Kubi exklusiv: «Kunstrasen ist der Tod des Fussballs»

  • Publiziert: 27.10.2009, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Kubilay Türkilmaz

In seiner BLICK-Kolumne enerviert sich Kubilay Türkilmaz über den künstlichen Rasen und glaubt, dass Spektakel verloren geht.

Eines muss ich vorausschicken: Ich habe selbst noch nie ein Spiel auf einem Kunstrasen neuester Generation gemacht. Ich habe diese Art Plastik nur getestet. Dennoch steht mein Urteil unverrückbar fest: Der Kunstrasen ist der Tod des Fussballs!

Natürlich könnte ich als Begründung die üblichen traditionalistischen Motive anführen wie: Man muss den Rasen riechen, seine Farbe sehen können. Ich stehe dazu, dass ich als echter Fussball-Liebhaber diese Gründe mag. Aber ich will an dieser Stelle die weniger emotionellen Gründe für Naturrasen aufzeigen.

Ein Spieler bewegt sich auf Plastik ganz anders. Zuerst muss er die Koordination finden, erst dann kann der Trick, die Körpertäuschung folgen. So sind Finten weniger elegant, weniger natürlich, weniger flüssig. Und das erleichtert die Arbeit der Verteidiger enorm. Wollen wir das?

Spieler haben auf Plastik mehr Angst, sich wagemutig in einen Zweikampf zu stürzen, der naturgemäss häufig in einem Sturz endet, in einem Sliding-Tackling. Wollen wir das?

Nein und nochmals nein! Ich nicht, die Fans nicht. Niemand. Wir wollen Spektakel. Wir wollen Spiele sehen wie dieses Gewaltsspektakel zwischen Luzern und Basel am Sonntag. Ich behaupte: Auf Kunstrasen wäre solch ein Match nicht möglich gewesen!

Ich kann den Luzernern deshalb nur dringend raten, sich das mit dem Kunstrasen nochmals zu überlegen. Ausser, sie verzichten freiwillig darauf, die Basis für weitere Spektakel wie das sonntägliche zu legen. Wollen die das?