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BLICK: Herr Kuhn, Ihre Taktik bei der 0:4-Blamage gegen Deutschland ging gar nicht auf. Würden Sie nochmals gleich aufstellen?
Köbi Kuhn: Ja. Schauen Sie sich die Mannschaft doch mal an. Mit Benaglio haben wir den Shootingstar in Deutschland im Tor. Rechts hinten spielte mit Lichtsteiner der Aufsteiger des Jahres in Frankreich. Eggimann ist Captain in Karlsruhe, Senderos ist bei Arsenal, Spycher ist Stamm bei Frankfurt. Inler ist Aufsteiger des Jahres in Italien. Gelson ist bei Manchester City, Behrami bei Lazio, Barnetta bei Leverkusen Stammspieler. Frei ist eine Grösse in Dortmund, Derdiyok ein aufstrebender junger Spieler. Warum sollte ich anders aufstellen?
Es geht mehr um die Taktik. Es war ein Fehler, Barnetta hinter den Spitzen zu bringen.
Ein Spieler wie Barnetta ist taktisch überall einsetzbar. Ich wollte aus der Mitte Druck auf den Gegner ausüben. Er spielte das auch schon in Leverkusen und der WM-Qualifikation. Ich bin doch nicht der einzige, der eine solche Idee hatte – auch Michael Skibbe stellte ihn da auf.
Aber dadurch spielte Gelson links im Mittelfeld. Das war eine absolute Fehlbesetzung.
Die Aufstellung war doch legitim, es war einen Versuch wert. Ich kann mit gutem Gewissen sagen: Ich würde wieder gleich aufstellen. Mit den gleichen Spielern. Ich würde es wieder probieren. Wenn man das Resultat anschaut, dann kann man alles kritisieren. Ich sehe keinen Grund, über die Zeit vor dem Spiel nachzudenken und mir Vorwürfe zu machen, dass die Aufstellung falsch war.
Ist das nicht zu wenig Selbstkritik?
Was heisst wenig Selbstkritik? Nochmals: Ich habe keine Bedenken zu sagen, dass ich es wieder so machen würde. Wir hätten auch defensiver spielen können, mit nur einem Stürmer. Wenn ich das gemacht hätte, dann könnte man mir einen Vorwurf machen und sagen: Warum machst du das, Köbi? Wir wollen doch vorwärts spielen.
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Dank dem Zaun kann sich Köbi Kuhn in Feusisberg sicher fühlen. (Toto Marti)