Ungewöhnlich Ösi-Fan fühlt sich sexuell diskriminiert

  • Aktualisiert am 02.01.2012
Österreichische Fussballfans.- Keystone

WIEN - Ein männlicher Fussballfan aus Österreich klagt auf 30 Franken Schadenersatz, weil er bei einem Länderspiel mehr für den Eintritt bezahlte als die weiblichen Zuschauer.

Der österreichische Verfassungsgerichtshof (VfGH) befasst sich zurzeit mit einem eher ungewöhnlichen Fall:

Wie die «Krone» in ihrer Online-Ausgabe berichtet, verlangt ein männlicher Fussballfan aus Wien 30 Franken Schadenersatz, weil er im Februar und März 2008 bei zwei Länderspielen der österreichischen Fussballnationalmannschaft mehr Eintritt bezahlen musste als die weiblichen Besucherinnen. Der Fan fühlt sich sexuell diskriminiert.

Auf der Anklagebank sitzt nicht der Fussballverband (ÖFB), sondern der österreichische Bund. Die EU-Anti-Diskriminierungsrichtlinie wurde nicht rechtzeitig zum Jahresbeginn 2008 umgesetzt, sondern erst im August.

Bald auch keine Ermässigung mehr für Jugendliche und Senioren?

Der ÖFB hatte die Tickets günstiger abgegeben, um mehr Frauen ins Stadion zu locken. Aber der Kläger zieht in Zweifel, ob es die Aufgabe des ÖFB (oder des Staates) sei, den Sport für die Damenwelt schmackhaft zu machen. Vielmehr sei wohl das einzige Ziel gewesen, das Stadion zu füllen.

Pikant: Wenn man den Gedanken konsequent weiterführt, müssten auch Ermässigungen für Jugendliche und Senioren verboten werden, warnte die Rechtsvertreterin des Bundes.

Bei den letzten Länderspielen bestand das Problem übrigens nicht mehr, der ÖFB bot keine Ermässigungen für Frauen mehr an. Für den Kläger ist das ein Schuldeingeständnis. Das definitive Urteil steht noch aus. (msc)

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