Nach England-Pleite Hitzfeld greift erstmals seine Spieler an!

  • Aktualisiert am 02.01.2012
  • Von Max Kern und Andreas Böni
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BASEL - Eine Nacht nach der 1:3-Pleite gegen England greift Ottmar Hitzfeld (61) im BLICK-Interview erstmals seine Spieler an.

Der Druck ist nach dieser Startniederlage gegen England nun sehr gross, oder?
Wir stehen mit dem Rücken zur Wand, klar. Natürlich beunruhigt mich das auch. Mir wäre ein Sieg der Bulgaren gegen Montenegro lieber gewesen. Montenegro hat einen Traumstart erwischt, das wird die Mannschaft beflügeln. Zu Hause haben sie einen Hexenkessel, dort werden sie über sich hinauswachsen. Für uns wird das ein Schlüsselspiel.

Was war die Idee mit Margairaz auf der falschen Seite?
Ich habe ihn aufgestellt, weil er gegen Australien ein gutes Spiel gezeigt hat. Das Ziel war, dass er als Linksfuss von der rechten Seite nach innen zieht, selbst in den Abschluss kommt. Auf dieser Position hat er ja auch beim FC Zürich schon gespielt. Aber wir waren selten im Abschluss. Das lag nicht nur an Margairaz, das ganze Team hat die Leistung nicht gebracht.

Seit einem Jahr haben Ihre Stürmer Frei und Derdiyok nicht mehr getroffen. Was unternehmen Sie gegen die Torflaute?
Generell ist es immer so, dass die gesamte Mannschaft von einer Torflaute betroffen ist. Gegen England haben wir ja ein Tor gemacht. Die Stürmer brauchen Unterstützung aus dem Mittelfeld. Die Mittelfeldspieler müssen versuchen, sich in Szene zu setzen, mit Dribblings. Sie müssen versuchen, Freistösse zu provozieren, in den Strafraum zu gehen. Die Stürmer sind weitgehend von den Mittelfeldspielern abhängig.

Wie zufrieden waren Sie mit Derdiyok?

Eren macht bei Leverkusen immer wieder mal ein Tor. Aber er muss sich spielerisch entwickeln. Er muss sich mehr einbringen, hat im Spiel immer mal wieder eine Pause, ist dann nicht integriert. Ich erwarte, dass er sich auch in der Bundesliga weiterentwickelt.

Wie sauer sind Sie über die Gelb-Rote Karte von Lichtsteiner?
Ich habe mich masslos geärgert. Nicht über die zweite Karte, sondern über die erste. Als Abwehrspieler darfst du nie wegen Reklamierens Gelb bekommen. So schadest du nicht nur dir selbst, sondern der ganzen Mannschaft. Gelbe Karten musst du dir für eine Notbremse aufsparen.

Der einzige Lichtblick war der erst 18-jährige Xherdan Shaqiri. Weshalb brachten Sie ihn nicht schon von Anfang an?
Ich habe mir vorgestellt, dass ich ihn in der zweiten Halbzeit laufen lasse, damit er die Wende bringen kann. Wenn die Jungen ins Wasser geworfen werden, schwimmen sie sich frei. Wenn ich ihn von Anfang an gebracht hätte, dann hätte er nicht so aufspielen können. Aber Xherdan ist für sein Alter schon sehr weit. Er hat sich gegen England nachhaltig aufgedrängt.

Lesen Sie das komplette Interview mit Ottmar Hitzfeld im BLICK vom Donnerstag.

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Trauen Sie der Nati die EM-Quali noch zu?»

  • 42% Ja! Die England-Pleite hält uns nicht auf.
  • 58% Nein! Nach dem Spiel gegen Montenegro ist der Traum schon ausgeträumt.