Nassim Ben Khalifa betritt als erster Weltmeister die Bar im Hilton Hotel in
Abuja. Die Giganten, die Nigeria gerade 1:0 besiegt haben, folgen ihm mit dem Pokal in den Händen. Schweizer Unternehmer und
Presse, Angestellte der Schweizer Botschaft in Abuja und die
Familie Kamber applaudieren den Jungs. Es ist kurz vor 23 Uhr.«Stand up for the Champions» von Right Said Fred dröhnt aus den
Boxen. Die Jungs hüpfen, singen, schreien. Der Schütze des goldenen Tores, Haris Seferovic, und Mittelfeld-Aufräumer Pajtim Kasimi küssen den Pokal, posieren für ein Foto.Sie feiern auch wie ChampionsWährend die nigerianische Band «We are the Champions» für die Schweizer Weltmeister spielt, macht die Trophäe die Runde. Jeder darf sie küssen, umarmen. Super-Verteidiger Ricardo Rodriguez schwingt eine Kuhglocke. Ein Champagner-Glas zerschellt am Boden. Die U17-Giganten sind nicht nur Fussball-Weltmeister, sondern sie feiern auch wie Champions.Plötzlich schreit jemand: «Sepp Blatter kommt. Ruhe, Ruhe!» Der Fifa-Präsident steht vor einer grossen, mit einer Schweizer-Flagge verzierten Torte. Zwischen unseren Giganten ist der kleine Walliser kaum zu erkennen. Blatter geniesst diesen Augenblick, lacht, strahlt, schüttelt Hände. «In meinen 35 Jahren bei der
Fifa habe ich noch nie einen Weltmeister-Pokal einer Schweizer Mannschaft überreichen dürfen. Ihr habt Grossartiges vollbracht.»Gigi Oeri ist eigens aus
Basel angereist und auch Verbandsboss Peter Gilliéron ist gekommen, um den Jungs zu gratulieren. Powerflügel Janick Kamber übernimmt das Mikrofon von Gilliéron, imitiert Franz Beckenbauer. «Jungs, ihr seid wirklich fantastisch», sagt er in breitem bayrischem Dialekt. Seine Kumpels krümmen sich vor Lachen.Die AC Milan könnte Interesse habenDie andere Seite des Erfolgs zeigt sich vor der Bar. Auf der Jagd nach jungen Talenten schleichen einige Scouts herum. Ben Itorho, ein nigerianischer Scout, der gleich für mehrere italienische Klubs auf der Jagd nach Talenten ist, unterhält sich lange mit Lazio-Spieler Pajtim Kasami. Aber eigentlich ist er an Haris Seferovic interessiert. «Ich glaube, die AC Milan könnte Interesse an ihm haben», sagt er auf Anfrage.Morgens um 4.00 Uhr ist auch für die letzten Partykönige Schluss. «Wir wollten sie nicht einfach alleine lassen. Weil wir müde waren, haben wir die Übriggebliebenen eingesammelt und aufs Zimmer gebracht», sagt Koch Justus Lucas, der bis in die frühen Morgenstunden mit den Giganten gefeiert hat. Irgendwann müssen auch Helden schlafen.
Auf zum Empfang!
Unsere Weltmeister landen heute, aus Frankfurt kommend, in Kloten.
Aber Achtung, Fans! Die U17-Giganten verlassen den Flughafen nicht über die normalen Ausgänge. Sie werden direkt zum Radisson Hotel im Flughafen geleitet. In der Nähe, auf dem Platz neben dem Parkhaus P40, findet der Empfang statt. Der Verband hat für die Fans den Weg beschildert (U17 Nati-Empfang). Ab 8.40 Uhr können Sie Ihre Helden dort treffen. Also, liebe Fans, auf Richtung Flughafen!