WM-Quali - Die Übersicht Portugal zittert – Für Frankreich wird’s ungemütlich

  • Aktualisiert am 02.01.2012

Portugal holt in Dänemark nur ein Remis und muss weiter zittern. Für Frankreich wirds nach dem 1:1 gegen Rumänien ebenfalls brenzlig. Die grosse Übersicht zur WM-Quali.

Gruppe 1: Eine Runde für Schweden

In der spannenden Gruppe 1 ist vieles für Schweden gelaufen. Die Skandinavier siegen in Ungarn dank eines Tores von Zlatan Ibrahimovic in der 94. Minute 2:1. Mit diesem Erfolg überholen sie Portugal und schieben sich bis auf einen Punkt an den Tabellenzweiten Ungarn heran.

Im zweiten Spitzenkampf trennen sich Leader Dänemark und Portugal 1:1. Die Lusitaner sind im fremden Stadion hoch überlegen, doch sie vergeben zahlreiche hundertprozentige Möglichkeiten und müssen schliesslich gar noch froh sein um das Remis.

Dem eben erst eingebürgerten Liedson gelingt der Ausgleich erst in der 86. Minute per Kopf nach einem Corner. Ansonsten sündigen Cristiano Ronaldo, Deco und Co. ein ums andere Mal im Abschluss.

Nicklas Bendtner von Arsenal London hat die Dänen kurz vor der Pause in Führung gebracht. Er nimmt mit der Brust eine Flanke sehenswert an und befördert den Ball via Dropkick in den Netzhimmel. Die Partie in Kopenhagen wird vom Schweizer Top-Schiedsrichter Massimo Busacca geleitet.

Portugal reist nun nach Ungarn, wo ein Sieg Pflicht ist, andernfalls droht das erstmalige Verpassen einer WM- oder EM- Endrunde seit 1998.

Gruppe 3: Remis im Bruder-Duell

In der umkämpften Gruppe 3 hat es keine Siege gegeben. Die Partien Slowakei – Tschechien (2:2) und Polen – Nordirland (1:1) enden Unentschieden.

Das Remis im «Bruder-Duell» in Bratislava kommt eher der Slowakei zu Gute, das nachwievor unerwartet an der Tabellenspitze steht. Die Tschechen haben als Fünfter nur noch geringe Chancen auf die WM- Qualifikation. Abschreiben darf man aber auch sie noch nicht. Gelacht haben ob diesen Resultaten dürfte das spielfreie Slowenien.

Minime Hoffnungen auf den zweiten Platz darf sich auch noch Finnland machen. Das Team mit den Zürchern Hannu Thininen und Veli Lampi schrammt beim 2:1 in Aserbaidschan knapp an einer Blamage vorbei.

Nach seinem ersten Treffer in der laufenden Qualifikation führt das Heimteam bis eine Viertelstunde vor Schluss 1:0, ehe Markus Heikkinen (74.) und Petri Pasanen (85.) die Partie noch wenden.

Gruppe 4: Liechtenstein in Russland ohne Chance

In der Gruppe 4 gibt sich Russland, der erste Verfolger des spielfreien Leaders Deutschland, zuhause gegen Liechtenstein keine Blösse. Das Team des Holländers Guus Hiddink siegt in St. Petersburg gegen Liechtenstein 3:0. Roman Pawljutschenko entscheidet mit einer Penalty-Doublette kurz vor der Pause die Partie zugunsten des Heimteams, das in der 17. Minute durch Wasili Beresuzki 1:0 in Führung gegangen ist.

Am Mittwoch treffen die Russen auswärts auf Wales, während Deutschland Aserbaidschan empfängt. Der Final um den Gruppensieg zwischen den beiden Favoriten steigt am 10. Oktober in Moskau.

Gruppe 5: Bosnien überrascht

In der Gruppe 5 darf sich etwas überraschend Bosnien-Herzegowina weiterhin Hoffnungen machen. Das Team des ehemaligen Schweizer Nationaltrainers Miroslav Blazevic feiert mit dem 2:0 in Armenien den vierten Sieg in Serie. Für die beiden Tore sorgen nicht etwa die Bundesliga-Stars Vedad Ibisevic und Edin Dzeko, sondern Senijad Ibricic von Hajduk Split (6.) und Zlatan Muslimovic von PAOK Saloniki (73.).

Die Bosnier sind hinter Spanien die klare Nummer 2. In sieben Partien haben sie fünfmal gewonnen, Niederlagen gabs beim unangefochtenen Leader und in der Türkei. Am Mittwoch kommt es zu Hause in Zenica zum wichtigen Duell mit den Türken, die vier Punkte Rückstand aufweisen.

