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Auf einmal stand sie im Fokus der Medien: Sara Carbonero (25), Freundin von Spaniens Nati-Goalie und Captain Iker Casillas. Nach der Auftakt-Pleite gegen die Schweiz in Südafrika haben gewisse Zeitungen sie als Schuldige für die Schmach gegen den Aussenseiter ausgemacht. Sie lenke Iker ab, wenn sie hinter dem Tor Interviews mache.
Am Donnerstag in Feldkirch (A) war Carbonero wieder dabei – in verwaschenen Jeans, weissem T-Shirt und dunkelbrauner Lederjacke. Die Uhr zeigt 15.33 Uhr, als sie vor dem Hotel Illpark «Hola, Hola» ins Mikrofon sagt. Ton-Test. Alles okay.
Ihre blauen Augen strahlen, sie beginnt die Moderation mit einem Lächeln. Für TeleCinco ist sie live vor Ort – wie bei der WM. Heute spielt der Weltmeister im Ländle.
Wie hat sie die WM erlebt? Was weiss sie über den Formstand von Iker und seinen Kollegen? «Sara, Entschuldigung, wäre es möglich, ein Interview mit dir zu machen?»
«Nein, tut mir leid. Ich bin hier, um zu arbeiten, wie du. Nicht um Interviews zu geben», sagt sie freundlich. Dann lächelt sie, neigt den Kopf leicht zur Seite, als ob sie fragen wollte: «Verstehst du?»
Ich verstehe.
Kurz darauf sitzt sie mit Kollegen vom TV im «Il Gusto», geniesst zum Mittagessen ein Schweinskarree mit Kräuterbutter und Salat. Um 16.00 Uhr, wie in Spanien üblich. Immer wieder tippt sie SMS-Nachrichten.
Vielleicht an Iker, der zu diesem Zeitpunkt auf dem Hotelzimmer die Ruhepause nach der Reise geniesst. Um 17.45 Uhr werden die Spieler geweckt, um 18.00 gehts zum Training. Eine Stunde später betritt der Weltmeister das Feld im 6000-Personen-Stadion von Vaduz.
Werden die Weltmeister vor einer so kleinen Kulisse gar nachlässig? Xavi: «Das gibt sicher keinen Spaziergang. Der Fussball ist sehr ausgeglichen. Egal, gegen wen wir spielen – wir sind Weltmeister und immer Favorit.»
Wie schnell es gehen kann, wenn man den Kopf nicht bei der Sache hat, merkten die Spanier beim 0:1 gegen die Schweiz. Hatten sie heute beim Anflug auf Zürich böse Erinnerungen? Xavi lacht: «Nein. Aber das Spiel gegen die Schweiz hat uns gelehrt, dass einem jeder Gegner das Leben schwer machen kann.»
Das sollte heute gegen Liechtenstein (ab 20.45 Uhr im Blick.ch-Ticker) nicht passieren. Selbst wenn Sara Carbonero wieder hinter dem Tor Interviews führt. Die Ausrede gilt sowieso nicht mehr.