Real-Boss Perez Dreht er jetzt völlig durch?

  • Aktualisiert am 19.01.2012
  • Von Sébastian Lavoyer
Perez' Absicht setzt dem Wahnwitz die Krone auf.- AP

MADRID - Erst klotzt er Kohle raus, was das Zeug hält. Jetzt will Real-Präsident Perez eine eigene Liga gründen — mit Europas Top-Teams.

Real-Präsident Florentino Perez treibt Fussball-Europa diesen Sommer in den Wahnsinn. Allein für die Verpflichtungen der einstigen Weltfussballer Cristiano Ronaldo und Kaka haben die Königlichen unter Federführung des Bauunternehmers 240 Millionen Franken ausgegeben. Seither spielen die Preise auf dem Transfermarkt verrückt. Zum Ärger vieler grosser Klubs in Europa. Aber Perez hat noch nicht genug.

Der Vorschlag ist als Drohung Richtung Uefa zu verstehen.

Die besten und reichsten europäischen Klubs sollen, wenn es nach Perez geht, schon bald in der European Super League gegeneinander antreten. Dieser Vorschlag ist als Drohung Richtung Uefa zu verstehen. Denn Perez ist nicht zufrieden mit der Champions League (CL). Das Format des Millionen-Wettbewerbs sei für die grössten Klubs nicht lukrativ genug, so Perez.

Das heisst: Perez will, dass die Top-Klubs Europas in einer eigenen Liga spielen – und nicht mehr in der Premier League oder der Bundesliga! Ein irrer Plan.

Madrid, wo der Champions-League-Final nächstes Jahr ausgetragen wird, hat sich zwar während der letzten zehn Jahre immer für die Champions League qualifiziert. Seit 2004 sind die Königlichen allerdings nicht mehr über die Viertelfinal-Qualifikation hinausgekommen. Das bedeutet viele Millionen weniger in den königlichen Kassen.

Perez sieht sich gezwungen, mehr Geld reinzuholen

Nachdem die Madrilenen mit geliehenen Millionen um sich geschmissen haben wie anno dazumal in Perez’ erster Amtszeit, sieht sich der Multimilliardär nun offensichtlich gezwungen, mehr Geld reinzuholen.

Natürlich spricht er nicht von Geld. «Wir müssen zu einer Vereinbarung kommen, die garantiert, dass die Besten immer gegen die Besten spielen», sagte er im spanischen Fernsehen. Es gehe nicht darum, die nationalen Ligen zu verdrängen.

Uefa-Präsident Michel Platini kann der Idee nichts abgewinnen. «Ich denke nicht, dass es sich um eine Drohung handelt», sagt er.

Letztmals unternahm die AC Milan in den späten 90er-Jahren einen ernsthaften Versuch, eine europäische Super-Liga einzuführen. Prompt offerierte die Uefa den Klubs aus den grossen Ligen mehr CL-Plätze. Die Revolution scheiterte.

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