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Exklusiv: U17-Serie Haris Seferovic, der rosa Bomber!

Jetzt schreiben die Giganten! Den Anfang macht der Schütze des goldenen Tors.

Von Haris Seferovic | Aktualisiert um 17:57 | 17.11.2009
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Mutter Sefika Seferovic ordnet die diversen Zeitungsartikel über ihren Sohn. (Kathi Bettels)
Fernando Torres und Cristiano Ronaldo hängen bei Haris im Zimmer an der Wand. (Kathi Bettels)
Stolz zeigt die Mutter ein Portraitbild ihres Sohnes. (Kathi Bettels)
Zusammen mit Haris Bruder Adis schaut die Mutter ein altes Fotoalbum an. (Kathi Bettels)
Sefika Seferovic ordnet die Zeitungsartikel über ihren Sohn. (Kathi Bettels)
Bilder von Fernando Torres und Cristiano Ronaldo hängen bei Haris im Zimmer. (Kathi Bettels)
Zusammen mit Haris Bruder Adis schaut die Mutter Bilder aus der Vergangenheit an. (Kathi Bettels)
«Es war ein grossartiges Gefühl, als der Ball von meinem Kopf ins Tor flog. Und das in einem WM-Final. Denn eigentlich bin ich ja gar kein Kopfballspieler. Da muss ich mich noch entwickeln.

Aber: Ich bin seit Sonntag U17-Weltmeister. Irgendwie ist es noch überhaupt nicht fassbar. Ich muss es erst realisieren. Ich, Haris, der ich mit meiner Familie in Sursee im Kanton Luzern aufgewachsen bin.

Oft habe ich während den letzten Wochen mit meinen Eltern und meinen Geschwistern telefoniert. Sie sind mir sehr wichtig. Meine 22-jährige Schwester Azra arbeitet im Detailhandel, der kleine Bruder Adis (11) geht noch in die Schule. Er liebt Fussball, spielt beim FC Sursee und möchte auch Fussballprofi werden.

Da ich bei GC auf dem Campus lebe, bin ich sehr selten zu Hause.


In meinem Zimmer schläft unter der Woche mein kleiner Bruder. Es ist jenes Zimmer, das meine Mama im BLICK gezeigt hat. Die rosa Bettwäsche mit den Rosen drauf hat sie ausgewählt. Ich kümmere mich nicht um die Bettwäsche, bin ja nur am Wochenende zu Hause.

Das Plüschherz ist ein Geschenk meiner Freundin Minela. Ihre Eltern stammen aus Montenegro. Sie ist aber wie ich in der Schweiz aufgewachsen, im Kanton Aargau. Wir sind beide Muslime. Ich bin nicht strenggläubig, habe auch schon Schweinefleisch probiert. Trotzdem: Der Glaube gibt mir Halt, auch wenn er nicht mein Leben bestimmt.
So fällt das Tor, das die U17-Giganten unsterblich macht. Oliver Buff läuft zum Eckball an. (Screenshot youtube.com)
Seine Flanke kommt perfekt in den Strafraum, Seferovic steigt am Höchsten. (Screenshot youtube.com)
Der GC-Stürmer trifft den Ball perfekt. (Screenshot youtube.com)
Goalie Paul hat keine Chance. (Screenshot youtube.com)
Der Ball senkt sich in die entfernte Torecke. (Screenshot youtube.com)
Und zappelt im Netz. (Screenshot youtube.com)
Seferovic dreht jubelnd ab. (Screenshot youtube.com)
Dieser Mann hat die Schweiz zum Weltmeistertitel geschossen. (Screenshot youtube.com)
Coach Dany Ryser reisst die Arme in die Luft. (Screenshot youtube.com)
Klares Bekenntnis: Goldköpfchen Seferovic schlägt sich mit der Hand auf die Brust, auf das Verbandszeichen des SFV. (Screenshot youtube.com)
Minela habe ich an einem Fest kennengelernt, wo ich mit meiner Familie hinging. Eigentlich hatte ich gar keine Lust, da hin zu gehen. Seit zwei Jahren sind wir jetzt zusammen. Während der letzten fünf Wochen habe ich sie schon sehr vermisst. Aber schliesslich war ich in Nigeria, um Fussball zu spielen. Dafür hat sie Verständnis.

