Uli Hoeness: «So überlebte ich den Flugzeugabsturz»

  • Publiziert: , Aktualisiert:

Bayern-Manager Uli Hoeness überlebt 1982 einen Flugzeugabsturz. Er schildert den Unfall.

Uli Hoeness ist seit 30 Jahren Manager beim deutschen Rekordmeister FC Bayern München. Hier schildert Hoeness, wie es war, als er mit einem Flugzeug in den Abgrund raste:

«Ich rede nicht gerne darüber. Es war der Tag, an dem drei andere Menschen starben, Freunde, gute Bekannte. Vom Unfall selber habe ich nichts mitgekriegt. Ich schlief – auf dem Sitz hinten rechts. Purer Zufall. Auf keinem andern Platz hätte ich überlebt.

(Hoeness war am 17. Februar 1982 in einer Piper Seneca auf dem Flug von München nach Hannover, zum Länderspiel Deutschland gegen Portugal. Um 20.10 Uhr kamder Notruf: «Engine trouble.» Maschinenprobleme. Dann verschwand die zweimotorige Propeller-Maschine von den Kontrollschirmen des Flughafenradars. Mitten in der kalten Nacht entdeckte ein Förster das Wrack auf einem Acker in Hannover – und einen blutverschmierten Menschen. Es war Hoeness.)

«Ich fahre seitdem gerne Zug – ist gemütlicher»

Als ich zu mir kam, lag ich im Krankenhaus, mit Arm-, Bein- und Rippenbrüchen, einer Lungenquetschung und einer Gehirnerschütterung. Ich hatte als Einziger überlebt.

Ob ich dadurch ein anderer Mensch geworden bin? Ja, am Anfang nimmst du dir das vor. Doch dann merkst du: In diesem Job wirst du schnell wieder zum alten Hektiker. Ich fahre seither aber gerne Zug. Ist gemütlicher als im Flugzeug.»

Bobby Charltons Geschichte

Zu den Sportstars, die einen Horror-Absturz überlebten, gehört auch Englands Fussball-Idol und Rekordtorschütze Bobby Charlton. Seine Geschichte:

«Ich denke jeden einzelnen Tag meines Lebens daran. Es passierte am 6. Februar 1958. Wir waren mit Manchester United auf dem Rückflug von einem Europacupspiel bei Roter Stern Belgrad und mussten in München auftanken.

Beim Neustart im Schneesturm geschah das Unglück. Ich wurde angeschnallt in meinem Sitz 50 Meter aus dem Flugzeug geschleudert und kam mit nur einer Platzwunde am Kopf davon. Acht meiner Teamkollegen starben. Auch Tommy Taylor, mit dem ich kurz zuvor noch die Sitze getauscht hatte. Einfach so. Wir waren Freunde. Ich fühle mich heute noch schuldig.»

Auch Coulthard hat überlebt

Auch der ehemalige Formel-1-Fahrer David Coulthard hat einen Flugzeugabsturz überlebt:

«Ich ging auf die 30 zu, hatte jahrelang heftig gelebt, und jede Menge Geld. Mein Leben änderte sich radikal am 2. Mai 2000. Ich sass mit meiner Freundin Heidi im Flugzeug nach Lyon. Beim Landeanflug fiel das Triebwerk aus. Wir stürzten ab. Die beiden Piloten starben.

Und ich wurde wie neu geboren. Zu Hause in Monaco lag ich im Bett, ich zitterte, und ich dachte mir nur: Das hätte es gewesen sein können. Aber was hast du dir aufgebaut? Ist da etwas von dir, das bleibt? Da war nicht viel. Ich habe nur für die Formel 1 gelebt und mitgenommen, was geht.

Heute weiss ich: Ich muss kein Star sein, um Spass zu haben. Ich brauche keine Millionen, um glücklich zu sein. Ich muss nicht pausenlos den Finger in den Mund stecken, um schlank zu bleiben. Wichtig ist nur, dass ich gesund bin und eine Familie habe. Das hat mich – bei aller Tragik – der Flugzeug-Absturz gelehrt.»
Zehnmal pro Jahr – jeweils an einem Samstag – erscheint das Sportmagazin. Die nächste Ausgabe liegt am 5. Februar 2011 am Kiosk bereit. Themenschwerpunkt: Ski Weltmeisterschaft. BLICK-Abonnenten erhalten das Magazin als Beilage. play Zehnmal pro Jahr – jeweils an einem Samstag – erscheint das Sportmagazin. Die nächste Ausgabe liegt am 5. Februar 2011 am Kiosk bereit. Themenschwerpunkt: Ski Weltmeisterschaft. BLICK-Abonnenten erhalten das Magazin als Beilage.

Top 3

1 Transfers und News im Ticker Auch de Vrij weg – Feyenoord blutet ausbullet
2 Nach Wirbelbruch an WM Neymar macht Ferien im Korsettbullet
3 Traumtore bei Testspielen So hat der WM-Kater keine Chance!bullet

Fussball