Albert Bunjaku Der neue Stern am Nati-Himmel

  • Publiziert: 06.11.2009, Aktualisiert: 02.01.2012
  • Von Benny Epstein und Andreas Böni

Letztes Jahr noch in Deutschlands 3. Liga – jetzt träumt er von der WM. BLICK erfuhr: Heute kriegt er sein erstes Nati-Aufgebot.

Das Haus der Familie Bunjaku in Nürnberg ist festlich geschmückt, Albert Bunjaku (25) bringt eine Torte mit, gefeiert wird doppelt: Söhnchen Dion wird zweijährig, Papi Albert steht im Aufgebot der Schweizer Nati fürs Norwegen-Spiel. «Das ist der schönste Tag in meinem Leben», sagt Prinz Albert. Zwar gibt Ottmar Hitzfeld erst heute um elf Uhr sein Aufgebot bekannt, doch BLICK erfuhr: Bunjaku ist dabei.

Bunjaku in der Nati – ein Fussball-Märchen. Kaum ein Schweizer kennt Bunjaku, doch Nati-Trainer Hitzfeld erkennt die Topform des Nürnberg-Stürmers. «Wer für einen Verein aus dem unteren Tabellendrittel vier Tore schiesst, muss Qualitäten haben», sagt Hitzfeld gegenüber dem «Kicker». Qualitäten, die beinahe versandeten. Erst als 14-Jähriger tritt Bunjaku einem Fussballklub bei. «Bis dahin kickte ich nur mit Kollegen auf dem roten Platz bei uns.» Der in Fahrweid ZH aufgewachsene Bunjaku geht zum FC Schlieren. «Weil sie bei Dietikon keinen Platz für mich hatten.»

Nur drei Tore in 39 Spielen

Albert spielt Aussenverteidiger, verliert 0:9 gegen GC. Nach dem Match kommt der GC-Trainer zu ihm, fragt: «Willst du nicht zu uns kommen?» Der Entscheid fällt Albert leicht. Nach drei Jahren GC verliert er die Lust, setzt ein halbes Jahr aus. Dann holt ihn YF Juventus. Albert wird Stürmer, lanciert die Profikarriere beim FC Schaffhausen, steigt mit dem FCS in die Super League auf. In 39 Spielen in der höchsten Schweizer Liga schiesst er nur drei Tore.

Bunjaku wechselt in die deutsche Regionalliga, die dritthöchste Spielklasse, zum FC Paderborn. Doch er findet den Tritt nicht, das Karrierenende droht. Seine Frau Arijeta (27) rettet seine Karriere: In der Boutique, in der sie arbeitet, ist die Frau des Trainers von Rot-Weiss Erfurt (2. Bundesliga) Stammkundin. Arijeta zur Trainer-Frau: «Mein Mann spielt bei Paderborn, kommt aber nicht vom Fleck.» Die Trainer-Frau: «Mein Mann sucht einen Stürmer.»

Zwei Tore gegen die Bayern

Dann gehts ruckzuck. Albert wechselt zu Erfurt. Im Cup gegen Bayern München schiesst er als Joker zwei Tore, es schneit Offerten. Albert wechselt zu Nürnberg, steigt ein halbes Jahr später in die 1. Bundesliga auf. Beim Debüt in Frankfurt (1:1) erzielt er den Treffer. In den letzten drei Spielen trifft er dreimal. Hätten ihm die Schiris nicht zwei reguläre Tore aberkannt, stünde Bunjaku in der Torjäger-Liste an zweiter Stelle.

Jetzt bietet ihn Hitzfeld auf. Erstmal nur fürs Testspiel gegen Norwegen (14. November in Genf). Nutzt er die Chance, steht das Tor zur WM 2010 in Südafrika plötzlich ganz weit offen. Was für ein Märchen!

Am Samstag im BLICK: Das Nati-Aufgebot von Ottmar Hitzfeld.

Im SonntagsBlick: Die Homestory bei Albert Bunjaku. Und: Daniel Gygax über seinen Mitspieler.

play Bunjaku in Aktion gegen Hoffenheims Ibertsberger. (AP)