Achtung, Nati! Die Knochenbrecher aus Uruguay kommen

  • Publiziert: 02.03.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Dominik Steinmann

ST.GALLEN - Nach den Ausfällen von Alex Frei und Blaise Nkufo geht es für Derdiyok, Streller und Bunjaku vor allem darum, sich im Testspiel gegen die für ihr hartes Einsteigen berüchtigten Urus nicht zu verletzen.

Die Bilanz der Knochenbrecher-Abteilung der Charrúas (Himmelsblauen), wie Uruguays Nati genannt wird, lässt sich sehen: Die sieben Verteidiger holten sich in zusammengerechnet 53 WM-Quali- und Playoffspielen 17 Gelbe Karten, 3 Platzverweise und eine Gelb-Rote ab. Das Team als Ganzes sammelte in 18 Partien 48 Gelbe, 1 Gelb-Rote und 4 Rote Karten.

Hitzfeld warnt vor harten Urus

Auch Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld weiss um die Härte des Gegners: „Wir müssen uns auf einen aggressiven Gegner einstellen, der bis an die Grenze des Erlaubten gehen wird. Das wird kein normales Freundschaftsspiel, es wird mit Haken und Ösen und harten Bandagen gefightet werden.“

Doch ausgerechnet in der Defensive plagen Trainer Oscar Washington Tabárez Sorgen. Captain Diego Lugano (Fenerbahce) ist angeschlagen, Martin Cáceres (Juventus) fällt wohl verletzt aus. Zudem konnten Mauricio Victorino und Klubkollege Alvaro Fernandez (beide von Universidad de Chile) die Reise nach Zürich wegen dem verheerenden Erdbeben in Chile nicht antreten.

Für sie wurde der 19-jährige Sebastian Coates nachnominiert. Der 1,96m-Hüne könnte zu seinem Nati-Debüt kommen. Beruhigend: In seiner jungen Karriere hat Coates noch keine einzige Rote Karte kassiert.

Forlán und Suárez sind zwei Top-Stürmer


Hoffnung macht zudem diese Aussage von Coach Tabárez: „Wir fahren an die WM, um zu geniessen, wir wollen kein Drama mehr. Vielleicht sollten wir in Zukunft nur mit drei Verteidigern spielen.“ Damit spielt Tabárez, der morgen 63 Jahre alt wird, auf die mühsame WM-Qualifikation an (Uruguay sicherte sich das Ticket nach Südafrika erst in der Barrage gegen Costa Rica).

Schliesslich hat die „Celeste“ aber auch nach vorne viel zu bieten. Tabárez hat die Qual der Wahl zwischen Diego Forlán und Luis Suárez. Forlán (Atlético Madrid) wurde in der letzten Saison in Spanien Torschützenkönig, Suárez (Ajax Amsterdam) hat in bisher 25 Spielen in Holland 26 Tore erzielt und jagt damit den Goldenen Ball. Diesen hat Forlán bereits: Er gewann die Auszeichnung als bester Torschütze Europas letztes Jahr.

Die veraussichtlichen Startformationen

Schweiz: Wölfli; Lichtsteiner, Rossini, Grichting, Spycher; Behrami, Pirmin Schwegler, Inler, Barnetta; Streller, Derdiyok. -- Ersatz: Leoni; Von Bergen, Ziegler; Chiumiento, Fernandes, Padalino, Shaqiri; Bunjaku. -- Verletzt: Benaglio, Frei, Huggel, Nkufo, Senderos.

Uruguay: Muslera (Lazio Rom); Maximiliano Pereira (Benfica Lissabon), Scotti (Colo Colo/Chile), Godin (Villarreal), Fucile (FC Porto); Diego Perez (Monaco), Gargano (Napoli), Alvaro Pereira (FC Porto), Ignacio Gonzalez (Levadiakos/Grie); Luis Suarez (Ajax Amsterdam), Forlan (Atletico Madrid). -- Abwesend: Lugano (Fenerbahce Istanbul), Caceres (Juventus Turin), Victorino und Alvaro Fernandez (beide Universidad de Chile).