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Es war ein Artikel in der Wochenzeitung «WOZ», der die Sache ins Rollen brachte. Peter Landolt, langjähriger Sicherheitschef des Grasshopper Clubs und heute Stadionmanager im Letzigrund sowie Präsident der Sicherheitskommis-sion der Swiss Football League, liess an einem Chlaus-Abend der berüchtigten GC-Fangruppierung «Hardturmfront» die Puppen tanzen – im wahrsten Sinne des Wortes.
Drei von Landolt organisierte Stripteasetänzerinnen räkeln sich in einem Gitterkäfig. Als der Hauptgewinner des abendlichen Bingospiels in die Runde einbezogen wird, erhält die Veranstaltung eine politische Note.
Denn auf der entblössten Brust des Hooligans sind rechtsradikale Embleme zu sehen. Für Szenenkenner ist das keine Überraschung. Die «Hardturmfront» gilt als gewaltbereite Gruppierung mit politisch rechter Gesinnung. Landolt, der bereits ein Jahr zuvor an einer ähnlichen Veranstaltung teilgenommen hatte, will seine Rolle heute nur als «Beobachter und Aufpasser» verstanden haben. Dass er dem Hooligan für die Show persönlich die Handschellen anlegt, übersteigt die Funktion des distanzierten Kontrolleurs aber definitiv.
Landolt gilt als praxisorientierter und loyaler Mitarbeiter – und als einer der besten Kenner der Hooligan-Szene, der allerdings immer auch eine gewisse Faszination für diese Kreise aufbrachte. Gleichzeitig wird ihm von beruflich nahestehenden Personen ein zuweilen etwas selbstherrliches Auftreten und ein Umgangston unter der Gürtellinie unterstellt. Im Dezember 2003 lag auch sein Event Managing unter der Gürtellinie. Dass (gemäss Landolt) der Grasshopper Club von besagter Veranstaltung gewusst haben soll, wirft auch ein eher schiefes Licht auf den Zürcher Nobelverein.
Doch mittlerweile ist Landolt dem Klubfussball entwachsen und als Stadionmanager im Letzigrund Angestellter der Stadt Zürich. Was sagt Ernst Hänni, Chef des Zürcher Sportamts, zu den ungewöhnlichen Präventionsmassnahmen des Striptease-Funktionärs? «Wir kennen diese Geschichte schon lange und haben uns mit Peter Landolt unterhalten. Wir finden es geschmacklos. Und im neuen Letzigrund geht das sicher nicht mehr.» Aber ist Landolt noch tragbar? Nochmals Hänni: »Ja, Landolt ist der richtige Mann. Letztlich geht es darum, dass er den Spagat zwischen Nähe und Distanz zu den Fans schafft und das Gesetz einhält.»
Weniger gelassen sieht man es am Sitz der Swiss Football League. Direktor Edmond Isoz: «Die Liga muss Konsequenzen prüfen. Ich betrachte die Sache aber als so wichtig, dass man die Kommunikation genau koordinieren muss. Deshalb möchte ich vorderhand nichts mehr sagen.»
Auch Präsident Peter Stadelmann will Landolt keine Carte blanche ausstellen: «Wir haben erst seit kurzem Kenntnis davon. Und freuen tut uns das gar nicht. Wir werden die Angelegenheit in Ruhe anschauen und an der Kommissions-Sitzung vom Freitag Massnahmen diskutieren.» Mit anderen Worten: Es ist gut möglich, dass am Schluss Landolt mit abgesägten Hosen dasteht – was nach einem Stripteaseabend allerdings nichts Ungewöhnliches ist.
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Rechts blind? Für Hooligan-Kreise hat Landolt eine gewisse Faszination. Trotzdem gilt er als einer, der den Spagat schafft zwischen Nähe und Distanz.<br></br> (Keystone)