Benjamin Huggel Mit Nati-Goal Nr. 1000 ist er unsterblich

  • Publiziert: 11.10.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Andreas Böni, Max Kern (Text) und Toto Marti (Fotos) aus Luxemburg

Benjamin Huggel (32) hat sich mit dem 1000. Tor der Nationalmannschaft einen Eintrag ins Schweizer Fussball-Geschichtsbuch gesichert. Dabei wollte er mal aufhören. Wegen seiner Kinder. Ein Gespräch über Familie, Pfiffe und die nächsten Ziele des FCB-Stars.

Herr Huggel, herzliche Gratulation zum 1000. Treffer!
Benjamin Huggel:
Ich habe erst gedacht, es sei das 999. Tor gewesen. Aber dann hat mich jemand vom Fernsehen aufgeklärt. Aber schauen Sie, für mich ist viel wichtiger, dass wir gewonnen haben.

Aber Ihr Name wird jetzt mit anderen Jubiläums-Torschützen wie Xam Abegglen, Köbi Kuhn oder Alex Frei genannt. Das ist doch eine Ehre.
Wie gesagt: Es freut mich wirklich. Aber ich denke nicht, dass es eine Tatsache ist, die mir nach meinem Karriere-Ende in Erinnerung bleiben wird.

An was werden Sie sich dann erinnern?
Eine Fussball-Weltmeisterschaft erreicht und Titel gewonnen zu haben.

Sie sind eine feste Grösse im Mittelfeld der Nati geworden. Dabei wären Sie doch vergangenen Sommer nach der EM 2008 beinahe zurückgetreten.
Ich musste mir damals überlegen, ob es noch Sinn macht. Nationalmannschaft ist doch viel mit Reisen und Aufwand verbunden. Ich war an der EM 2004 Stammspieler, dann drei Jahre lang nur dabei, ohne gross zu spielen. Die EM 2008 war dann wieder unbefriedigend für mich persönlich. Ich überlegte, ob ich mir nicht mehr Zeit für meine Familie nehmen soll. Dann habe ich mich für die Nati entschieden. Jetzt bin ich Stammspieler – es war ein weiser Entscheid.

Wie reagieren Ihre Kinder, wenn Sie wie jetzt eineinhalb Wochen weg sind?
Es ist schon schwierig manchmal. Wir telefonieren jeden Tag. Vor allem für meine Frau ist es nicht so lustig. Meine Kinder fragen Sie jeden Tag, ob Papa jetzt endlich nach Hause komme. Mein Sohn ist jetzt viereinhalb Jahre alt, die Tochter zweieinhalb.

Wie geht Ihre Frau damit um?
Es ist schon nicht so einfach für sie. Die Kinder sind jetzt in einem Alter, wo sie die ganze Zeit plappern. Da hilft es ihr manchmal, wenn ich nach Hause komme und die Kinder ein bisschen beschäftige.

Helfen Sie im Haushalt?
Nicht allzu viel. Aber es entlastet meine Frau, wenn ich ihr die Kinder abnehme.

Nächsten Sommer bei der WM dürften Sie etwa sechs Wochen lang weg sein. Wissen das Ihre Kinder?
Nein, bisher noch nicht. Aber sie werden es schon verstehen.

Sie haben für nach der WM 2010 Ihren Rücktritt aus der Nati angekündigt. Bleibt es trotz Ihrer Bomben-Form dabei?
Ich überlege mir schon, ob ich wirklich in der Nati aufhöre. Aber jetzt nehme ich Schritt für Schritt. Erst mache ich dieses Kalenderjahr sauber zu Ende, dann schauen wir weiter. Klar ist: Ich bin immer von Verletzungen verschont geblieben, seit sieben Jahren.

Da rissen Sie sich die Achillessehne unter der Dusche.
Ja, ich war ausgerutscht. Aber seither habe ich viel Glück in meiner Karriere.

Ottmar Hitzfeld setzt voll auf Sie. Wie war das erste Gespräch mit ihm damals?
Sehr beeindruckend. Seine menschlichen Qualitäten, wie er sich ausdrückt, das ist unglaublich. Er wusste viel über mich, interessierte sich auch für mein Privatleben.

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