse, jetzt alles für ihre Mannschaft zu geben.

In der Tat wies der SF-Ko-Kommentator Volker Finke die Schweizer im Basler St. Jakob an, ihr Team zu unterstützen.

Stimmen der Spieler zu hören

Blerim Dzemaili äusserte sich am Montag im Chat auf Blick.ch kritisch gegenüber den Schweizer Fans. «Ich sass beim Eröffnungsspiel in Basel auf der Tribüne, zwischendurch war es richtig ruhig im Stadion», sagte der Bolton-Spieler.

Er konnte teilweise von der Tribüne aus sogar die Spieler hören. Dzemaili: «Das sollte natürlich nicht sein.»

Täuschte der Eindruck? Oder standen die Fans im Stadion tatsächlich zu wenig hinter ihrem Team, das die Unterstützung nach dem 0:1 so dringend brauchte?

Etwas anders erlebte es Tranquillo Barnetta auf dem Spielfeld. «Ich habe die Stimmung nicht so schlecht empfunden. In der zweiten Halbzeit hat das Publikum mitgemacht. Sicherlich kann es noch besser sein.»

Es werde am Mittwoch auch einen akkustischen Kampf auf der Tribüne geben, schliesslich seien die Türken sehr fanatisch. «Da müssen die Schweizer dagegen halten, damit wir auch wirklich ein Heimspiel haben werden», so Barnetta. (zbi)

Besserer Zugang zu Stadien

Bei den ersten EM-Spielen in der Schweiz hat sich der Zugang zu den Stadien als Schwachpunkt herausgestellt. Besonders in Basel kam es zu Wartezeiten.

Die UEFA erklärt die Probleme vom Samstag damit, dass noch nicht alle Hinweisschilder angebracht waren. Aus diesem Grund seien manche Eingänge nicht genutzt worden. Einige Fans hätten sich beschwert.

Bei den nächsten Spielen werde es aber besser klappen. Nun seien die Hinweisschilder angebracht. Ausserdem würden für die Spiele vom Montagabend in Zürich und Bern die Stadien bereits drei beziehungsweise dreieinhalb Stunden vor Spielbeginn geöffnet.