Der EM-Halbfinalist Türkei würde noch weiter zurückliegen, wenn er das dramatische Spiel gegen Estland nicht mit 4:2 für sich entschieden hätte. Die Equipe von Fatih Terim tut sich gegen den Aussenseiter aus dem Baltikum eine Stunde lang sehr schwer, ehe Arda Turan und Tuncay Sanli die Entscheidung herbeiführen.

Gruppe 6: England noch nicht durch

In der Gruppe 6 darf sich das spielfreie England erwartungsgemäss noch nicht über das Ticket für Südafrika freuen. Kroatien (1:0 gegen Weissrussland) und die Ukraine (5:0 gegen Andorra) punkten wie budgetiert.

Das Siegestor für die Kroaten, die am Mittwoch in England gastieren, erzielt der ehemalige Basler Ivan Rakitic in der 24. Minute. Für ihn dürfte dieser Treffer Balsam sein, stand er doch zuletzt auf Schalke arg in der Kritik.

Gruppe 7: Frankreich weiter zurückgebunden

Für Frankreich wird die Lage in der Gruppe 7 immer brenzliger. Nach dem 1:1 in Paris gegen Rumänien weist die «Equipe tricolore» vier Punkte Rückstand auf die führenden Serben auf. Die Serben könnten sich damit das WM-Ticket bereits am Mittwoch in Belgrad beim Direktduell sichern.

Chancen, sich eine bessere Ausgangslage vor dem Aufeinandertreffen mit Serbien zu schaffen, haben die Franzosen vor 78 000 Zuschauern im Stade de France reichlich. Schon in der ersten Halbzeit vergeben Thierry Henry, Yoann Gourcuff und Bakary Sagna gute Tormöglichkeiten.

In der zweiten Halbzeit tritt das Team von Raymond Domenech noch dominanter auf und wird rasch durch einen Kopfballtreffer von Thierry Henry (39. Tore im 112. Länderspiel) belohnt (48.). Doch in der Defensive zeigt der WM-Finalist fatale Schwächen. Julien Escudé produziert nach einer eher harmlosen Hereingabe ein Eigentor zum 1:1 (56.).

Frankreich hat in den letzten sieben Spielen nie mehr als einen Treffer erzielt.

Österreich wahrt dank dem 3:1 gegen die Färöer seine kleine, theoretische Chance auf die WM-Teilnahme. Stefan Meierhofer trifft schon nach 49 Sekunden zum 1:0. Im letzten Oktober war das Team von Dietmar Constantini auswärts gegen den selben Gegner nicht über ein 1:1 hinausgekommen.

Gruppe 8: Italien dankt Kaladse

Weltmeister Italien kommt in Georgien zu einem wichtigen 2:0-Sieg. Beim Schlusslicht der Gruppe 8 profitiert die «Squadra Azzura», die zuletzt drei Spiele in Folge ohne Tor geblieben ist, von der Mithilfe des georgischen Milan-Verteidigers Kacha Kaladse.

Italiens Premierminister Silvio Berlusconi, im Nebenamt Besitzer der AC Milan, dürfte schon lange nicht mehr so stolz auf seinen Schützling gewesen sein. Kaladse bringt das Kunststück fertig, innerhalb von zehn Minuten (57. und 67.) zwei Eigentore zu schiessen. Zweimal befördert er eine Flanke aus dem linken Mittelfeld ins Netz – das erste Mal mit dem Kopf, das zweite Mal sehenswert mit dem Fuss.

Weil gleichzeitig das zweitklassierte Irland in Zypern dank einem späten Tor von Robbie Keane (83.) 2:1 gewinnt und auch Bulgarien nach einem 0:1-Rückstand gegen Montenegro noch einen 4:1-Pflichterfolg feiert, ändert sich an der Ausgangslage nichts. Italien führt die Tabelle mit einem Punkt Vorsprung auf die Iren an und hat zudem ein Spiel weniger ausgetragen.

Gruppe 9: Schottland in der Pole-Position

Schottland hat sich in der Gruppe 9 eine hervorragende Ausgangslage geschaffen, um als Gruppen-Zweiter in die Barrage- Spiele im November einzuziehen. Den «Bravehearts» reicht nach dem 2:0 am Samstag gegen Mazedonien am Mittwoch zuhause gegen das bereits als Gruppensieger für die WM qualifizierte Holland ein Punkt, um sich Platz 2 in der Tabelle zu sichern.

Nachdem die Schotten vor der Pause mit den aufsässigen Gästen aus Mazedonien Mühe bekunden, erlöst Scott Brown mit dem 1:0 in der 56. Minute die Zuschauer im Hampden Park. Für den Höhepunkt des Abends sorgt James McFadden, der kurz vor Schluss ein Solo über 50 Meter mit dem 2:0 abschliesst. Definitiv ausgeschieden ist Island, das zuhause gegen Norwegen nur zu einem 1:1 kommt. (Si/msc)

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