
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Fast auf den Tag sieben Jahre ist es her, als Servettes Zahlungsunfähigkeit besiegelt wurde. Der Deal mit den potenziellen Investoren aus Syrien scheiterte, der 17-fache Meister musste in der 1. Liga neu beginnen. Endlich, im letzten Juni, kehrten die Genfer zurück in die höchsten Schweizer Spielklasse. «I did!», liess sich der Vater des Wiederaufstiegs feiern. Ich habs getan! Ich, Majid Pishyar (57), millionenschwerer Geschäftsmann aus dem Iran.
Und jetzt? Nach dem Xamax-Konkurs sagt Peter Gilliéron, Präsident des Schweizerischen Fussballverbandes: «Servette macht uns auch grosse Sorgen. Es ist zu befürchten, dass da die nächste Zeitbombe tickt.» Nicht schon wieder! Doch die Anzeichen sind beängstigend:
► Die Aufstiegshelden warten noch immer auf ihre Aufstiegsprämie. Den versprochenen Porsche haben sie aufgegeben, aber Präsident Majid Pishyar schuldet jedem Akteur 12'000 Franken. Macht rund eine Viertelmillion fürs ganze Kader.
► Servette schuldet den Genfer Strom- und Wasserwerken rund 100'000 Franken.
► Schon vor Saisonbeginn sagt Pishyar im SonntagsBlick: «Meine Zeit als Allein-Finanzierer ist vorbei. Als Geschäftsmann will ich meine Investitionen irgendwann zurück.»
►13 Angestellte warten noch immer auf die Dezember-Löhne.
► Pishyar gesteht in der Genfer Tageszeitung «Tribune de Genève»: «Die aktuelle Wirtschaftslage ist schwierig. Besonders für einen Fussballklub, der keine Sponsoren findet.» Und weiter: «Mit dem Nichtbezahlen der Löhne will ich den Genfern sagen, dass sie ihren Klub unterstützen sollen. Ich brauche die Hilfe von allen. Wenn die Unterstützung nicht kommt, dann war meine vierjährige Arbeit für Servette für nichts.»
► 2007 verliess der Iraner schon den österreichischen Erstligisten Admira Wacker als Präsident im Konkurs, der Klub wurde zwangsrelegiert.
► Der kürzlich entlassene Trainer João Alves fordert von Servette eine Million Franken. Der Fall ist vor Gericht.
Als Pishyar 2008 den kränkelnden Traditionsverein als Alleinaktionär übernahm, posaunte er: «2014 will ich mit Servette Meister werden, 2018 die Champions League gewinnen.»
Ähnlich grossspurig meinte Marc Roger, als er 2004 in Servette investierte: «Wir werden dem Klub neue Strukturen verleihen.» Ein Jahr danach war Servette konkurs. Tick tack, tick tack. Die Zeitbombe tickt.
Kommentare (16)