Unsere Nati schickt Griechen-Coach in Rente. Alles Grichting gemacht

  • Aktualisiert am 19.01.2012
  • Von Raphael Fiore

BASEL - Was für ein Fight! Unsere Nati bodigt die Griechen nach einem bittersüssen Spiel mit 2:0. Die Einwechslung von Edeljoker Hakan Yakin bringt die Schweiz auf die Siegesstrasse.

Vor dem Knüller gegen Griechenland kommt der erste Schock. Nati-Coach Ottmar Hitzfeld muss im kapitalen Match gegen Griechenland auf Mittelfeldmotor Gökhan Inler verzichten. Ausgerechnet Inler, das Herz der Schweizer Mannschaft, muss wegen einer Muskelverhärtung im linken Oberschenkel passen. Ersetzt wird der Udinese-Söldner durch Gelson Fernandes.

Trotz Inlers Forfait sind die 37400 Schweizer Supporter siegessicher. Jeder Fan erhält eine Schweizer Fahne – ein herrliches rot-weisses Farbenmeer sorgt schon vor dem Showdown für eine einmalige Atmosphäre.

Doch in den ersten Minuten wirkt die Nati unkonzentriert, in den ersten zehn Minuten wirbeln die Hellenen die Schweizer Abwehr ordentlich durcheinander. Der Weckruf kommt von Marco Padalino mit einem beherzten Tackling. Jetzt ist das Spitzenspiel der Gruppe 2 lanciert, jedoch neutralisieren sich beide Teams im Verlauf der ersten Halbzeit.

Schlüsselszene sorgt für mächtig Ärger

In der 42. Minute ertönt die Pfeife des belgischen Schiris Franck De Bleeckere im griechischen Strafraum. Gibt es etwa Elfmeter? Nein, jedoch wird der Hellene Vintra wegen der zweiten Gelben Karte vom Platz gestellt. Was ist geschehen? Vor der Ausführung des Corners hatte der Grieche zu fest an Magnins Trikot gezogen. Aber der Ref gibt keinen Penalty, weil das Spiel nicht freigegeben ist (!). Trotzdem: Die Griechen sind dezimiert, die Schweizer können 48 Minuten in Überzahl agieren.

Der griechische Coach Rehhagel tobt in der Pause: «Was für eine Schweinerei!» Der 71-Jährige ist aber sicherlich mehr vom tölpelhaften Verhalten seines rechten Mittelfeldspielers Vintra genervt.

Ein heilloses Durcheinander

Die Schweizer können aus dem Überzahlspiel vorerst aber keinen Profit schlagen. Im Gegenteil: Nkufo und Frei spielen zwar bemüht, jedoch ohne reelle Torchance. Und auch Barnetta hat keine zündenden Ideen, verhaspelt sich immer wieder im griechischen Abwehrbollwerk. Selbst der in der ersten Halbzeit frisch aufspielende Padalino wirkt gehemmt.

Die Super-Joker richten es

Die Schweizer öffnen früh, die Griechen kontern und dies zweimal richtig gefährlich. Wo bleiben die drei Super-Joker Derdiyok, Yakin und Vonlanthen? Ab der 61. Minute werden die drei Edel-Reservisten nach und nach eingewechselt und bringen den erhofften Schwung.

Besonders Hakan Yakin sorgt erneut ab dem ersten Ballbesitz für Gefahr. Der technische Überflieger setzt seine Mitspieler gekonnt ein. Seinen meisterlich gezirkelten Freistoss verwertet Grichting mit dem Kopf zum viel umjubelten 1:0-Führungstreffer. Es ist der erste Treffer des Auxerre-Verteidigers im Nati-Dress. Und Padalino doppelt in der 88. Minute nach. Dieses Goal hat sich der Sampdoria-Söldner mit seiner tollen Leistung mehr als verdient – 2:0! Jetzt hat es die Nati in der Hand, das Tor nach Südafrika ist weit offen. Mit dem Sieg hat das Schweizer Team Griechenlands Coach Rehhagel in die Rente geschickt.

Das sagen die Blick.ch-Leser

Die Schweiz gewinnt mit 2:0 gegen Griechenland. Ist damit das Ziel WM in Südafrika bereits geschafft? Oder kann sogar noch Lettland noch zum überraschenden Stolperstein werden? Sehen Sie selbst, was die Blick.ch-Leser dazu sagen.

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