Nach Xamax und Sion auch Probleme mit Servette Nächste Zeitbombe tickt!

  • Aktualisiert am 28.01.2012
  • Von Benny Epstein

Tschagajew, CC, Servette-Pishyar: Die wilde Westschweiz.

SFV-Boss Peter Gilliéron hat «grosse Sorgen». Macht Servette-Präsident Majid Pishyar schon wieder ­einen Klub kaputt?

Fast auf den Tag sieben Jahre ist es her, als Servettes Zahlungsunfähigkeit besiegelt wurde. Der Deal mit den potenziellen Investoren aus Syrien scheiterte, der 17-fache Meister musste in der 1. Liga neu beginnen. Endlich, im letzten Juni, kehrten die Genfer zurück in die höchsten Schweizer Spielklasse. «I did!», liess sich der Vater des Wiederaufstiegs feiern. Ich habs getan! Ich, Majid Pishyar (57), millionenschwerer Geschäftsmann aus dem Iran.

Und jetzt? Nach dem Xamax-Konkurs sagt Peter Gilliéron, Präsident des Schwei­zerischen Fussballverbandes: «Servette macht uns auch gros­se Sorgen. Es ist zu befürchten, dass da die nächste Zeitbombe tickt.» Nicht schon wieder! Doch die Anzeichen sind beängstigend:

► Die Aufstiegshelden warten noch immer auf ihre Aufstiegsprämie. Den versprochenen Porsche haben sie aufgegeben, aber Präsident Majid Pishyar schuldet jedem Akteur 12'000 Franken. Macht rund eine Viertelmillion fürs ganze Kader.

► Servette schuldet den Genfer Strom- und Wasserwerken rund 100'000 Franken.

► Schon vor Saisonbeginn sagt Pishyar im SonntagsBlick: «Meine Zeit als Allein-Finanzierer ist vorbei. Als Geschäftsmann will ich meine Investitionen irgendwann zurück.»

►13 Angestellte warten noch immer auf die Dezember-Löhne.

► Pishyar gesteht in der Genfer Tageszeitung «Tribune de Genève»: «Die aktuelle Wirtschaftslage ist schwierig. Besonders für einen Fussballklub, der keine Sponsoren findet.» Und weiter: «Mit dem Nichtbezahlen der Löhne will ich den Genfern sagen, dass sie ihren Klub unterstützen sollen. Ich brauche die Hilfe von allen. Wenn die Unterstützung nicht kommt, dann war meine vierjährige Arbeit für Servette für nichts.»

► 2007 verliess der Iraner schon den österreichischen Erstligisten Admira Wacker als Präsident im Konkurs, der Klub wurde zwangsrelegiert.

► Der kürzlich entlassene Trainer João Alves fordert von Servette eine Million Franken. Der Fall ist vor Gericht.

Als Pishyar 2008 den kränkelnden Traditionsverein als Alleinaktionär übernahm, posaunte er: «2014 will ich mit Servette Meister werden, 2018 die Champions League gewinnen.»

Ähnlich grossspurig meinte Marc Roger, als er 2004 in Servette investierte: «Wir werden dem Klub neue Strukturen verleihen.» Ein Jahr danach war Servette konkurs. Tick tack, tick tack. Die Zeitbombe tickt.

Verbläst es nach Xamax bald auch Servette?»

Kommentare (16)

  • Heimo  Kurz
    Dieser Blender hat 2007 auch in Österreich "ganze Arbeit" bei Admra/Wacker 2011 wieder zurückgekämpft in die höchste Spielklasse geleistet. Irgendwie kann ich es nicht verstehen das ein serioser schweizer Klub nach dieser Vorgeschichte diesen mit einerm mehr als eigenartigen Geschäftsgebahren agierenden Märchenerzähler aus 1000 und 1 Nacht Ihren Verein "führen" lassen. Dieselben Visionen die er bei der Admira hinausposaunte hat er auch in der Schweiz von sich gegeben. Sogar die Aktion mit den versprochenen Sportwagen hat er wiederholt. Einfach unglaublich das Ganze. Ich als Fan der Admira hoffe für Euch das Euer Traditionsverein wieder auf feste Füsse gebracht wird wie bei uns. Und bitte bringt es in die Weltpresse was dieser Mann anrichtet damit er keinen Verein mehr zu Grabe tragen kann. Viel Glück!
    • 29.01.2012
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  • anton  lienhard
    Entweder reduziert man die Liga auf zwei oder drei Vereine nebst dem FC Basel oder, was vernünfitg wäre, man lässt auch die Kleinen wieder mitspielen, auch wenns gewissen abgehobenen Leuten in der Schweiz nicht passt. Auf jeden Fall hat der FC Aarau die Löhne immer bezahlt und es steht kein wankelmütiger undurchsichtiger Grossschnorri hinter dem Club sondern eine Region, in der viele Leute den FCA mit kleinen Beiträgen unterstützen.
    • 28.01.2012
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    • Hugo  Ehrismann
      Mit dem bezahlen der Löhne alleine ist es noch lange nicht getan.Hinter der Bezahlung der Löhne sollte auch eine schlagfertige Mannschaft und eine fähige Clubführung sowie eine Finanzgarantie sein.Der FC Aarau ist zur Zeit alles andere als ASL würdig das sollten auch sie eingestehen.Der Weg in die höchste Schweizer Liga der führt über den FC St.Gallen Ali Zelic und davon ist der FC Aarau wohl immer noch weit entfernt Herr Lienhard.Träumen ist erlaubt aber man sollte trotzdem realistisch sein und auf dem Boden bleiben.
      • 29.01.2012
      • als Kommentar auf anton  lienhard
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  • Simon  Schenk
    Genau, damit die Genfer bemerken, dass ihr Verein Unterstützung braucht, zahlt der Präsi einfach mal die Löhne nicht. Wo sind wir denn hier? Man könnte meinen, unsere Super League würde in Ouagadougou ausgetragen. Was sind denn das für Zustände?
    • 28.01.2012
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  • Fritz  Giger
    Das darf doch nicht wahr sein, das mit Servette schon wieder ein CH-Club untergeht! Ich kann nicht verstehen, warum man solche Leute überhaubt holt.
    • 28.01.2012
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  • Peter  Keller
    Vor Monaten schrieb ich hierdrinnen, dass weder Sion, noch Xamax, Servette oder Lausanne in der Schweizer-Buentzli-League ueberleben werden. Nun naehern wir uns langsam aber sicher einer SL, in welcher man nur noch Rigi-, Waben oder Pfahlbauer-Fussball bepfeifen kann. Der Weltklasse-Verein vom Rheinknie hat sich ja dann bereits der Liga im Norden angeschlossen und spielt dort gefuerchteter Konkurrent zu Bayern, Dortmund und S04.
    • 28.01.2012
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