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Eine unglaubliche Geschichte, die zeigt, dass Schwule in der Türkei kaum Rechte haben. Auch in anderen Ländern ist es zwar immer noch problematisch, sich beim Macho-Sport Fussball als Schwuler zu outen, aber eine sofortige Entlassung aus diesem Grund ist bis dato noch nicht vorgekommen.
Doch in der Türkei wirft der Fall von Schiedsrichter Halil Ibrahim Dincdag hohe Wellen. Der 33-Jährige wurde gefeuert, nachdem er sich outete. Der Schiri ist entsetzt: «Ich habe kein Verbrechen begangen. Ich habe nur erklärt, dass ich homosexuell bin.» Das reicht dem türkischen Fussballverband aber für eine sofortige Entlassung!
Die Begründung: Entzug der Lizenz wegen mangelnder Fitness. Ausserdem gelten in der Türkei homosexuelle Männer als krank (!) und dürfen keinen Militärdienst leisten (das galt im Übrigen auch lange in der Schweiz). Der Militärdienst ist in der Türkei jedoch Pflicht, damit man überhaupt als Schiedsrichter arbeiten darf. Somit ist klar, Dincdag muss die Pfeife abgeben!
Nach einer Welle der Entrüstung rechtfertig sich Verbands-Vizepräsident Lufti gegenüber «Bild.de»: Er sei «nur ein zweitklassiger Schiedsrichter ohne Talent.»
Dincdag lässt sich diese Diskriminierung nicht gefallen und will weiter pfeifen: «Mein Leben ist zur Hölle geworden. Wenn es nötig ist, werde ich bis vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ziehen.»