Latour unplugged (Fortsetzung)

  • Aktualisiert am 02.01.2012

GC ist im Moment nicht sexy, weil GC qualitativ momentan die wohl schlechteste Mannschaft der letzten 20 Jahre hat…

Ich habe den Auftrag, meine Spieler stark zu machen. Ich bin nicht einverstanden, dass dies die schlechteste Mannschaft der letzten 20 Jahre sei. Aber es ist eines der durchschnittlichsten Kader, die GC in den letzten 20 Jahren zur Verfügung gehabt hat, für die Ansprüche zu erfüllen, die man von GC erwartet. Auf diese Formulierung lege ich wert. Es ist tatsächlich ein Problem, oder ein Phänomen, wenn man zu GC ja sagt, muss man wissen, zu was man ja sagt. Das gilt für den Trainer und gilt eigentlich auch für die Spieler. Aber durch diese Entwicklung, die es jetzt genommen hat, ihr habt ja das Kader erwähnt, die Erwartungshaltung, die bleibt immer. Aber das Substanzielle wirklich, das ist schon ein bisschen zurückgegangen. Und das ist jetzt etwas ganz gefährliches: Das ist nirgends so gefährlich wie hier, da kommt es zu Vergewaltigungen, und diese Mannschaft hat das erlebt, die hat nicht einfach nicht wollen, als sie in der sportlichen Krise war, aber am Schluss hat man gesehen, da hat es eskaliert, das ist passiert, und das kann wieder passieren. Da habe ich einen Höllen-Respekt. Man muss doch einen breiten Rücken haben, man muss Kritik einstecken können, man soll auch das Recht haben, sich für etwas einzusetzen, wenn man das Gefühl hat, halt, wenn das niemand macht, dann kann es wieder verdammt gefährlich werden. Wissen Sie, wenn nicht jemand vorne hinsteht und sagt: Halt, hoppla, eigentlich, wenn man ganz ehrlich sein wollen, ist es eher überraschend, dass wir heute wieder dort stehen. Wir wollen gar nicht schauen, was Schuld ist, überhaupt nicht, aber es ist eher überraschend, ich spüre doch, wie schmal dieser Grat noch ist, dass es wieder anders wird. Ich kommuniziere das offen zur Mannschaft, ich rufe doch nicht zur Verantwortung auf. Wenn Sie am arbeiten sind, sagt ihnen niemand, sie gehen spielen. Aber meine Leute, mit denen ich zu tun habe, das sind Fussballspieler. Ihr Beruf ist Fussball zu spielen, die kommen zum Spielen. Das ist ihr Naturell. Man muss aufpassen, dass man sie nicht überfordert, in dem Sinn, dass eine Erwartungshaltung eingenommen wird, die man nicht erfüllen kann. Dann kann es zur Eskalation kommen. Dafür ist GC für mich ein typisches Beispiel. Da waren nicht einzelne Leute schuld. Da hat niemand derart grobe Fehler gemacht. Da waren die Gesamt-Umstände, Fehler wurden gemacht, aber man konnte die Erwartungshaltung einfach nicht mehr erfüllen. Es gibt x Beispiel dafür. Wenn jemand ein bisschen kleiner gewachsen ist, dann können Sie ihm nicht sagen, du musst morgen gleich aussehen wie, das ist einfach so, der hat andere Qualitäten, dafür schlägt der Grössere dafür «dä Gring a». Aber je erfahrener ich werde, ich sage nicht gerne ich werde älter, obschon ja das Alter eine ganz schöne Zeit-Epoche sein kann, da habe ich schon keine Lust, Leute zu etwas zu vergewaltigen, das sie womöglich nicht können. Man muss die Grenzen raufsetzen, das ist in unserem Job so, darum ist es auch so schwierig, wir reizen das wirklich restlos aus, da bewegen sie sich mit den Spielern, auch von der Zumutung her, in den Grenzbereichen, man ist auch sehr wenig zusammen, zwei Stunden, vier Stunden, wenn man Spiel hat, vielleicht länger, aber extrem konzentriert, man muss immer von jedem ein bisschen mehr wollen, aber eben, Vergewaltigungen…

Sind Sie auch vergewaltigt worden?

