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Wie hatte Ottmar Hitzfeld doch gewarnt: Weitere Pfiffe gegen Basels Stürmer Marco Streller – und die Ostschweiz kann sich Länderspiele in naher Zukunft abschminken. Genützt hat der Aufruf leider nur wenig. Schon als die Spieler in der AFG Arena vorgestellt werden, gibts für Streller aus der Fan-Kurve, wo sonst die eingefleischten St. Galler Fans sitzen, erste Pfiffe. Wie schon am 30. Mai 2008, als Streller nach Spielende in St. Gallen genervt den Nati-Rücktritt gab.
Bei jedem der wenigen Ballkontakte von Streller wird gepfiffen. Einige Unbelehrbare vermiesen nicht nur Streller den Abend. Nach 20 Minuten hat die Mehrheit die Nase voll. Hinter dem einen Tor ertönen erste «Marco Streller»-Sprechchöre. Bald werden die Pfiffe auch hinter dem Goal der Urus mit Streller-Gesängen übertönt. Fan-Krieg auf den Rängen.
Bekommt die Anti-Streller-Fraktion überhaupt mit, dass der lange Bebbi in der 28. Minute clever einen Elfmeter rausholt? Inler, dem Hitzfeld in Abwesenheit von Captain Frei und Ersatz-Captain Magnin erstmals die Binde anvertraut, übernimmt die Verantwortung. Der beste und aggressivste Schweizer verwandelt eiskalt. 1:0.
Das Drehbuch hätte es noch besser gemeint mit Streller. Aus offsideverdächtiger Position startet der Lange Richtung Uru-Tor. Doch er vergibt. Wenig später. Debütant Jonathan Rossini leistet sich einen schweren Patzer, Pereira passt zu Forlan. Der blonde Superstar der Uruguayer gleicht aus.
Lichtsteiner fordert kurz vor der Pause einen Elfer. Foul ists, aber knapp ausserhalb. Pfiffe für Streller gibts keine mehr. Hitzfeld erlöst ihn in der Pause. Bunjaku kommt, Spycher ebenfalls, Von Bergen, der Luzerner Chiumiento kommt zu seinem Debüt, Barnetta feiert sein 50. Länderspiel.
Stimmt die Zuordnung in der Abwehr wegen der Wechsel-Orgie noch nicht? Nach einem Corner kommt Suarez allein zum Schuss. Keine Chance für Wölfli: 1:2.
Die Reaktion der Schweizer? Kommt nicht. Barnetta und Inler versuchens mit Weitschüssen. Bunjaku kommt nach Barnetta-Vorlage zu spät.
Wenigstens sind sich die 12 500 Fans wieder einig: «Steht auf, wenn ihr Schweizer seid!» Doch von Einigkeit keine Spur später bei einem Schweizer Wechsel. «Gelson für Inler», tönt es. Der Captain gibt die Binde an Spycher ab, läuft raus. Fehlgeleitet. Behrami sollte raus. Inler kehrt um. Spycher gibt ihm die Binde zurück. Peinliches Wechsel-Theater, das zum tristen Abend passt. Es kommt noch schlimmer: Trotz Wölflis Super-Parade trifft Cavani im zweiten Versuch: 1:3. Hitzfeld bleiben bis zur WM nur noch 180 Spiel-Minuten.