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Für Lothar Matthäus ist klar: «Das ist eine üble Klüngelei, die seines Gleichen sucht. Das hat mit privaten Interessen zu tun. Das hängt alles mit privaten Verbindungen zusammen.» Dies sein Kommentar über die Entscheidung von Bundestrainer Jürgen Klinsmann, Jens Lehmann gegenüber Oliver Kahn den Vorzug zu geben.
Gegenüber der Münchner «Abendzeitung» sagte der ex-Bayern-Captain, es sei seit Klinsmanns Antritt alles gegen Kahn gelaufen. «Er hat mit Kahn ein Spiel getrieben. Ein ganz mieses Machtspiel.»
Matthäus weiter: «Mit jeder Entscheidung hat Klinsmann gezeigt, wie er tickt. Er hat Sepp Maier als Bundestorwarttrainer rausgeworfen. Der war ihm immer ein Dorn im Auge, weil er wegen seines Jobs bei Bayern natürlich ein Kahn-Vertrauter ist. Und Andreas Köpke ist eher pro Lehmann.»
Unterstützung erhält der Bayer vom ehemaligen deutschen Nati-Goalie Uli Stein: «Dieser Plan war von Anfang an in Klinsmanns Kopf drin, das war keine spontane Geschichte.» Wenn er nun an Kahns Stelle wäre, «würde ich sofort meinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklären».
Kritisch über Klinsmann äusserte sich auch der frühere Nationalkeeper Toni Schumacher. «Für mich war klar, dass Oliver Kahn spielt, weil es keine sportlichen Gründe gab, ihn rauszunehmen. Aber Klinsmann hat wohl mehr als nur die Leistung bewertet.»
Besonnen und ungewohnt diplomatisch reagierte Franz Beckenbauer auf den Entscheid: «Es ist gut, dass jetzt endlich für alle Beteiligten Klarheit besteht. Nachdem dieses Thema Gott sei Dank vom Tisch ist, können wir uns wieder auf den Fussball konzentrieren.» Der «Kaiser» weiter: «Ob Jürgens Festlegung auf Jens Lehmann richtig oder falsch war, wird man erst nach der WM wissen. Für Oliver Kahn ist es natürlich sehr bitter.»