Nein, nein, ich hab es bis jetzt immer freiwillig gemacht. Das ist wichtig: Man soll sich gut überlegen, zu was man ja sagt. Ob man sagt, ich hab gar keine Wahl. Das muss man jedem überlassen. Aber so wie wir vorher von Verantwortung gesprochen haben, ich stelle gewisse Anforderungen an mich selber, wenn ich zu GC ja sage. Aber dieses Bewusstsein muss doch beim Spieler auch da sein, wenn er zu GC ja sagt. Dann muss man ganz klar sagen, dann musst du das und das können, und die und die Erwartungshaltung hat man von dir, und wenn wir vorher von den Kadern gesprochen haben, Sie haben gesagt, die schwächste Mannschaft, ich habe gesagt, substanziell vielleicht das schwierigste Kader, für diese Ansprüche zu erfüllen, dieser Spieler hat auch einmal ja gesagt er wolle dieses GC-Leibchen anziehen. Der Druck kommt eben, mit diesem Druck muss er umgehen können. Das macht vielleicht dem einen oder anderen ein bisschen mehr Mühe. Das ist ein Auftrag, den ich habe, mit dieser Mannschaft, mit diesem Druck umzugehen, dass sie doch Freude hat.

Noch eine provokative These: GC wusste, da man die grossen finanziellen Probleme kannte, dass man keinen extrem teuren Star-Trainer engagieren kann, darum holte man Herrn Latour. Der hatte auch mit einer bescheidenen Mannschaft in Thun viel Erfolg, der passt zu GC. Wenn GC vor einem Jahr eine grosse Mannschaft gehabt hätte, wären Sie nicht GC-Trainer geworden…

Ja, da gebe ich Ihnen absolut Recht. Es wäre eine Unterstellung, gegenüber diesen Leuten, ich weiss es nicht, darum mache ich es nicht, sie hätten die grossen Probleme schon gekannt. Das glaube ich nicht, das hätte man mir offen gelegt, so habe ich sie jetzt kennengelernt. Das andere ist logisch: Wenn GC keine Probleme gehabt hätte, hätte ich keine Chance gehabt. Da hat man mir aber etwas zugetraut, was man einem anderen nicht zugetraut hätte.

Sind Sie zum falschen Zeitpunkt beim richtigen Klub gelandet?

Ich habe keine Antwort, diese Frage habe ich mir auch schon gestellt. Ich habe den Ehrgeiz, hier etwas rauszuholen. Ich bin «wäutstouz», dass ich GC-Trainer sein darf. Als Spieler soll nicht jeder in Frage kommen, als Trainer aber auch nicht. Ich habe eine Welts-Freude, dass ich GC-Trainer bin. Ich versuche jetzt etwas zu machen, aber wie gesagt, mein Vertrag geht bis zum 30. Juni, da will ich die ganze Energie reinsetzen, hoffe, dass ich ein akzeptables Resultat hinbringe, wir sind auf einem Weg, der dies zumindest noch offen lässt, dass wir das können, und dann ist es super. Über alles andere habe ich noch nie diskutiert.

Haben Sie ein neues Angebot?

