Die 1:3-Pleite gegen Messis Argentinien macht den Titanen richtig sauer. Oli Kahn (43) platzt im TV-Studio der Kragen.
Argentinien tanzt mit der deutschen Nationalmannschaft am Mittwochabend Tango und schlägt das Team von Trainer Jogi Löw mit 3:1. «Mist gegen Messi», titelt die BILD-Zeitung.
Einer ist so richtig sauer: Goalie-Titan Oliver Kahn! Der ehemals beste Goalie der Welt (Welttorhüter 1999, 2001, 2002) geht nach dem Spiel im ZDF-Studio auf Jogi Löw und seine Mannschaft los.
«Soll ich jetzt auch sagen: ‹Alles super, alles toll, 1:3 verloren, aber… mein Gott, wo ist das Problem›? In den letzten Monaten hat sich immer wieder gezeigt, dass die Mannschaft in der Defensive relativ grosse Probleme hat. Grosse Mannschaften brauchen eine Kompaktheit, eine Stabilität im Defensivbereich. Da muss man grundsätzliche Überlegungen anstellen.»
Kahn greift auch Jogi Löw an: «Der Bundestrainer muss sich da auch mal Gedanken machen. Es ist ja alles schön und gut mit Spielphilosophie und Offensive, aber grundsätzlich hat der Gegner zu viele Torchancen.»
Der Goalie-Legende platzt der Kragen. Besonders die fehlende Selbstkritik der Spieler nach der Argentinien-Pleite macht dem langjährigen DFB-Captain zu schaffen: «Ich muss doch mal unzufrieden sein. Wir haben gegen die Italiener blutleer verloren und jetzt wieder drei Stück kassiert. Da muss man sich auch mal ärgern.»
Im Studio gesellt sich während Kahns Wutrede auch Jogi Löw in die Runde. Der Bundestrainer steht brav neben Polterer Kahn und hört zu. Er sagt: «Ich teile seine Meinung nur bedingt. Im Abwehrzentrum war es sehr schwer heute. Da gab es einige Situationen, die wir besser lösen können. Ich konnte nicht sehen, dass die Spieler nicht den Willen hatten.»
Team-Manager Oliver Bierhoff nimmts nicht so locker wie Löw. Besonders die vermeintlich fehlende Selbstkritik habe er auch schon gesehen. Er schiesst zurück: «Kahn sass nach dem WM-Final 2002 auch stumm am Pfosten!» Nach der Pleite gegen Brasilien setzte sich Kahn damals völlig frustriert auf den Rasen. Kahn geht darauf gar nicht erst ein: «Ist das jetzt das Niveau, auf dem wir diskutieren?»
Vor der WM-Quali ist also bereits mächtig Zunder im DFB-Team. Ob die Kritik des Titans da zur richtigen Zeit kommt? (wst)
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