1000. Nati-Goal! Huggel: «Lieber trifft jemand am Mittwoch»

  • Publiziert: 11.10.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Simon Häring

LUXEMBURG - Die Schweizer Nati knackt in Luxemburg die Schnapszahl. Beni Huggel spricht im Interview mit Blick.ch über den 1000. Nati-Treffer.

Die Verwirrung im Vorfeld der Nati-Partie in Luxemburg war gross. Hat die Schweiz in der Länderspiel-Geschichte nun 996 oder 997 Treffer erzielt?

BLICK hat im Vorfeld nachgerechnet. Es sind deren 997. Eine Version, die der Fussballverband auf Anfrage von BLICK bestätigt – obwohl der SFV auf seiner Homepage von 996 Toren spricht. Ein Spiel ging offenbar vergessen.

Nach einem Senderos-Doppelschlag steigt die Spannung. Wer geht in die Annalen ein, erzielt den 1000. Treffer in der Nati-Geschichte?

Ausgerechnet Huggel

In der 23. Minute die Antwort: Nach einem Frei-Eckball erzielt Beni Huggel das 3:0 – und macht sich damit unsterblich. Ausgerechnet der viel gescholtene Baselbieter.

Anti-Techniker, Alibi-Fussballer, Langweiler. Das sind Attribute, die Huggel während seiner gesamten Nati-Laufbahn zu hören bekommt. Bis Ottmar Hitzfeld das Zepter übernimmt.

«Ich dachte, es wäre das 999.!»

Unter dem Lörracher Fussball-Lehrer avanciert Huggel zum Stammspieler und Leistungsträger. In seinem 35. Länderspiel steht der Mittelfeld-Spieler am richtigen Ort und trifft zum 3:0 gegen Luxemburg. Der verdiente Lohn für einen unspektakulären aber wertvollen Spieler.

Der Torschütze selber weiss von nichts. «Was? Ich habe das 1000. Tor erzielt?», gibt sich Huggel nach dem Spiel ungläubig gegenüber dem SF-Reporter. «Ich dachte, das war der 999. Treffer. Jetzt gebe ich dem Team einen aus!»

Huggel: Prügel in der Türkei

Im Quali-Spiel zur WM 2006 in Deutschland spielt die Schweiz im Barrage-Rückspiel in der Türkei. Die Partie geht als Hass-Gipfel in die Geschichte ein. Dank des 2:0-Siegs im Hinspiel reicht den Schweizern eine 2:4-Niederlage zur Qualifikation.

Nach dem hitzigen Spiel kommt es zu wüsten Ausschreitungen. In den Katakomben gehen Spieler und Offizielle aufeinander los. Beni Huggel tritt einen Physiotherapeuten und wird für sechs Spiele gesperrt.

Weil die Schweiz keine Quali-Spiele im Hinblick auf die EM 2008 absolvieren muss, praktisch das Ende für Huggels EM-Träume. Später wird die Sperre auf vier Spiele reduziert und Huggel steht dann auch im Aufgebot.