Exklusiv: U17-Serie Ben Khalifa
Filigrane Technik, wichtige Tore gegen Brasilien, Deutschland, Italien und Kolumbien. Heute schreibt der Mann mit den Rehaugen, Nassim Ben Khalifa, exklusiv im BLICK.
Aktualisiert um 18:55 | 19.11.2009
Die U17-Helden schreiben im BLICK
«Es ist so schön, endlich zu Hause zu sein. Ich bin nach unserer Ankunft in Zürich und der Rückreise nach Nyon erst einmal schlafen gegangen. Ich war so müde.
Um 20 Uhr hat mich meine Mutter geweckt, wir haben dann gemeinsam gegessen. Kurz darauf bin ich schon wieder ins Bett gegangen und habe nochmals zehn Stunden geschlafen. Am Mittwoch ging ich nach Genf, um Kleider zu kaufen. Es ist wirklich kalt in der Schweiz. Ich brauchte unbedingt wärmere Klamotten.
Nach mehr als einem Monat ohne meine Familie ist es unglaublich schön, wieder bei ihnen sein zu können. Ich habe zwar zweimal pro Woche mit meinen Eltern und meinen Brüdern telefoniert, das kann aber das Zusammensein nicht ersetzen. Mein kleiner Bruder Sami ist sechs Jahre alt, der grosse, Amin, 21. Er studiert Rechtswissenschaften in Lausanne, Sami geht in den Kindergarten.
Meine Eltern kommen ursprünglich aus Tunesien. Das ist meine zweite Heimat. Pro Jahr gehe ich sicher zwei Mal dorthin.Meine ganze Familie ist dort, Tanten, Onkel, Grosseltern. Sie bedeuten mir sehr viel.
Ich bin Muslim. Der Glaube ist für mich sehr wichtig, auch wenn ich nicht regelmässig bete. Ich gehe auch nicht in die Moschee, sondern bete für mich – zu Hause, oder wo es eben geht.
Meine Familie hier in der Schweiz lebt nicht streng religiös, aber meine Verwandten in Tunesien sind praktizierende Muslims. Mir hilft der Glaube, er gibt mir Kraft. Vor dem Final zum Beispiel habe ich im Hotel, in der Kabine und auf dem Platz gebetet. Es hat offensichtlich geholfen.
Um 20 Uhr hat mich meine Mutter geweckt, wir haben dann gemeinsam gegessen. Kurz darauf bin ich schon wieder ins Bett gegangen und habe nochmals zehn Stunden geschlafen. Am Mittwoch ging ich nach Genf, um Kleider zu kaufen. Es ist wirklich kalt in der Schweiz. Ich brauchte unbedingt wärmere Klamotten.
Nach mehr als einem Monat ohne meine Familie ist es unglaublich schön, wieder bei ihnen sein zu können. Ich habe zwar zweimal pro Woche mit meinen Eltern und meinen Brüdern telefoniert, das kann aber das Zusammensein nicht ersetzen. Mein kleiner Bruder Sami ist sechs Jahre alt, der grosse, Amin, 21. Er studiert Rechtswissenschaften in Lausanne, Sami geht in den Kindergarten.
Meine Eltern kommen ursprünglich aus Tunesien. Das ist meine zweite Heimat. Pro Jahr gehe ich sicher zwei Mal dorthin.Meine ganze Familie ist dort, Tanten, Onkel, Grosseltern. Sie bedeuten mir sehr viel.
Ich bin Muslim. Der Glaube ist für mich sehr wichtig, auch wenn ich nicht regelmässig bete. Ich gehe auch nicht in die Moschee, sondern bete für mich – zu Hause, oder wo es eben geht.
Meine Familie hier in der Schweiz lebt nicht streng religiös, aber meine Verwandten in Tunesien sind praktizierende Muslims. Mir hilft der Glaube, er gibt mir Kraft. Vor dem Final zum Beispiel habe ich im Hotel, in der Kabine und auf dem Platz gebetet. Es hat offensichtlich geholfen.
Das Finalspiel war nicht unser bestes Spiel. Aber wir haben als Team funktioniert, jeder ist für den anderen gelaufen, jeder hat gekämpft bis zum Umfallen. Den Sieg haben wir ganz bestimmt nicht gestohlen.
Den WM-Titel unter diesen Umständen gewinnen zu können, ist schon Wahnsinn. Ich bin in Nigeria echt an meine Grenzen gekommen. Wir mussten so oft umdisponieren, flexibel sein. Vieles hat nicht so geklappt, wie es geplant war. Das hat die Sache umso schwieriger gemacht.
Ich freue mich, dass Haris (Seferovic) jetzt auch in die erste Mannschaft kommt bei GC. Wir haben lange zusammengespielt und können hoffentlich bald in der Super League gemeinsam auf Torjagd gehen. Es ist für ihn sehr gut, wenn er jetzt mit der ersten Mannschaft spielen kann.
Mit dem Fussball habe ich im Alter von fünf, sechs Jahren begonnen – in Nyon, wo ich ursprünglich herkomme. Die ersten sieben Jahre habe ich in Nyon gespielt, dann habe ich zu Lausanne Sport gewechselt. Von dort hat mich Stéphane Chapuisat nach GC gebracht, wo ich seither auf dem Campus lebe.
Ich habe keine Freundin, ich hätte kaum Zeit für sie.
Wenigstens im Moment. Aber ich freue mich darauf, in den nächsten Tagen meine Freunde zu sehen, mit ihnen sprechen zu können, zu erfahren, wie sie unsere Spiele erlebt haben.»
Den WM-Titel unter diesen Umständen gewinnen zu können, ist schon Wahnsinn. Ich bin in Nigeria echt an meine Grenzen gekommen. Wir mussten so oft umdisponieren, flexibel sein. Vieles hat nicht so geklappt, wie es geplant war. Das hat die Sache umso schwieriger gemacht.
Ich freue mich, dass Haris (Seferovic) jetzt auch in die erste Mannschaft kommt bei GC. Wir haben lange zusammengespielt und können hoffentlich bald in der Super League gemeinsam auf Torjagd gehen. Es ist für ihn sehr gut, wenn er jetzt mit der ersten Mannschaft spielen kann.
Mit dem Fussball habe ich im Alter von fünf, sechs Jahren begonnen – in Nyon, wo ich ursprünglich herkomme. Die ersten sieben Jahre habe ich in Nyon gespielt, dann habe ich zu Lausanne Sport gewechselt. Von dort hat mich Stéphane Chapuisat nach GC gebracht, wo ich seither auf dem Campus lebe.
Ich habe keine Freundin, ich hätte kaum Zeit für sie.
Wenigstens im Moment. Aber ich freue mich darauf, in den nächsten Tagen meine Freunde zu sehen, mit ihnen sprechen zu können, zu erfahren, wie sie unsere Spiele erlebt haben.»
Am Freitag im BLICK
Lesen Sie am Freitag im BLICK den nächsten Teil der Serie: Es schreibt Granit Xhaka.
Nassim Ben Khalifa ist nicht nur Weltmeister, sondern auch zweitbester Spieler des Turniers. (Kathi Bettels)
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