Ja, da muss ich ganz klar sagen, dass wir noch nicht konkret darüber gesprochen haben, das entspricht meinen Vorstellungen, als mich Herr Brunner darauf angesprochen hat, sagte ich, haben Sie bitte Verständnis dafür, ich möchte bis zum Winter warten. Ich will bis zum Winter noch mit der Mannschaft spielen. Und dann schauen wir es an. So wie die Situation ist, hat das miteinander gut funktioniert, ich habe mich da nicht zu beklagen, aber ich will noch warten. Ich will mich jetzt noch nicht festlegen. Wissen Sie, es kommen auch noch schwierige Momente, die will ich auch noch erleben, wir sind jetzt gerade in einem solchen Moment, das muss ich spüren, und nachher muss ich zur Überzeugung kommen, dass das, was man von dieser Mannschaft und diesem Trainer erwartet, das traue ich mir zu, mit einem totalen Engagement, mit allem, was man weiss, dem will ich mich stellen, das kann ich erfüllen. Da habe ich eine Chance. Wenn ich aber sehe, da habe ich keine Chance, dass ich dem gerecht werden kann, dann darf ich doch nicht unterschreiben. Dann kann ich doch nur, weil GC ein stolzer Klub ist, ich muss doch die Überzeugung haben, das, was man hier erwartet, da habe ich eine Chance. Dann spricht doch nichts dagegen, sofern man mich will, dass ich da weiterfahre. Aber diese Überzeugung muss ich haben.
Was braucht es, bis Sie diese Überzeugung haben?
Dieser Leitung muss ich das zugestehen: Die sind noch nie zu mir gekommen und haben gesagt: Ja, das ist zu wenig gut. Du musst das und das. Überhaupt nicht. Diesen Druck habe ich mir absolut selbst aufgelegt. Mit der Mannschaft zusammen. Wir wollen dem gerecht werden, was man von GC erwarten darf, dass man um die internationalen Dings spielen kann. Fighten, dass wollen wir selber so, das muss so sein. Aber jetzt, wo man hoffentlich zum Gröbsten raus ist vom Sportlichen, kommt es auf die Perspektiven an. Die Perspektiven sind im Moment bei GC so, Sie sehen ja diesen Campus hier, der ist super, von den Trainingsbedingungen haben wir in der Schweiz mit die besten, wenn nicht die besten Voraussetzungen, hat man jetzt eine Philosophie verstärkt, die man schon länger hatte, dass man vor allem über eigenen Nachwuchs eine starke Mannschaft bilden will. Aber wenn man schaut, es hat immer einzelne Nachwuchsspieler gegeben, die es geschafft haben, aber GC musste immer auch starke Spieler holen. GC hatte immer ein grosses Potenzial zur Verfügung, für diese Titel oder diese Erfolge zu erzielen. Ein ganz wichtiger Punkt dabei waren immer die Finanzen. Aber man konnte immer interessante Transfers machen. Durch die Mittel, die man hatte, machte man die Mannschaft stärker durch Zuzüge. Jetzt geht man über zu einer Philosophie, dass man sagt, diese Mannschaft muss sich von innen her verstärken. Die muss wachsen, aus diesem GC-Nachwuchs raus, selbstverständlich mit dem einen oder anderen überdurchschnittlichen Spieler, den man für so etwas auch erst begeistern muss, das kommt dazu, und dann kann man sicher auch mit diesem Budget wieder etwas machen, was national vielleicht wieder einmal zu diesem Titel führen kann. Der Zeitraum ist noch nicht festgelegt, wie viele Jahre, aber das ist für mich eigentlich eine gute Philosophie, aber was für mich nicht klar ist, ist der Ablauf. Die Umsetzung, verstehen Sie? Wie will dieses GC das machen? Basel, YB, ob sie es so gemacht haben oder nicht, der Weg ging bei denen über die Nationalliga B, das vergisst man. Ich bin weder Fussball-Papst noch ein Prophet, aber ich weiss, was es braucht, um vorne dabei zu sein. Das muss man mir glauben, ob man will oder nicht, was es braucht, um in der nationalen Meisterschaft dabei zu sein, da habe ich schon klare Vorstellungen.

GC hat doch schon immer auf den Nachwuchs gesetzt. Und dabei auch noch die Konkurrenz verstärkt. Es wurde vor allem Quantität produziert, da waren die Spieler überall verteilt…

