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Es tönt wie eine Drohung, wenn José Mourinho sagt: «Real hat eine grosse Geschichte, aber es herrscht auch viel Frust.» Zwei Jahre tanzt das Weisse Ballett erfolglos um nationale Titel. Noch schlimmer die Bilanz in der Königsklasse: Seit sechs Jahren kommt Real nicht über die Achtelfinals hinaus.
Dafür räumt Erzrivale Barça Titel um Titel ab. Den Königlichen fällt Zacken um Zacken aus der Krone. Und weil die Verpflichtungen von Ronaldo, Kaká und Co. für über 250 Millionen Euro letzten Sommer nichts brachten, brechen die stolzen Madrilenen nun mit einem alten Prinzip.
Zehn Trainer in den letzten sieben Jahren
Die Stars und Diven stehen bei Real in der Regel auf dem Platz – nicht an der Linie. Beckham, Zidane oder Ronaldo sollen das Santiago Bernabeu verzaubern. Auf der Bank verheizten die Königlichen in den letzten sieben Jahren zehn Trainer.
Jetzt kommt José Mourinho, «the special one», wie er sich einst selbst nannte. Kein Mann der leisen Töne. Zu Cristiano Ronaldo sagte er: «Unter mir wirst du Titel gewinnen.» Als erster Trainer will er mit drei verschiedenen Klubs die Champions League gewinnen.
Kein Trainer hatte bei Real jemals so viel zu sagen wie «Mou». Das zeigen die Transfers: Özil von Werder Bremen, Khedira von Stuttgart oder Canales von Racing Santander – alle jung, hungrig und talentiert. Keine gestandenen Stars vom Format eines Ronaldo oder Kaká. 74,5 Millionen, nicht 250 Millionen Euro.
«Trainer mit Titel-Garantie»
Und Routine für die Defensive: Carvalho, mit dem Mourinho schon in Porto und Chelsea Pokale abräumte. 18 Titel holte er in seiner bisherigen Laufbahn! Er gilt als «Trainer mit Titel-Garantie». «In einem Entwicklungsprozess hat eine Mannschaft erst im zweiten Jahr ein System und eine Spielphilosophie», tritt er auf die Euphorie-Bremse.
Um dann anzufügen: «Glücklicherweise haben meine Teams immer schon im ersten Jahr einen Titel geholt.» Mit Porto, Chelsea und Inter wurde der neue König von Madrid auf Anhieb Meister.
Taktik-Guru «Mou»
Guardiola und seine katalanischen Königsmörder des FC Barcelona müssen sich in Acht nehmen. Mourinhos Mission ist klar: Wichtiger als eine weisse Weste sind Pokale. Dem dürfte sogar das Spektakel untergeordnet werden. «Mou» gilt als Taktik-Guru, nicht als Stürmer und Dränger.
Er sagt: «Wenn wir mit dieser Mannschaft nichts holen, muss etwas falsch laufen.»
Heute startet Barcelona gegen Fabio Coltortis Santander. Morgen kicken die Königlichen auf Mallorca.