Exklusiv: U17-Serie Haris Seferovic, der rosa Bomber!
Jetzt schreiben die Giganten! Den Anfang macht der Schütze des goldenen Tors.
Von Haris Seferovic | Aktualisiert um 17:57 | 17.11.2009
«Es war ein grossartiges Gefühl, als der Ball von meinem Kopf ins Tor flog. Und das in einem WM-Final. Denn eigentlich bin ich ja gar kein Kopfballspieler. Da muss ich mich noch entwickeln.
Aber: Ich bin seit Sonntag U17-Weltmeister. Irgendwie ist es noch überhaupt nicht fassbar. Ich muss es erst realisieren. Ich, Haris, der ich mit meiner Familie in Sursee im Kanton Luzern aufgewachsen bin.
Oft habe ich während den letzten Wochen mit meinen Eltern und meinen Geschwistern telefoniert. Sie sind mir sehr wichtig. Meine 22-jährige Schwester Azra arbeitet im Detailhandel, der kleine Bruder Adis (11) geht noch in die Schule. Er liebt Fussball, spielt beim FC Sursee und möchte auch Fussballprofi werden.
In meinem Zimmer schläft unter der Woche mein kleiner Bruder. Es ist jenes Zimmer, das meine Mama im BLICK gezeigt hat. Die rosa Bettwäsche mit den Rosen drauf hat sie ausgewählt. Ich kümmere mich nicht um die Bettwäsche, bin ja nur am Wochenende zu Hause.
Das Plüschherz ist ein Geschenk meiner Freundin Minela. Ihre Eltern stammen aus Montenegro. Sie ist aber wie ich in der Schweiz aufgewachsen, im Kanton Aargau. Wir sind beide Muslime. Ich bin nicht strenggläubig, habe auch schon Schweinefleisch probiert. Trotzdem: Der Glaube gibt mir Halt, auch wenn er nicht mein Leben bestimmt.
Aber: Ich bin seit Sonntag U17-Weltmeister. Irgendwie ist es noch überhaupt nicht fassbar. Ich muss es erst realisieren. Ich, Haris, der ich mit meiner Familie in Sursee im Kanton Luzern aufgewachsen bin.
Oft habe ich während den letzten Wochen mit meinen Eltern und meinen Geschwistern telefoniert. Sie sind mir sehr wichtig. Meine 22-jährige Schwester Azra arbeitet im Detailhandel, der kleine Bruder Adis (11) geht noch in die Schule. Er liebt Fussball, spielt beim FC Sursee und möchte auch Fussballprofi werden.
Da ich bei GC auf dem Campus lebe, bin ich sehr selten zu Hause.
In meinem Zimmer schläft unter der Woche mein kleiner Bruder. Es ist jenes Zimmer, das meine Mama im BLICK gezeigt hat. Die rosa Bettwäsche mit den Rosen drauf hat sie ausgewählt. Ich kümmere mich nicht um die Bettwäsche, bin ja nur am Wochenende zu Hause.
Das Plüschherz ist ein Geschenk meiner Freundin Minela. Ihre Eltern stammen aus Montenegro. Sie ist aber wie ich in der Schweiz aufgewachsen, im Kanton Aargau. Wir sind beide Muslime. Ich bin nicht strenggläubig, habe auch schon Schweinefleisch probiert. Trotzdem: Der Glaube gibt mir Halt, auch wenn er nicht mein Leben bestimmt.
Minela habe ich an einem Fest kennengelernt, wo ich mit meiner Familie hinging. Eigentlich hatte ich gar keine Lust, da hin zu gehen. Seit zwei Jahren sind wir jetzt zusammen. Während der letzten fünf Wochen habe ich sie schon sehr vermisst. Aber schliesslich war ich in Nigeria, um Fussball zu spielen. Dafür hat sie Verständnis.
Gestern nach dem Spiel habe ich kurz mit ihr telefoniert und ihr erzählt, was passiert ist. Sie hat das Spiel zu Hause mit ihren Eltern geschaut.
Mit vier Jahren habe ich angefangen, mit dem Ball zu spielen. Zwei Jahre später ging ich zum FC Sursee. Dann bin ich via Luzern bei den Grasshoppers gelandet, wo ich jetzt seit zwei Jahren bin. Schon als kleiner Knirps wollte ich Fussballprofi werden. Aber erst bei GC ist mir wirklich klar geworden, dass es klappen könnte.
Auf dem Campus bin ich oft mit meinem Nati-Kumpel Nassim zusammen. Wir schauen gemeinsam Fussball oder Filme.
Wir sind gute Kollegen, verstehen uns sehr gut, auf dem Platz sogar blind – wie zwei Brüder.
Ich bin nicht wirklich ein guter Schüler. Wenn ich etwas nachholen müsste, fehlt mir meist die Disziplin dazu. In Zürich mache ich jetzt die Benedikt-Schule. Dorthin kann ich gehen, wann ich will. Das gefällt mir. Ich kann zu Hause am PC lernen, bin unabhängig. Das erleichtert es mir, meinen Traum vom Profi-Fussball zu verwirklichen.»
Gestern nach dem Spiel habe ich kurz mit ihr telefoniert und ihr erzählt, was passiert ist. Sie hat das Spiel zu Hause mit ihren Eltern geschaut.
Schon als kleiner Knirps wollte ich Profi werden
Mit vier Jahren habe ich angefangen, mit dem Ball zu spielen. Zwei Jahre später ging ich zum FC Sursee. Dann bin ich via Luzern bei den Grasshoppers gelandet, wo ich jetzt seit zwei Jahren bin. Schon als kleiner Knirps wollte ich Fussballprofi werden. Aber erst bei GC ist mir wirklich klar geworden, dass es klappen könnte.
Auf dem Campus bin ich oft mit meinem Nati-Kumpel Nassim zusammen. Wir schauen gemeinsam Fussball oder Filme.
Wir sind gute Kollegen, verstehen uns sehr gut, auf dem Platz sogar blind – wie zwei Brüder.
Wir sprechen Deutsch miteinander, mit Französisch hätte ich Schwierigkeiten.
Ich bin nicht wirklich ein guter Schüler. Wenn ich etwas nachholen müsste, fehlt mir meist die Disziplin dazu. In Zürich mache ich jetzt die Benedikt-Schule. Dorthin kann ich gehen, wann ich will. Das gefällt mir. Ich kann zu Hause am PC lernen, bin unabhängig. Das erleichtert es mir, meinen Traum vom Profi-Fussball zu verwirklichen.»
Am Mittwoch im BLICK
Lesen Sie am Mittwoch im BLICK den nächsten Teil der Serie: Es schreibt Torhüter Benjamin Siegrist!
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