Kubi: Busacca taugte nur als Torhüter

  • Aktualisiert am 19.01.2012
Massimo Busacca im Final der Champions League mit Eto'o und Ronaldo.- Keystone

BLICK-Kolumnist Kubilay Türkylmaz über Jugendfreund und Top-Schiri Massimo Busacca: «Als Fussballer war er eine absolute Null. Jetzt tanzen sogar Messi, Iniesta, Rooney und Cristiano Ronaldo nach seiner Pfeiffe.»

Nur, damit keine Missverständnisse entstehen: Schiedsrichter interessieren mich eigentlich nicht. Am besten ist es, wenn man sie nicht wahrnimmt.

Im Fall von Massimo Busaccas Auftritt im Champions-League-Final vom Mittwoch mache ich aber eine Ausnahme – und gratuliere unserem besten Referee für seine fehlerfreie Leistung. Dass die Partie zwischen Barcelona und Manchester United ausgesprochen ruhig und fair geführt wurde, soll dieses Lob nicht schmälern. Denn in einem so grossen Spiel ist der Druck auf alle Beteiligten immens. Vor allem die Unparteiischen stehen quasi unter Generalverdacht. Die Fernsehkameras sehen alles.

Dass es Busacca als Schiedsrichter so weit gebracht hat, verdankt er zu einem grossen Teil auch mir. Wir sind in Bellinzona nämlich im selben Quartier aufgewachsen und haben praktisch jede freie Minute auf dem Fussballplatz verbracht. Mit dabei waren unter anderem auch Massimo Lombardo und Mauro Lustrinelli, zwei grosse Talente, die später ebenfalls eine Profikarriere eingeschlagen haben.

Bei Busacca war dieses Thema schnell vom Tisch. Denn so hart es tönt – als Fussballer war er eine absolute Null. Und eher früher als später musste er einsehen: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.

Wir haben uns trotzdem exemplarisch fair verhalten – und ihn weiter mitspielen lassen. Allerdings nur noch als Torhüter, was punkto Sozialprestige im Kinderfussball der Rolle des Schiedsrichters nahe kommt.

Wie auch immer. Busacca sah von uns nie die Rote Karte. Doch als es ihm selbst in der 3. Liga nur mit Ach und Krach zu einem Stammplatz reichte, musste er eingestehen, dass er mit seinen fussballerischen Fähigkeiten nur etwas anrichten kann: Landschaden.

Also hat er zur Pfeife gegriffen – und siehe da, jetzt tanzen sogar Messi, Iniesta, Rooney und Cristiano Ronaldo danach. Und die Moral der Geschichte: Viele Wege führen nach Rom.

Kubilay Türkyilmaz - Autor- Blicksport

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