Was heckt Hitzfeld diesmal aus? Neuer Poker vor dem Chile-Spiel

  • Publiziert: 20.06.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Andreas Böni und Max Kern aus Port Elizabeth

Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld trainiert zwei Tage vor dem Spiel gegen Chile mit Valon Behrami und Alex Frei in der Startelf. Nimmt er die Spanien-Helden Barnetta und Derdiyok raus?

Noch einen Tag bis zum Chile-Kracher in Port Elizabeth!

Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld pokert wieder. Die beiden Stammspieler Valon Behrami (Muskelverletzung) und Alex Frei (Verstauchung am Fuss), beide wieder fit, lässt er im letzten Training in Vanderbijlpark vor dem Abflug nach Port Elizabeth in der Stammelf trainieren. Tranquillo Barnetta und Eren Derdiyok müssen in der B-Mannschaft ran.

Was heckt Hitzfeld diesmal aus? Schmeisst er wirklich die Stammelf durcheinander, die ein sensationelles 1:0 gegen Europameister Spanien schaffte?

Bei der Pressekonferenz sagt er: «Ich habe mit Frei und Behrami in der A-Elf trainiert, um eine andere Variante zu üben. Jene mit Derdiyok und Barnetta hat sehr gut geklappt, die mussten wir nicht mehr üben. Von daher habe ich zwei Optionen mehr. Ich will die Entscheidung erst am Spieltag treffen. Es ist noch alles offen, wer gegen Chile spielt.»

SonntagsBlick beleuchtet den Kampf um die Stammplätze.

Das Duell um den Platz im rechten Mittelfeld: Tranquillo Barnetta (25) gegen Valon Behrami (25). Barnetta zeigte gegen Spanien, was in ihm steckt. Er lief ohne Ende und gab alles. Valon Behrami ist seit Langem nicht mehr aus der Stammelf wegzudenken. Er kämpft, rackert, opfert sich auf. Eine Millimeter-Entscheidung.

Das Duell um den Platz als hängende Spitze zwischen Eren Derdiyok (22) und Alex Frei (30). Derdiyok bereitete gegen Spanien das Tor vor, traf zudem einmal nach einem Super-Solo den Pfosten. Er hätte es verdient drinzubleiben. Frei ist der Captain, ist mit 40 Toren Rekord-Torschütze der Nati. Hitzfeld sagt: «Alex Frei ist wieder hundertprozentig fit. Er hat die letzten drei Tage das volle Trainingsprogramm absolviert.»

Wenn Hitzfeld das wirklich so sieht, dann spielt Frei. Nur, nach dem Oberarmbruch war dieser noch nicht voll im Saft. Und verpasste nun eine weitere Trainingswoche. Bei hundert Prozent dürfte er noch nicht wirklich sein.

Hitzfeld: «Ich habe verschiedene Optionen. Der Konkurrenzkampf ist voll entbrannt und davon wird das Team profitieren. Es geht immer um das Team – und nicht um einzelne Spieler. Ich glaube, es ist jetzt für jeden Spieler schwer, draussen zu bleiben. Und für jeden, der schon gespielt hat, ist es noch schwerer, draussen zu bleiben. Weil sie haben ja Spanien geschlagen. Jeder Spieler, der gegen Spanien dabei war, hat es verdient zu spielen. Es tut mir schon immer ein wenig weh, aber das ist mein Job. Den, den ich draussen lasse, enttäusche ich.»

SonntagsBlick meint: Egal, welche elf Spieler auf dem Feld stehen – die Mannschaft auf dem Feld wird schlagkräftig sein!