Ja, aber natürlich weil die Ansprüche sehr hoch waren, um in die erste Mannschaft zu kommen. Weil sie personell sehr gut bestückt war. Mit sehr guten Ausländern. Das muss man sehen. Ein Johann Vogel oder ein Bernt Haas, die sind jetzt im Ausland, aber es sind auch sehr viele GC-Spieler bei Basel, das muss man auch sehen, wir haben mit Spycher und Lichtsteiner auch wieder zwei verloren, die Umwälzung findet natürlich auch statt. Dass man immer wieder einzelne Nachwuchsspieler in die erste Mannschaft reinnehmen muss, gut, aber es sind nie Nachwuchsspieler von GC gewesen, die diese Mannschaft getragen haben. Wenn man jetzt Spieler anschaut, die andere verstärkt haben, die hat man nicht mehr, die würden heute selber bei GC im Eins spielen. Nicht ich zuletzt bin ja einer, der in Thun davon profitiert hat. Wissen Sie, Sachen sagen, die gut tönen im Fussball, das wissen alle, wie man das machen muss. Das wissen wirklich alle. Aber die Umsetzung, die ist verdammt schwierig. Das war gerade die Chance von einem Jungen, nach Thun zu kommen, in der Super League spielen zu können, aber nicht weiss was für eine Erwartungshaltung zu haben, ein Junge von GC kommt in eine Mannschaft, von der man weiss nicht was erwartet, da muss man im nächsten Match gleich Resultate bringen. Darum müsste ich schon mehr Klarheit haben, was hat man genau für Ansprüche? Darf man denn hier Fünfter oder Sechster werden? Kann sich GC leisten, diesen Weg zu gehen? Da stehen schon noch Fragen im Raum. Und wer an dem arbeitet, man hat zu kämpfen auf dem Rasen, dass man zu Resultaten kommt, auch dass man hintendran zu den nötigen Mitteln kommt. Und, das ist nicht selbstverständlich: Wir haben jeden Monat pünktlich unseren Lohn bekommen. In einer ganz schwierigen Phase jeden Monat, das ist für mich nicht selbstverständlich in dieser Situation. Darum habe ich absolut ein gewisses Verständnis zur Führung, dass man eben zurückhaltend sein muss im Moment mit Ausgaben. Da Korrekturen vorzunehmen, wenn Sie sehen, was da alles fehlt, das glaube ich euch. Aber seht ihr auch die Umstände? Die Spieler haben Verträge, über Jahre hinaus. Da Korrekturen vorzunehmen, andere zu holen, die vielleicht etwas könnten, die haben dort Verträge, das kann man nur über Geld lösen. Es ist eine Situation, die man meistern können muss. Auf eine Art, die einerseits den Finanzen entspricht, aber auch den sportlichen Vorstellungen, die man GC stellt, entsprechen kann, und das ist nicht einfach.

Mit Pit Hamberg hat man einen neuen Verantwortlichen für den Nachwuchs geholt…

… einen neuen Alten…

Back to the Future? Müssen Sie nun neu ein holländisches 4-3-3-System spielen?