Gestern nach dem Spiel habe ich kurz mit ihr telefoniert und ihr erzählt, was passiert ist. Sie hat das Spiel zu Hause mit ihren Eltern geschaut.

Schon als kleiner Knirps wollte ich Profi werden


Mit vier Jahren habe ich angefangen, mit dem Ball zu spielen. Zwei Jahre später ging ich zum FC Sursee. Dann bin ich via Luzern bei den Grasshoppers gelandet, wo ich jetzt seit zwei Jahren bin. Schon als kleiner Knirps wollte ich Fussballprofi werden. Aber erst bei GC ist mir wirklich klar geworden, dass es klappen könnte.

Auf dem Campus bin ich oft mit meinem Nati-Kumpel Nassim zusammen. Wir schauen gemeinsam Fussball oder Filme.

Wir sind gute Kollegen, verstehen uns sehr gut, auf dem Platz sogar blind – wie zwei Brüder.

Wir sprechen Deutsch miteinander, mit Französisch hätte ich Schwierigkeiten.


Ich bin nicht wirklich ein guter Schüler. Wenn ich etwas nachholen müsste, fehlt mir meist die Disziplin dazu. In Zürich mache ich jetzt die Benedikt-Schule. Dorthin kann ich gehen, wann ich will. Das gefällt mir. Ich kann zu Hause am PC lernen, bin unabhängig. Das erleichtert es mir, meinen Traum vom Profi-Fussball zu verwirklichen.»

Am Mittwoch im BLICK

Lesen Sie am Mittwoch im BLICK den nächsten Teil der Serie: Es schreibt Torhüter Benjamin Siegrist!

