Wiederwahl und Jubelstürme Uli Hoeness steigt wieder auf den Bayern-Thron

Über 7'000 Menschen werden heute dem neuen Alten zujubeln. Uli Hoeness kehrt nach verbüsster Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung triumphal auf die grosse Bühne zurück.

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Neunhundertsiebenundachtzig Tage war er weg. Heute Abend kehrt er zurück. An der Jahreshauptversammlung von Bayern München wird Uli Hoeness (64) wieder zum Präsidenten des Vereins gewählt. Einen Gegenkandidaten gibt es nicht. Offen ist bloss die Frage: Wird er mehr als 90 Prozent der Stimmen bekommen? Oder sogar nordkoreanische 100 Prozent...

Erstaunlich, dass einer ohne Vorbehalte in ein Amt zurückkehren kann, von dem er 2014 unter Tränen zurücktreten musste, weil er Steuern in Höhe von 28,5 Millionen Euro hinterzogen hat. Irritierend die uneingeschränkte Begeisterung, mit dem er von Fussballern, Fans, Mitglieder und der Konkurrenz willkommen geheissen wird.

Der Aufstieg des FC Bayern zum Weltklub ist massgeblich Hoeness' Verdienst. Er ist sein Lebenswerk. 1979 bis 2009 fungierte der frühere Spieler als Manager, bis zu seinem Rücktritt 2014 als Präsident und Aufsichtsratvorsitzender. Mit dem Satz «Das wars noch nicht», verabschiedete er sich hochemotional 2014. Er trat seine Haft an, zahlte die Steuerschulden zurück und kam nach Verbüssung der halben Strafe im Februar 2016 nach 21 Monaten Knast wieder frei.

Ohne ihn lief es beim FC Bayern gewohnt weiter – sportlich wie wirtschaftlich höchst erfolgreich. Es ging also auch ohne den Patriarchen. Aber als hätte man ein Drehbuch geschrieben, läuft es nun ausgerechnet in den letzten Wochen nicht mehr rund. Unter den bitteren Niederlagen wie jene gegen Rivale Dortmund oder jene in der Champions League am Mittwoch in Rostow gegen den Sechsten der russischen Liga, leidet das Selbstverständnis der Bayern arg. 

Noch schlimmer wirkt der Verlust der Tabellenspitze, die man über ein Jahr lang nicht mehr hergab. Das ist mehr als genug, um bei Bayern von einer grossen Krise zu sprechen. Wie gut also, dass ausgerechnet in diesen frostigen Tagen der Vater des Erfolgs zurückkehrt. Zeitgleich mit dem Bundesliga-Spiel von Tabellenführer RB Leipzig in Freiburg, wird im Stadion der Bayern-Basketballer dem alten neuen Messias gehuldigt. Es musste ein Extra-Zelt angebaut werden, damit man dem erwarteten Grossandrang gerecht wird.

Manch einer der über 7'000 Anwesenden wird ab und zu auf den Totomat spinzen. Gewinnt Leipzig, wächst der Bayern-Rückstand auf sechs Punkte an. Zumindest bis am Samstag, wenn die Münchner im Heimspiel gegen Leverkusen mit Hoeness wieder zum Sturm blasen.

Publiziert am 25.11.2016 | Aktualisiert am 04.12.2016

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13 Kommentare
  • Wolfgang  Gallin aus Berlin
    26.11.2016
    ohne uli hoeneß wäre der fc bayern nicht das was der verein heute darstellt. mit siebenundzwanzigjahren musste er aus gesundheitsgründen seine fußballschuhe an den nagel hängen und wurde manager dieses vereins. der einzige schuldenfreie verein in europa. der versuch, sich an diesem schurkenstaat deutschland zu bereichern, kann man nur unterschreiben, schließlich wiegt es viel schlimmer, dass die brd sich auf grund von grundbuchfälschungen grundstücke der kleinen leute angeeignet hat!
  • Patrick  Smart 26.11.2016
    Jetzt mal halblang, wenn manchmal sogar Kinder- oder Frauenschänder als "schuldunfähig" taxiert werden, hat Uli "nur" Steuerbetrug begangen und für diesen mit Geld und Haft gebüsst. Zudem kann Bayern als Präsi wählen, wen sie wollen. Das ist bei allen Wahlen so, viele sind dann nicht einverstanden (Trump) aber viele eben schon. Also etwas Respekt bitte.
  • Arthur  Nix 25.11.2016
    Für mich ist Steuerhinterziehung erst kriminell, wenn ebenso Steuerverschwender in der Politik verfolgt wird.

    Diese unglaubliche Diskriminierung des krampfenden Bürgers gegenüber den Zockern in der Politik ist unfassbar!
  • Arthur  Nix 25.11.2016
    Für mich ist Steuerhinterziehung erst kriminell, wenn ebenso Steuerverschwender in der Politik geahndet wird.

    Diese unglaubliche Diskriminierung des krampfenden Bürgers gegenüber den Zockern in der Politik ist unfassbar!
  • Roger  Schatz 25.11.2016
    Ich begrüsse es sehr, dass er wieder Präsident ist. Ganz abgesehen von seinen Verdiensten für den Verein zeigt es auch, dass man Steuerhinterziehung nicht mit Diebstahl oder gar Gewaltdelikten gleichsetzen kann.