Benjamin Siegrist
Blick.ch: In der ersten Halbzeit hast du ein nigerianisches Knie ins Gesicht bekommen. Trotzdem hast du weiter gespielt. Lernt man diese berühmte «englische Härte» auch bei deinem Klub Aston Villa?Benjamin Siegrist: «Solche Szenen passieren im Fussball. Der Nigerianer machte es sicher nicht absichtlich. ich war einfach schneller am Ball, er konnte nicht mehr bremsen. Es war für mich kein Problem, weiterzuspielen. Erst am Abend nach dem Spiel spürte ich erste Kopfschmerzen. Heute Morgen hatte ich dann einen ziemlichen Brummschädel. Aber wie gesagt, kein Problem. Das muss man wegstecken können.»
Du bist zum besten Goalie des Turniers gewählt worden. Was bedeutet für dich der «Goldene Handschuh»?«Es ist eine grosse Ehre. Aber der Titel gehört dem ganzen Team, allen. Denn ohne mein Team, ohne die hervorragende Zusammenarbeit mit der Verteidigung, hätte ich diesen Titel nicht bekommen.»
Der Teamgedanke war euer grosses Erfolgsgeheimnis.«Ja. Wir kennen uns jetzt schon länger. Man kennt die Laufwege des Kollegen, sein Denken. Das Vertrauen ist da. Es herrschte im Team eine Super-Solidarität. Diese Faktoren helfen genau in schwierigen Zeiten. So kann man schwierige Spiele gewinnen, Unmögliches erreichen.»
Wie fühlt es sich an, Weltmeister zu sein?
«Natürlich ist es einmalig. Aber ehrlich gesagt, fühlt es sich an wie vorher. Wahrscheinlich habe ich es einfach noch nicht realisiert. Das wird in den kommenden Wochen wohl geschehen, wenn ich bei meiner Familie bin, meine Freunde sehe und im Verein trainiere. Kurz gesagt, wenn wieder Alltag ist, kann ich mir sagen: «Ich bin Weltmeister!»