Wettskandal Le Mont-Präsident droht mit Teamauflösung

Heute informiert die Uefa die Verbände über den Wettskandal. Serge Duperret, Präsident von Le Mont, droht mit der Auflösung seiner Mannschaft.

  • Publiziert: 25.11.2009, Aktualisiert: 14.01.2012
  • Von Alain Kunz und Bruno Hayoz
play Le Mont-Präsident Serge Duperret: «Ist einer von uns involviert, dann löse ich das Team auf!» (Keystone)

Die Liste mit den 28 unter Manipulationsverdacht stehenden Spielen (22 Challenge League, 6 Tests) ist im Besitz der Swiss Football League. Doch Präsident Thomas Grimm darf sie nicht veröffentlichen. «Bundesanwalt Alberto Fabbri gibt sie erst frei, wenn die Ermittlungen abgeschlossen sind», so Grimm. Und das kann dauern.

Derweil sitzen die Klubbosse wie auf Nadeln. Einige sind proaktiv tätig gewesen und haben den Spielern mündlich oder schriftlich Erklärungen abgerungen, wonach diese mit der Affäre nichts zu tun haben. So geschehen bei Yverdon, Nyon, Schaffhausen, Wohlen und Gossau.

Der Le-Mont-Präsident droht mit Auflösung

In Thun passiert das am Mittwoch. In Lugano und Lausanne hat man Vertrauen in die Spieler. In Locarno gabs ein trockenes «no comment». Und Le-Mont-Präsident Serge Duperret droht: «Wenn rauskommt, dass bei uns einer manipuliert hat, löse ich die erste Mannschaft auf und halte nur noch die Juniorenabteilung am Leben.»

Die grosse Frage: Wo sitzen die Schuldigen? Wo die Manipulatoren? Ex-Gossau-Goalie Darko Damjanovic, der heute für Zweitligist Linth 04 kickt, tauchte auch am Dienstag nicht zum Training auf.

Mario Bigoni (Gossau) und Pape Omar Faye (Thun) bleiben gesperrt. Geoutet hat sich Schaffhausen-Goalie Darko Tofiloski. Präsident Aniello Fontana: «Er hat zwei verdächtige Anrufe erhalten. Einmal sind ihm 20000 Franken angeboten worden. Er hat aber abgelehnt.» Eine Vorladung der Bundesanwaltschaft als Auskunftsperson erhalten hat Ex-Gossau-Coach Hans Kodric.

Auf der Liste der verdächtigen Test-Partien sollen neben den Spielen von Travnik (Bos) auch jene von Mezdra stehen. Die Bulgaren haben während der Nati-Pause am 13. und 17. November gegen YB und Aarau jeweils 0:5 verloren.

Aktuelle Entwicklung

Auch in Deutschland gibt es erste Geständnisse. Drei Spieler des Regionalligisten SC Verl haben laut der «Süddeutschen Zeitung» Manipulationsgeständnisse abgelegt. Sie sollen je 20000 Euro verdient haben.

Uefa informiert die Verbände

Am Mittwoch informiert die Uefa in Nyon die neun involvierten Landesverbände. Die Schweiz ist durch Präsident Peter Gilliéron vertreten. Apropos SFV: Da gabs Entwarnung. Es sollen weder Refs noch Klubfunktionäre in die Affäre verwickelt sein.
play SFV-Präsident Peter Gilliéron reist am Mittwoch nach Nyon zur Uefa. (EQ Images)