Haris Seferovic, Bosnien-Herzegowina: «Ich werde für die Schweiz spielen – versprochen.» (Keystone)
Haris Seferovic, Bosnien-Herzegowina: «Ich werde für die Schweiz spielen – versprochen.» (Keystone)
So wild feiern die U17-Helden in Nigeria den WM-Titel. BLICK war vor Ort – klicken Sie sich durch die exklusiven Bilder! (Sébastian Lavoyer)
(Sébastian Lavoyer)
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(Sébastian Lavoyer)
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Unsere Weltmeister! Klicken Sie sich durch. Blick.ch stellt die Giganten im Einzelnen vor.
Daniel Ryser – Mit seinen U17-Jungs erreichte er in diesem Jahr bereits den EM-Halbfinal. Jetzt holt der Trainer sogar den WM-Pokal! Auf ihn wartet ein Neuanfang mit der U15. (Keystone)
Benjamin Siegrist, Aston Villa – Weil bei Basel auf der gleichen Altersstufe mit Cédric Saladin noch ein weiterer Nati-Kandidat spielte, wechselte Siegrist auf die Insel. Dort kann Siegrist bereits regelmässig mit den Profis mittrainieren. Und: Der 1,94m grosse Goalie hofft, schon bald bei den Profis auf der Bank Platz nehmen zu können. Stammgoalie Friedel ist bereits 38-jährig und auch Ersatzmann Marshall (34) wird nicht jünger.
Raphael Spiegel, GC – Der U21-Goalie der Grasshoppers ist ein solider Backup. An Benjamin Siegrist kommt er im Moment aber nicht vorbei. Dafür spielt er in der 1. Liga-Mannschaft des Rekordmeisters regelmässig.
Joel Kiassumba, FC Luzern – Der Goalie hütet bei der U18 des FC Luzern den Kasten. In der U17 kommt er aber nicht an Stammgoalie Benjamin Siegrist vorbei. Immerhin durfte er in den WM-Vorbereitungsspielen gegen Malta und Polen je eine Halbzeit ran. (Keystone)
Charyl Chappuis, GC – Chappuis ist im U17-Team der Dauerrenner: Er spielte in allen Spielen durch. Früher lief Chappuis als Stürmer auf, mit Veseli bildete er aber ein starkes Innenverteidiger-Duo.
Robin Vecchi, FC Basel – Der Verteidiger ist im Team von Dany Ryser eigentlich eine feste Grösse. Wegen Verletzungen verlor er aber seinen Stammplatz. Kam im Verlauf der WM-Endrunde aber immerhin zu vier Kurzeinsätzen. Vecchi kann auch im Mittelfeld eingesetzt werden. (Keystone)
Janick Kamber, FC Basel – Der Aussenverteidiger ist polyvalent einsetzbar, bei Basel spielt er meist im Mittelfeld. Kamber, der aus Solothurn stammt, ist der Liebling der Fans. Die «Janick Kamber-Fan-Gruppe» auf Facebook zählt bereits 600 Mitglieder (Stand 14.11.2009). Nach der EM-Endrunde diesen Juni sollen die Tottenham Hotspurs nicht weniger als vier Millionen Euro für Kambers Dienste geboten haben.
Bruno Martignoni, Bellinzona/Locarno – Eine weitere Entdeckung im Schweizer Team und Torschütze im Halbfinal. Bruno Martignoni macht über die rechte Aussenbahn viel Dampf. Der Verteidiger gehört zwar der AC Bellinzona, in dieser Saison spielt er aber bei Kantonsrivale Locarno in der Challenge League.
Sead Hajrovic, Arsenal – Der Arsenal-Verteidiger ist das Küken der U18. Er wurde im Juni erst 16! Der 1,81m grosse Innenverteidiger mit Wurzeln in Bosnien-Herzegowina steht seit diesem Sommer bei Arsenal unter Vertrag. Hajrovic ersetzte im Halbfinal den rot-gesperrten Captain Frédéric Veseli und zeigte eine tadellose Leistung. Bruder Izet spielt bei den Grasshoppers in der U21.
Ricardo Rodriguez, FC Zürich – Der Verteidiger hat an dieser WM schon drei Tore erzielt. Er steht wie kein Zweiter für die Multi-Kulti-Truppe: Seine Mutter ist Chilenin, der Vater Spanier. Rodriguez wurde erst kurz vor der WM eingebürgert. Giftiger Verteidiger und technisch stark.
Frédéric Veseli, Manchester City – Veseli lässt sich bei Ex-Gelson-Club Manchester City ausbilden. Erinnert stark an Nati-Crack Philippe Senderos, der 2002 die U17 als Captain zum EM-Titel führte. Im Viertelfinal-Spiel gegen Italien verursachte Veseli einen Penalty und flog vom Platz.
André Gonçalves, FC Zürich – Der Aussenverteidiger wechselte 2006 vom FC Glarus zum Traditionsverein, wie einst Fritz Künzli. Im Halbfinal durfte er im rechten Mittelfeld von Anfang an spielen. Im Endspiel kam er nach dem Führungstreffer rein. (Keystone)
Pajtim Kasami, Lazio Rom – Der gebürtige Mazedonier ist der Chef im Mittelfeld. Diesen Sommer wechselte er von den Grasshoppers zu Lazio Rom. Seine Ziele sind klar: «Ich will werden wie Zinédine Zidane. Er ist mein grosses Vorbild.»
