Gnadenlose St. Galler Pfiffe für Frei - Déjà-vu für Streller

  • Publiziert: 04.09.2010, Aktualisiert: 20.01.2012
  • Von Micha Zbinden und Yannick Peng

ST. GALLEN - Wo gibts den sowas? Alex Frei wird beim Länderspiel in St. Gallen gnadenlos ausgepfiffen! Seinem Basler Teamkollegen kam es auf der Bank bekannt vor.

Am 30. Mai 2008 begleitet Marco Streller im Testspiel gegen Liechtenstein (3:0) in St. Gallen ein gellendes Pfeifkonzert. Für Nati-Star Streller reicht’s – er tritt beleidigt nach der Euro im eigenen Land zurück!

Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld überredet Marco Streller allerdings zum Weitermachen.

Gestern Freitag, beim letzten Test in der AFG-Arena vor dem Knüller gegen England am Dienstag, sitzt Streller auf der Bank – eine Muskelverhärtung zwingt ihn zum Nichtstun.

Er muss von draussen mitansehen, wie sein Freund und Basler Teamkollege Alex Frei, der seit September auf sein 41. Länderspieltor wartet, in der 60. Spielminute einen Penalty verschiesst.

Von da an kennt das St. Galler Publikum – wieder DAS St. Galler Publikum, wie bei Streller – keine Gnade mehr mit dem Nati-Captain. Die Fans pfeifen Frei pausenlos aus! Ein Déja-vu für Streller.

Hitzfeld nimmt Frei sieben Minuten später raus, das Pfeifkonzert erlebt seinen Höhepunkt.

Darf man so mit dem Nati-Captain umgehen? Hat Rekord-Torschütze Frei mit seinen 40 Treffern nicht schon genug für unser Land getan?

BLICK-Fussballchef Andreas Böni, ein Toggenburger, geht mit dem St. Galler Publikum hart ins Gericht: «Dieses Verhalten zeigt: Jene Pfeifen haben an Länderspielen eigentlich gar nichts verloren, denn sie sind keine Patrioten. Man sollte ihnen den Schweizer Pass wegnehmen und einen grün-weissen schenken.»

Beim Schweizer Fernsehen spielt man die Pfiffe gegen den Nati-Captain herunter, schliesslich habe es ja auch Sprechchöre für Frei gegeben. «Die Rivalität zwischen St. Gallen und Basel ist halt gross», sagt SF-Experte Alain Sutter nach der Partie. Man solle das nicht dramatisieren.

Gut für Frei: Der Knüller gegen England am Dienstag findet in Basel statt, dort, wo Alex Frei für seine Nati-Verdienste respektiert wird. Von den Bebbi-Fans gibts garantiert keine Pfiffe.