Christian Gross: «Ich will keine Schweizer!»

  • Publiziert: 13.01.2010, Aktualisiert: 02.01.2012
  • Von Michael Wegmann aus Stuttgart

Schweizer Klubs können aufatmen: Stuttgart-Trainer Christian Gross will sich nicht in der Super League bedienen.

Die Generalprobe ist Christian Gross und seinem VfB Stuttgart geglückt. Sie schlagen gestern bei eisiger Kälte den LASK Linz 2:1. «Ich habe ein gutes Gefühl für den Samstag», sagt Gross. «Wir wollen unbedingt das erste Spiel gewinnen. Dafür müssen wir aber erst noch den Schweizer Nati-Goalie bezwingen.»

Zum Rückrunden-Auftakt ist Diego Benaglio mit Meister Wolfsburg zu Gast in der Stuttgarter Arena. Gross hat im Trainingslager in La Manga ausführliche Einzelgespräche geführt. «Ich spüre die Mannschaft.»

Seine Mission heisst Ligaerhalt. Muss sich der VfB dazu noch verstärken? Gross: «Wünsche hat ein Trainer immer, aber es muss auch Sinn machen.» Zuoberst auf der Liste steht ein Spieler für die Aussenbahn. Was ist mit seinem ehemaligen FCB-Schützling Valentin Stocker? Gross winkt ab. «Kein Thema.» Auch alle anderen Schweizer Klubs dürfen aufatmen!

Der Höngger Polizistensohn bedient sich im Gegensatz zu früheren Schweizer Bundesligatrainern wie Favre, Latour oder Koller nicht im eigenen Gärtchen. Gross: «Man holt ja meistens Spieler, die man schon gecoacht hat und kennt. Ich bin der Ansicht, dass die Spieler auch ohne mich weiterkommen müssen. Ich habe vielen Jungen Hilfestellung für eine Karriere geboten.»

Am Samstag zum Rückrunden-Auftakt kommts zum Wiedersehen mit einem Altbekannten. Gross und Wolfsburg-Coach Armin Veh kickten einst zusammen beim FC St. Gallen. «Dreissig Jahre haben wir uns nicht mehr gesehen», sagt Gross. «Veh war ein technisch versierter Offensivspieler. Ein Brasilianer.» Und was waren Sie? Gross überlegt lange: «Ich glaube, ich habe die Karriere gemacht, die mit meinen Qualitäten als Spieler möglich war.»