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José Mourinho schafft auch im neunten Aufeinandertreffen als Real-Trainer den zweiten Sieg gegen Pep Guardiolas Barcelona nicht. Der Portugiese sorgt schon vor der Partie bei der Bekanntgabe seiner Aufstellung für eine Überraschung. Er nominiert Hamit Altintop als rechten Verteidiger und Carvalho als Innenverteidger. Beide hatten in der bisherigen Saison kaum Spielpraxis. Dazu beordert Mourinho Raubein Pepe ins Mittelfeld.
Zunächst geht das ultra-defensive Konzept auf. Cristiano Ronaldo bringt die Königlichen in der 11. Minute nach einer schönen Einzelleistung (er lässt Piqué aussteigen) in Führung. Allerdings macht Barças Ersatztorhüter Pinto eine schlechte Figur. Danach spielen nur noch die Gäste.
Zwar rettet Real den Vorsprung in die Pause. Doch gleich nach Wiederanpfiff köpft Puyol einen Xavi-Eckball in die Maschen (49.). Zu weit weg steht: Pepe. Der für seine Aussetzer bekannte portugiesische Nationalspieler verliert in der Folge die Fassung. Zuerst simuliert er nach einem Laufduell mit Cesc Fabregas oscarreif einen Schlag ins Gesicht. Dann tritt er dem am Boden liegenden Weltfussballer Lionel Messi absichtlich auf die Hand. ManU-Star Wayne Rooney twittert, was wohl viele denken: «Pepe, welch ein Idiot.»
Ein Wunder, dass Pepe im ganzen Spiel nur eine Gelbe Karte erhält. Auch seine Landsleute Carvalho (säbelt ebenfalls Messi um) und Coentrao (drückt den Argentinier perfid zu Boden) hätten vom Platz gestellt gehört.
Messi, der eine unauffällige Partie zeigt, sorgt mit einem genialen Pass auf Abidal in der 77. Minute für die Entscheidung. Der Franzose, der sich vor einem Jahr einen Lebertumor entfernen lassen musste, schiebt an Casillas vorbei zum 2:1-Endstand ein.
Die Katalanen beklagen zwei Aluminium-Treffer durch Sanchez (16.) und Iniesta (55.), auch Reals Benzema scheitert am Pfosten (58.). Barça-Keeper Pinto zeigte keine einzige Parade im gesamten Spiel, einmal schepperte es am Gebälk, einmal zappelte der Ball im Netz.
Für Real dürfte es schwierig werden, im Rückspiel am nächsten Mittwoch im Camp Nou noch den Halbfinal-Einzug zu schaffen. Nach der erneuten Pleite gegen den Erzrivalen steht Mourinho in der Kritik. «So gehts auch nicht, Mourinho», titelte «Marca» nach dem Spiel. Schliesslich trat «The Special One» sein Amt mit dem Versprechen an, die Hegemonie von Barça zu beenden. (ds)