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Es ist der 23. Juni 2006. Philippe Senderos, damals 21-jährig, köpfelt an der WM 2006 in Deutschland zum 1:0 gegen Südkorea ein. Blutende Stirn, Finger in der Höhe. Ein Symbol für die kämpfende Schweiz. Der Verteidiger, bereits U17-Europameister, gilt als neuer Star. Mit Potenzial für eine Weltkarriere.
Montag, 7. September. Senderos (24) wartet am Flughafen Zürich auf den Abflug nach Riga. Den Stammplatz in der Innenverteidigung hat er an Steve von Bergen verloren. Sein Klub Arsenal hat ihn im Winter an die AC Milan verliehen – mit Kaufoption. Man wollte ihn nicht mehr. Bei Milan kommt er auf 14 Einsätze, gekauft wird er nicht. Er muss zurück nach London, zu Arsenal. Ein Wechsel zu Everton oder Hull platzt. Angeblich will Arsenal über sieben Millionen Franken Ablöse.
Der wirkliche Grund? BLICK fragte Arsenal-Trainer Arsène Wenger und Philippe Senderos.
Ist Wengers Lob ernst gemeint?
Wenger sagt: «Es gibt keinen vernünftigen Grund dafür, dass Senderos keinen Klub gefunden hat.» Und fügt an: «Ich bin glücklich, dass er bleibt.»
Meint Wenger das ernst? Nach der Verletzung von Johan Djourou hat Wenger noch drei Innenverteidiger: Vermaelen, Gallas und Silvestre. Da Arsenal auf vier Hochzeiten (Meisterschaft, FA Cup, Carling Cup, Champions League) tanzt, wird er Senderos brauchen.
Trotzdem: Senderos’ Name hat gelitten. Bei der Nati läuft er griesgrämig durch die Gegend. Wimmelt die Journalisten mehrfach ab. BLICK wagt gestern den nächsten Versuch.
Alles in Ordnung, Philippe? «Es geht mir gut», sagt er. Geht weiter. Und Ihre Situation bei Arsenal? «Alles gut.» Warum haben Sie nicht zu Everton oder Hull gewechselt? «Ich wollte bleiben.» Aber Wenger wollte Sie doch loswerden? «Ich komme schon zum Spielen.»
Mehr will er nicht sagen. Er verschwindet durch die Passkontrolle. Auf zum Spiel nach Riga, wo er wieder auf der Bank sitzen wird.