
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Er weiss, wie man mit Menschen umgeht. Ist äusserst zuvorkommend, schmunzelt permanent. Man muss ihn einfach mögen.
Die Rede ist von Darko Damjanovic, einem der Hauptakteure im Schweizer Wettskandal. Er strotzt vor Selbstbewusstsein und antwortet geduldig und bestimmt auf die Fragen. Und das soll er nun sein? Der korrupte Torhüter? Ein Vorsorgeberater, der für sich selbst vorsorgt, nebenbei Geld einstreicht und spurlos verschwindet?
Es kursieren noch immer Gerüchte, der Ex-Goalie vom FC Gossau habe sich ins Ausland abgesetzt, sei abgetaucht.
«Schauen Sie mich an. Ich bin hier, war wegen eines Todesfalls in Serbien, habe mich nie versteckt», sagt Damjanovic. Und ist erbost: «Mein Ansehen ist ruiniert!» Gelegenheit also, um es wiederherzustellen und die Vorwürfe zu entkräften. Von Unschuldsbeteuerungen jedoch keine Spur: «Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, kann ich nichts darüber sagen», sagt der Keeper und spricht von Spekulationen.
Die sind ohne Zweifel gerechtfertigt. Schliesslich ist unbestritten, dass sein Ex-Verein knietief im Wett-Sumpf steckt. Sein ehemaliger Teamkollege Bigoni gestand, Spiele manipuliert zu haben. «Keine weiteren Kommentare zu diesem Fall», sagt Damjanovic und bittet um Verständnis.
Man kann ihm irgendwie nicht böse sein. Der Keeper entschuldigt sich viermal dafür, dass er nichts dazu sagt.
Auch sein gesamtes Umfeld nimmt ihm die Sache nicht krumm. «Didicash», wie sie ihn nennen, scheint beliebter zu sein als Roger Federer.
Egal, wen man fragt, Damjanovic wird mit Lobhuldigungen überhäuft. «Freundlich, bodenständig, menschlich» sind die häufigsten Schlagwörter.
Auf den Wettskandal angesprochen lautet der einstimmige Tenor: «Unvorstellbar».
Fragen sind dennoch erlaubt: Ist es tatsächlich dermassen unvorstellbar, dass ein Mensch Geld annimmt um Spiele zu verschieben, bei dem es rein sportlich gesehen um nichts mehr geht? Werden nicht auch die nettesten Typen der Welt zu unmoralischen Personen, wenn sie Profit riechen?
Und: Falls Darko Damjanovic tatsächlich eine reine Weste haben sollte, dann müsste es doch kein Problem für ihn sein, seine Unschuld zu beteuern.