Wieso haben Sie das Gefühl, dass der Trainer der ersten Mannschaft sein System umstellen muss? Ein Fussball-Spieler ist doch, das ist ja bei Euch das Gleiche, ihr müsst ja auch über das und das schreiben, aber in erster Linie seid Ihr ja ausgebildete Journalisten, ihr müsst auch wieder einmal für eine andere Zeitung schreiben können. Das ist im Fussball genau gleich, das Metier müssen Sie kennen, da müssen Sie die nötige Fachkompetenz haben, als Spieler ohnehin, die nötige Mentalität bringen, da ist es überhaupt nicht entscheidend, ob man dieses oder das andere System spielt. Es ist vorteilhaft, wenn sich ein Spieler an ein System gewöhnt ist, aber, wissen Sie, es gibt Spieler, die mehr prädestiniert sind, um auf der Seite zu spielen, es gibt solche, die sind prädestiniert, um zentral zu spielen, es gibt solche, die sind prädestiniert, um vorne zu spielen, andere hinten, und da sollte man sich als Trainer nicht zuviel täuschen, aber da mache ich mir nicht den kleinsten Gedanken darüber, wichtig ist, dass der Nachwuchs gut ausgebildet wird, man hat den Eindruck, dieser Pit Hamberg bringe das, da habe ich doch absolut nichts dagegen… Und wenn die anderen etwas unternehmen, kann man es ihnen doch nicht einfach ersticken aus irgendeinem Grund. Hoffentlich bringt es das. Und da soll die Unterstützung da sein. Ich werde keine Sekunde daran verlieren, das und das muss dann mit dem übereinstimmen, überhaupt nicht, man muss mit einander zGang cho, . Sie müssen vor allem, wenn ich der Cheftrainer sein soll, muss man mir vor allem Spieler aus dem Nachwuchs bringen, die dem Anforderungsprofil entsprechen, um an diesem Wettbewerb oben teilnehmen zu können. Und das braucht auch ein bisschen eine psychische Robustheit.
Haben Sie das Gefühl, dass komme gut? Sie erwarten ja auch viel Eigeninitiative vom Spieler, er muss dazu auch kreativ sein. Von Hamberg weiss man, dass er eher systemgetreue Befehlsempfänger ausbildet. Und sehr spezifisch mit den Spielern arbeitet.
So genau weiss ich das nicht. Ich habe immer gehört, er arbeite sehr seriös, sehr fordernd, vor allem auf technisch-taktischem Gebiet, das kommt alles ein bisschen von der Ajax-Schule, aber da wollen wir uns jetzt nichts vormachen: Wenn man schaut, wie viele Leute Ajax weltweit rausbringt, das könnte auch eine andere Schule sein, und die würde das auch rausbringen. Ich habe nicht Angst vor dem, überhaupt nicht. Am Schluss sage ich, wen ich aus dem Nachwuchs in die erste Mannschaft nehme. Es geht mir weniger um Piet Hamberg, es geht um junge Leute. Es geht mir um GC. Und es geht um den Erfolg. Diese drei Dinge sind so wichtig. Und diesen Piet Hamberg sollte man in GC-Kreisen jetzt ja wirklich gut kennen. Aber ich habe nie mit ihm gearbeitet. Wenn man ihn wieder zurückholt, muss doch die Überzeugung da sein, dass das ein guter Mann ist. Wissen Sie, ich habe keine Facts in den Fingern um zu sagen, dass kann man nicht machen. Es ist auch klar getrennt, es gibt ja diese Neue Fussball AG, das ist die erste Mannschaft, und das andere, ist die GC Campus AG. Und der Nachwuchs und Piet Hamberg sind ja in der Campus AG. Selbstverständlich muss man miteinander funktionieren. Aber wenn Piet Hamberg die Jungen gut ausbilden will, dann muss er ja schauen: Was wird in Zukunft auf die zukommen? Sie müssen einen Praktikanten auch darauf vorbereiten, was in dieser Medien-Welt auf ihn zukommen wird. Der Beruf hier heisst Fussball-Spieler, nicht Ajax-Spieler. Ich bin doch überzogen, der Piet Hamberg weiss das, was auf einen Jungen zukommt, vom Druck, von der fussball-spezifischen Technik, der weiss das. Ich habe nicht so eine Angst, sonst muss man dann halt schauen. Also, ich habe ihn nicht geholt. Aber ich habe mich auch nicht dagegen gestellt. Was ich einfach festgestellt habe, die Nachwuchs-Trainer sind mir gegenüber, es ist ja eine kurze Zeit, die sind zu mir bisher absolut loyal gewesen. Und das Gleiche erwarte ich auch von Hamberg.

Woher nehmen Sie mit 58 ihre unglaubliche Kraft?

Ich bin einer, der fordernd ist, manchmal auch unangenehm. Ich probiere vorzuleben, dass ich auch mir gegenüber fordernd bin. Bis jetzt, da habe ich Glück gehabt, bin ich gesund geblieben. Ich musste nicht einmal telefonieren und sagen: Ich komme nicht zum Match. Meine Gesundheit ist ein Riesen-Glück. Und wenn ich zum Beispiel wie kürzlich einen Fax bekomme, wo drauf steht: Latour, verlier ja den Mut und die Freude nicht, dann gibt mir das Kraft. Der traut mir etwas zu. Da merkst du den Goodwill, den Zuspruch, den du brauchst. Das kann eine Wäutskraft geben. Mich kann nicht gerade alles umhauen. Und es gibt Leute um mich, die wichtig sind, die mich stärken. Jeder, der vorne dran steht, muss Kraft haben. Das ist bei uns Trainern so. Wir müssen auch schauen, dass wir unsere Frische behalten.

Stets emotional und leidenschaftlich: Hanspeter Latour.- Keystone

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