Krimi im Clasico Traumtor von Alves - Real wirft Barça beinahe aus dem Cup

Das Rückspiel im Cup-Clasico zwischen Barça und Real bietet Hochspannung. Die Gäste trauern nach dem 2:2 den vielen vergebenen Chancen nach.

  • Publiziert: 08.50 Uhr, Aktualisiert: 27.01.2012
  • Von Dominik Steinmann

Mit dem komfortablen 2:1-Vorsprung aus dem Hinspiel im Rücken geht Barça das Cup-Viertelfinal-Rückspiel im heimischen Camp Nou wohl etwas zu locker an. Nach zehn Sekunden spielt Dani Alves einen katastrophalen Rückpass in Richtung eigenes Tor, Piqué lässt den Ball passieren im Glauben, dass Goalie Pinto die Situation klärt. Doch Real-Stürmer Higuain schiebt sich dazwischen und kann alleine vor dem Tor abziehen. Er vergibt kläglich.

Kaum zu glauben: In den ersten zwölf Minuten erspielen sich die Gäste mehr Torchancen als beim Barça-Monolog vor einer Woche in Madrid. Higuain und Cristiano Ronaldo scheitern an Pinto. Der Portugiese verzieht zudem aus guter Position.

Die Gäste setzen die Katalanen mit aggressivem Pressing unter Druck, Barça kann das gewohnte Kurzpassspiel kaum entfalten. Superstar Lionel Messi versuchts mit einem Schuss aus der Drehung – doch dieser streift am Tor vorbei (14.).

Real wirft alles nach vorne, mindestens zwei Tore braucht das Team von Coach José Mourinho, um weiterzukommen. Pech für die Königlichen: Der überragende Mesut Özil trifft mit einem Distanzschuss nach 25 Minuten nur das Lattenkreuz, der Ball setzt knapp vor der Torlinie auf. Dann vertändelt Keeper Pinto den Ball, spielt diesen Higuain in die Füsse. Doch der Argentinier schiesst den Goalie an.

Als Real vor der Pause etwas nachlässt, schlägt die Elf von Trainer Pep Guardiola zu: Nach einem Messi-Solo (der Argentinier zieht alle Verteidiger auf sich) muss Pedro nur noch einschieben (43.). Und es kommt noch dicker: Dani Alves haut den Ball nach einem Corner herrlich in den Winkel (47.). Statt mit einer 2:0-Führung gehen die Weissen mit einem 0:2-Rückstand in die Kabine.

Die Luft scheint draussen. Real braucht noch drei Tore, ein schier unmögliches Unterfangen. Doch Cristiano Ronaldo nach Zuspiel von Özil (67.) und der eingewechselte Benzema (71) stellen innerhalb von vier Minuten auf 2:2. Barça wankt, die «Blaugranas» agieren ungewöhnlich passiv und fehlerhaft. Ronaldo kann eine perfekte Özil-Vorlage nicht veredeln (75.).

Es folgen zwei heikle Strafraum-Szenen: Zunächst drückt Pepe (der Portugiese spielte trotz seiner Attacke an Messi im Hinspiel) Stürmer Alexis Sanchez weg und im Gegenzug räumt Puyol Benzema ab. Die Pfeife von Schiri Teixeira Vitienes bleibt stumm. Umstritten sind zwei Handspiele von Busquets und Abidal sowie zwei mögliche Platzverweise gegen Lass Diarra und Pepe (nach einem Schlag ins Gesicht von Fabregas).

Die 88. Minute: Sergio Ramos muss mit Gelb-Rot vom Platz. Messi verpasst im Finish den K.o.-Schlag, es bleibt beim 2:2. Barça zieht mit einem Gesamtskore von 4:3 in die Halbfinals der Copa del Rey ein.

Den Gästen bleibt der grosse Coup verwehrt. Aber: Real zeigt das beste Spiel gegen den Erzrivalen, seit Mourinho Trainer ist. Gerade einmal drei Schüsse kommen auf das Tor von Real-Goalie Casillas.