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Nach einer für Müller enttäuschend verlaufenen Saison 2007/2008 war sein Vertrag in Lyon nicht verlängert worden. Die Müllers siedelten nach der Euro 08 nach Genf um, blieben aber auf gepackten Koffern sitzen – bereit, jederzeit wieder loszuziehen, am liebsten in eine Stadt im Ausland, in der Fussball in einer der fünf grossen Ligen angeboten wird. Vor Saisonbeginn, Anfang August, verhandelte Müller mit Aufsteiger Grenoble, doch sollen sich die Parteien finanziell nicht gefunden haben.
Zwischendurch bekundete auch der FC Zürich sein Interesse am Abwehrchef der Schweizer Nationalmannschaft. Eine Rückkehr in die Axpo Super League war für Müller aber wohl nie ein Thema. Er hätte nach Frankreich (Lyon) und Spanien (Mallorca) gerne ein neues Land kennen gelernt, doch seriöse Anfragen kamen nur aus dem Hexagon. Also flirtete er nach Grenoble auch mit Auxerre, und konkret war bis zuletzt vor allem das Interesse von Paris Saint-Germain.
Für Monaco hat sich Müller nun offenbar wegen des Trainers entschieden. Der Brasilianer Ricardo (43), einst ein herausragender Innenverteidiger und mit der Seleção 1990 WM-Teilnehmer, machte sich stark für die Verpflichtung des Schweizers. Müller soll Erfahrung in das noch relativ junge Team bringen.
Es ist fehlende Erfahrung, die am Wochenende beispielsweise in Grenoble in die erste Saisonniederlage mündete (0:1), und Monaco nach vier Runden in die zweite Tabellenhälfte abrutschen liess (11. Platz).
Immerhin sind die wenigen Routiniers der Equipe in der Verteidigung zu finden. In Grenoble standen in der zentralen Abwehr Captain François Modesto (30), er mit Vergangenheit in der Serie A (Cagliari), und der Kroate Dario Simic (32), der auf die neue Saison hin von Milan übernommen wurde.
Nun kann die Saison 2008/2009 mit mehrwöchiger Verzögerung also auch für Patrick Müller beginnen. Weil er bisher nur am Verhandlungstisch, nicht aber auf dem Rasen tätig war, gehörte er bisher auch nicht zum Kader der SFV-Auswahl des neuen Nationalcoaches Ottmar Hitzfeld.
Weder für das Testspiel gegen Zypern im August noch für die kommenden WM-Qualifikationsspiele gegen Israel am nächsten Samstag und gegen Luxemburg nächste Woche wurde der Genfer berücksichtigt.
Dass Müller nun rasch zu Spielpraxis kommt, kann nur im Interesse von Hitzfeld und der Schweizer Nationalmannschaft sein. Ein fitter Müller ist der unumstrittene Patron in der Defensive. Das war der Romand auch in der Ära unter Köbi Kuhn zwischen 2002 und 2008 mit den EM- und WM-Endrunden 2004, 2006 und 2008 gewesen.
Es war die Zeit, in der Müller auf Klub-Ebene Erfolge sammelte wie kein anderer Schweizer. Er wurde in diesen sechs Jahren sechsmal französischer Meister und holte den Titel auch in der Schweiz einmal (2005 mit dem FC Basel). (si)