Exklusiv: U17-Serie Benjamin Siegrist, der Goldfinger

Die U17-Giganten schreiben exklusiv im BLICK! Heute der Beste Torhüter des Turniers: Benjamin Siegrist.

  • Aktualisiert am 13.01.2012
  • Von Benjamin Siegrist
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«Ich kann es immer noch nicht wirklich fassen, dass wir Weltmeister sind. Natürlich freue ich mich, dass ich eine gute Partie machte und den Goldenen Handschuh bekam. Ich erhielt schon viele Glückwünsche aus Aston Villa, von den Profis, meinen Kollegen.

Ich wechselte nach England, weil die Premier League gerade für einen Goalie sehr interessant ist. Die englische Härte war anfangs ungewohnt. Wenn ich in einem Spiel mit Aston Villa rauslaufe, um eine Flanke zu pflücken, dann springen zwei oder drei Leute voll in mich rein. Ohne Rücksicht auf Verluste. Sie versuchen mich umzureissen, mit allen Mitteln ein Tor zu machen. Das ist schon anders als in der Schweiz.

Jeden Tag kann ich mit der ersten Mannschaft trainieren, lief auch schon bei Cup- oder Liga-Spielen mit ins Stadion ein.

Mir hilft es sehr, dass ich mit Villa-Keeper Brad Friedel (38) trainieren kann. Er gibt mir Tipps, sagt mir, wie ich mich verbessern kann.

Es ist schön, endlich wieder zu Hause zu sein. Nach über vier Wochen in Nigeria habe ich mich auf ziemlich alles gefreut: das Schweizer Wetter, obwohl es kalt ist, auf Schweizer Verhältnisse, auf die Familie, auf die Freunde, das Zu-Hause-Sein. Endlich kann ich mich ein bisschen entspannen, runterfahren.

Meine Schwester Rebecca (23) und meine Mutter haben mich heute abgeholt. Rebecca führt die Bar im Atlantis in Basel. Natürlich war ich auch schon dort, obwohl ich eigentlich nicht rein gedurft hätte. Aber mit meiner Grösse und dank der Hilfe meiner Schwester war das kein Problem.

Wann es wieder nach England geht, weiss ich noch nicht. Ich muss das mal mit dem Trainer abklären. Aber ich gehe davon aus, dass sie mir ein paar Tage frei geben, damit ich mich erholen, die ganze Sache realisieren und mit der Familie geniessen kann. Wir waren mit der Vorbereitung fast fünf Wochen weg.

In England lebe ich in einer Gastfamilie mit zwei anderen Spielern. Bei Villa ist alles sehr familiär und heimelig. Die Menschen sind sehr freundlich – man kennt sich. Die Junioren, die von hier kommen, stellen uns Ausländer ihren Kumpels vor, wenn wir gemeinsam in der Stadt unterwegs sind.

Sobald ich wieder auf der Insel bin, bleibe ich via Internet in Kontakt mit meinen Freunden hier in der Schweiz: MSN-Chat, Facebook, E-Mails. Ich schreibe aber auch SMS und telefoniere mit ihnen. Eigentlich bin ich immer mit ihnen in Kontakt, auch wenn wir uns nicht viel sehen.

Wenn ich mal in der Schweiz bin, besuche ich meist ein paar meiner Schulfreunde. Die meisten meiner Kumpels sind aber von meinem alten Verein, dem FC Basel. Die sehe ich bei jedem Nati-Zusammenzug.»

Am Donnerstag im BLICK

Lesen Sie am Donnerstag im BLICK den nächsten Teil der Serie: Es schreibt Stürmer Nassim Ben Khalifa!
Benjamin Siegrist wird in Nigeria zum Besten Goalie des Turniers gewählt.- EQ

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