GC-Star Dos Santos wird Schweizer Ein Brasilianer für Hitzfeld

  • Publiziert: 14.01.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Max Kern aus Gran Canaria
play Kuhbub Dos Santos macht schon schwer auf angepasst.
(RDB/Max Kern)

Seit 10 Jahren spielt Antonio dos Santos in der Schweiz. Jetzt beantragt der südamerikanische Linksfuss den roten Pass. Nati-Coach Hitzfeld freuts.

Das Sennenkäppi mit den goldenen Kühen drauf ist zwar eine Nummer zu klein. Doch Dos Santos (29) strahlt unter der kanarischen Sonne. Der Linksfuss: «Meine Mama behauptet, dass ich nie mehr nach Brasilien zurückkehren werde. Und meine Mitspieler sagen, ich sei kein richtiger Brasilianer mehr. Denn ich komme nie zu spät aus den Ferien und liefere sportlich zudem die besten Tests ab.»

1999 wars, als GC im Camp in der Nähe von Porto Alegre (Br) den damals 19-Jährigen mitkicken liess. «Meine Mitspieler hiessen Kubi, Vogel, Zuberbühler und Gren.» Schlaks Dos Santos überzeugte, im Februar 1999 flog er in die Schweiz.

Schweizer Odyssee

Doch in der U21 von GC konnte er sich nicht durchsetzen. Es folgte eine Odyssee durch die Schweiz. Winterthur, Frauenfeld, Schaffhausen, Baden, Thun. In Thun lernte er 2003 seinen heutigen Trainer Hanspeter Latour kennen, der ihn 2005 zu GC zurückholte.

Mehr als ein Drittel seines Lebens verbringt Dos Santos nun bereits in der Schweiz. «Viele Brasilianer sagen, es sei kalt in der Schweiz. Das stimmt nicht. Die Schweiz ist ein schönes Land.» Im Dezember sagte ihm sein Anwalt Adrian Bachmann, dass er in diesem Jahr Schweizer werden könne. Ob der Pass bis zur WM 2010 in Südafrika dann auch da wäre?

Top Kondition

GC freuts. Denn bisher belastete Freistoss- Kunstschütze Dos Santos das Kontingent der Nicht-EU-Ausländer. Und für Nati-Coach Ottmar Hitzfeld wäre Toni mehr als nur eine Alternative. Hitzfeld: «Dos Santos ist ein sehr interessanter Spieler – wenn er fit und im Vollbesitz seiner Kräfte ist.» Am Fitnesszustand solls nicht liegen. GC-Sportchef Erich Vogel: «Toni hat bei uns von allen immer die besten Konditionswerte.»

Und von seinem schrecklichen Auto-Unfall hat sich Dos Santos zumindest physisch erholt. In der Nacht auf den 20. März 2008 war der Sportler mit seinem BMW X5 mit 80 km/h frontal in eine Hausmauer gerast. Die Folgen: Hüftgelenk ausgerenkt, Fuss zerquetscht.

«Ich habe keine Schmerzen mehr, habe alles verarbeitet», sagt Dos Santos. «Ich muss mich immer wieder bei Gott und sämtlichen Verantwortlichen von GC bedanken, dass ich wieder Fussball spielen kann.»