Geschafft! Wir fahren an die WM nach Südafrika

  • Publiziert: 14.10.2009, Aktualisiert: 03.01.2012

BASEL - Die Schweizer Nati qualifiziert sich dank dem 0:0 gegen Israel für die WM in Südafrika!

Grosse Aufregung herrscht bereits rund zwei Stunden vor Spielbeginn. Aus dem Umfeld der Nati sickert durch, dass National-Trainer Ottmar Hitzfeld auf Stamm-Goalie Diego Benaglio verzichten muss. Zudem nehmen Captain Alex Frei und Benjamin Huggel nur auf der Ersatzbank Platz – nach der Magen-Darm-Infektion will Hitzfeld im so wichtigen Spiel nur topfitte Spieler aufstellen.

Nervöser Beginn der Nati

Im ausverkauften St. Jakob-Park in Basel herrscht trotz der kalten Bise und den schlechten Neuigkeiten eine gute Stimmung. Die Nati startet nervös, die Israeli schenken den Schweizern keinen Zentimeter, steigen zum Teil grob in die Zweikämpfe.

Nach 11 Minuten steht den Zuschauern im Stadion und an den TV-Apparaten das Herz still: Israel-Star Yossi Benayoun (Liverpool) läuft durch die Schweizer Abwehr, als wäre es ein Kinderspiel, der Ball gelangt zu Biram Kayal, der nur knapp am linken Pfosten des Schweizer Tors vorbeischiesst. Marco Wölfli wäre geschlagen gewesen.

Senderos renkt sich den Finger aus

Kurze Zeit später hält sich Philippe Senderos den Finger (der Team-Arzt renkt den Finger zum Glück wieder ein), doch die Schweiz bleibt vor einem weiteren Ausfall bewahrt. Im Spiel nach vorne geht wenig, Gökhan Inler reiht Fehlpass an Fehlpass – vermisst er Huggel an seiner Seite?

In der 27. Minute scheitert derselbe Inler mit einem Schussversuch aus guter Position – es ist die bislang beste Chance der Schweizer. Tranquillo Barnetta versucht es immer wieder über links und holt den zweiten Eckball heraus. In der 31. Minute köpfelt Senderos den Ball knapp am Tor vorbei, der Jubelschrei bleibt den Nati-Fans im Hals stecken. Zwei Minuten später kann Avihai Yadin Eren Derdiyok nur mit einem Foul stoppen und sieht die Gelbe Karte. Barnettas Freistoss streift hauchdünn am Pfosten vorbei – dieser Prachtsschuss hätte die Nerven der Nati beruhigt.

Marco Padalinos Vorstoss in der 38. Minute sieht vielversprechend aus, seine Flanke missrät aber und landet bei Israel-Goalie Dudu Aouate.

In der 43. Minute feuert Roberto Colautti noch einen Warnschuss aufs Schweizer Tor ab – dann bittet der rumänische Schiedsrichter Dan Tudor, der Inler noch für ein unnötiges Foul verwarnt, zur Pause.

Schweizer vergeben einige Torchancen

In der 51. Minute fällt Inler im Israel-Strafraum hin, die Fans fordern einen Penalty, Klemi Saban hat ihn aber wohl nicht genug stark berührt. Schiri Tudors Pfeife bleibt jedenfalls stumm.

In der 60. Minute eilt Ref Tudor den Schweizern dann aber zu Hilfe und stellt Avihai Yadin mit Gelb-Rot vom Platz. Drei Minuten später vergibt Eren Derdiyok aus etwa sieben Metern per Kopf das sicher geglaubte 1:0. Bernetta schlenzt in der 67. Minute nach toller Vorarbeit Nkufos am Tor vorbei – die Schweiz drückt.

Wölflis Rettungstat

Nach 70 Minuten kommt Alex Frei doch noch, er ersetzt Eren Derdiyok. Dann beinahe der Super-Gau: In der 72. Minute rettet Wölfli vor dem alleine heranstürmenden Barda.

Die Schweizer zittern sich bis zum Schlusspfiff – doch wen interessiert das morgen noch? Wir sind an der WM dabei!!! (Von Dominik Steinmann)

St.-Jakob-Park, Basel. -- 38 500 Zuschauer (ausverkauft).
SR Tudor (Rum).
Schweiz: Wölfli; Lichtsteiner, Senderos, Grichting, Spycher; Padalino, Fernandes, Inler, Barnetta; Nkufo, Derdiyok (70. Frei).
Israel: Aouate; Saban, Ben Haim, Strul, Ziv; Yadin; Barda (85. Vermouth), Kayal, Cohen, Benayoun; Collauti (69. Schechter).
Bemerkungen: Schweiz ohne Benaglio (krank). Israel ohne Ben Sahar und Dayan (beide gesperrt). Nicht eingesetzt: Leoni; von Bergen, Ziegler; Huggel, Vonlanthen, Yakin. Auf der Tribüne: Pirmin Schwegler. Gelb-Rot: 59. Yadin (Foul).
Verwarnungen: 25. Padalino (Foul), 34. Yadin (Foul), 45. Inler (Foul), 47. Kayal (Unsportlichkeit), 62. Ziv (Foul), 66. Collauti (Unsportlichkeit), 66. Fernandes (Unsportlichkeit, im nächsten Spiel gesperrt), 71. Lichtsteiner (Foul). Schweiz zum 9. Mal für eine WM-Endrunde qualifiziert.

Griechenland schlägt Luxemburg 2:1

Die Griechen erfüllen die Pflichtaufgabe gegen Luxemburg und qualifizieren sich für die Barrage. Ein Doppelschlag von Gekas und Torosidis (30./33.) entscheidet die Partie. Das Eigentor durch Papadopoulos in der 90. Minute ist bedeutungslos.