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Er tobt und flucht: «Eine Schweinerei hoch drei!» Ganz unmajestätisch lässt König Otto in der Pause seiner Wut auf den belgischen Ref Frank de Bleeckere im Kabinengang freien Lauf. Für die kleinliche Gelb-Rote Karte gegen Vyntra bringt der Essener null Verständnis auf. Und seine Wut wird sich potenziert haben, als er in der zweiten Hälfte von seinem Freund Ottmar Hitzfeld ausgezockt wird.
Otto, schon ultradefensiv mit fünf Verteidigern angetreten, will das Remis über die Runden bringen. Er ersetzt eine gute Viertelstunde vor Schluss Stürmer Charisteas durch Verteidiger Papadopoulos, nachdem er ein paar Minuten zuvor bei Spyropoulos’ Lattentreffer knapp am Lucky Punch vorbeischrammte. Hitzfeld hingegen bringt Derdiyok für Nef, später Yakin für Gelson. Offensive total. Und Hitzfeld setzt Otto schachmatt.
Hitzfeld hätte gerne ein früheres Tor gesehen
Der elfte Sieg im 21. Aufeinandertreffen mit Rehakles. Auch dank Yakins perfekter Flanke. Der Assistgeber: «Es war für uns enorm schwierig, weil die Griechen die Räume gut zugemacht haben. Da half uns ein stehender Ball.» Seinen Anteil setzt der Luzerner bescheiden tief an: «Es braucht viele Spieler auf dem Weg nach Südafrika. Ich bin nur ein Teil davon.»
Hitzfeld analysiert ebenso nüchtern: «Mir wäre lieber gewesen, wir hätten früher ein Tor erzielt. So konnten die Griechen mit zehn Mann hinten rein stehen und auf Konter spielen. Und das können sie.» Das macht die Schweizer nervös! Es ist Sand im Getriebe ihres Angriffs. «Aber wir haben die Nerven behalten und bis zum Schluss daran geglaubt», sagt Hitzfeld.
Nicht auf die Medien, sondern vorwärts schauen
Der Lörracher denkt keine Sekunde daran, sich zurückzulehnen: «Okay, jetzt können wir ein Glas Bier – oder Wein – geniessen. Aber dann sofort das Lettland-Spiel vorbereiten. Wir haben die Pflicht erfüllt und einen Heimsieg eingefahren. Ohne in Riga zu punkten, ist dieser nicht viel wert.»
Und viel geredet soll nicht werden bis Mittwoch. Superjoker Vonlanthen verrät, was Captain Alex Frei nach dem Sieg gegen den Europameister 2004, dem fünften Quali-Erfolg in Folge, zum Team sagt: «Er zeigte den Wert dieser drei Punkte auf. Und dass wir nicht zu viel zu den Medien sprechen sollen, sondern vorwärts schauen.» Wenns nützt, können auch wir Journalisten mit dieser Idee leben.