Roman Buess, FC Basel – Der offensive Mittelfeldspieler ist in der U17 nur Ergänzungsspieler. Wenn Buess spielt, dann meistens auf den Aussenpositionen im Mittelfeld. Der Baselbieter hat aber auch schon in der Sturmspitze gespielt.
Oliver Buff, FC Zürich – Wichtiger und offensiv starker Spieler im zentralen Mittelfeld. In neun Nati-Einsätzen hat der FCZ-Spieler bereits vier Tore erzielen können. Coach Daniel Ryser wechselte Buff im Halbfinal schonungshalber nach etwas mehr als einer Stunde aus, damit er im Final durchspielen konnte.
Maik Nakic, FC Sion – Der Allrounder im Schweizer Team. Spielte schon links, rechts und zentral im Mittelfeld. Der 1.73m kleine Sion-Spieler hat kroatische Wurzeln. An der WM-Endrunde kam er aber noch nicht zum Einsatz.
Kofi Nimeley, FC Basel – Der Sechser hat seinen Stammplatz nach der EM-Endrunde verloren. Coach Ryser lobt den Spieler mit Wurzeln in Ghana dennoch: «Er ist wichtig für das Teamgefüge.» FCB-Fans sehen im Kraftpaket (1,76m, 80kg) bereits den legitimen Nachfolger von Papa Malick Ba.
Haris Seferovic, GC – Seferovic wurde schon als 15-Jähriger von GC-Sportchef Erich Vogel von Luzern abgeworben, was bei Walter Stierli, Präsident FC Luzern, für Unmut sorgte. GC-Trainer Ciri Sforza liess bereits verlauten: «Nach der WM werde ich Haris ganz genau beobachten.» Mit fünf Toren ist Seferovic der treffsicherste Schweizer. Unter anderem erzielte er den Goldenen Treffer im Final.
Granit Xhaka, FC Basel – Der wieselflinke Spielmacher ist beim FC Basel unter Vertrag. Auch sein älterer Bruder Taulant hat schon einen Profi-Vertrag in der Tasche. Er spielt bei der U21 der «Bebbi». Und sein Vater verspricht: «Granit wird bei Basel bleiben. Schon als Kind ging er im FCB-Trikot zu Bett.» Xhaka glänzte während der WM mit seinen starken Flanken und Torvorlagen.
Nassim Ben Khalifa, GC – Die Entdeckung des Turniers. Der Angreifer kam auf Empfehlung von Ex-Nati-Star Stéphane Chapuisat aus Lausanne zu den Hoppers. In dieser Spielzeit hat Ben Khalifa bereits neun Einsätze in der Super League vorzuweisen und auch schon zwei Tore erzielt. An der WM hat er viermal getroffen und wurde zum zweitbesten Spieler des Turniers gewählt.
Igor Mijatovic, AC Bellinzona – Der bullige Stürmer (1,81m, 80kg) wechselte 2008 von Bellinzona nach Lugano und in diesem Sommer wieder zurück. Ist in der U17 ein Ergänzungsspieler, wurde zweimal eingewechselt. (Keystone)
Matteo Tosetti, AC Bellinzona/Locarno – Teamkollege von Bruno Martignoni beim FC Locarno. Auch Tosetti gehört dem Super-League-Verein. In der Challenge League reichte es dem wuseligen Stürmer in dieser Spielzeit bisher zu einem Kurzeinsatz von 29 Minuten. Auch an der WM-Endrunde kam er lediglich zu einem Einsatz (im Halbfinal gegen Kolumbien). (Keystone)
Die Schweiz ist Weltmeister! (EQ Images)
Mit folgender Formation beginnen die Schweizer den Final:Ricardo Rodriguez, Bruno Martignoni, Pajtim Kasami, Nassim Ben Khalifa, Haris Seferovic, Benjamin Siegrist; vorne von links: Janick Kamber, Oliver Buff, Charyl Chappuis, Granit Xhaka, Frederic Veseli. (EQ Images)
In der ersten Halbzeit kommen die Schweizer (wie Pajtim Kasami) noch jeweils einen Schritt zu spät. (EQ Images)
Nach dem Pausentee kommen die Schweizer aber besser ins Spiel. (EQ Images)
Immer einen Schritt schneller: Ricardo Rodriguez im Duell mit Edafe Egbedi. (Keystone)
Schiri Vasquez pfeift ab. Die Schweizer fallen sich in die Arme. (Keystone)
Die Schweizer Bank stürmt aufs Feld. (Keystone)
Kasami jubelt in den Nachthimmel von Abuja. (Keystone)
Unsere Giganten kosten den Moment voll aus. Sie werden ihn nie vergessen. (Keystone)
Einmalig: Fifa-Präsident Sepp Blatter überreicht Veseli den WM-Pokal. (Keystone)
(Keystone)
Der Jubel ist grenzenlos. (Keystone)
(Keystone)
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Die U17-Giganten sichern dem SFV den ersten WM-Titel der Verbandsgeschichte. (EQ Images)
Eine gewichtige Trophäe: Der U17-WM-Pokal in der Hand der Schweizer Giganten. (AP)
(Keystone)
(Keystone)
(AP)
Haris Seferovic, Fréderic Veseli und Pajtim Kasami küssen die Trophäe. (Keystone)
Captain Veseli mit dem Pokal. (Keystone)
Ben Khalifa (r.) mit der Trophäe für den zweitbesten Spieler des Turniers will sich den WM-Pokal schnappen. (Keystone)
Benjamin Siegrist ist der beste Goalie der WM. Auch im Final glänzte er als starker Rückhalt und erhielt die Goldene-Handschuh-Auszeichnung. (Keystone)
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