Die Deutschen gehen weiter gegen Fifa-Präsident Sepp Blatter (76) vor. Jetzt mischt sich auch Bayern-Präsi Uli Hoeness (60) ein.
Uli Hoeness ist kein Mann der leichten Worte. Der Bayern-Präsident rief schon vor einem Jahr das Ende von Sepp Blatters Amtszeit als Fifa-Präsident aus. «Die Uhr von Blatter tickt», sagte er nach der Wahl Blatters im letzten Juni.
Auch jetzt, nachdem Blatter am Dienstag seinen Reformprozess im Exekutivkommitee durchboxte, geht Hoeness zum Angriff über: «Ein Neuanfang bei der Fifa geht nur ohne Blatter», so der Bayern-Boss in der «Bild-Zeitung». «Ich kann mir nicht vorstellen, dass er seine Amtszeit übersteht. Wenn er noch mal kandidieren würde, wäre das der Witz des Jahres!»
An der Party zu seinem 60. Geburtstag soll Hoeness sogar auf einen Rauswurf von Blatter vor Ende der Amtszeit gewettet haben. Diese Behauptung von Blatter selber aber weist Hoeness entschieden von sich.
Der Boss der Deutschen Fussball-Liga, Reinhard Rauball, bleibt auch bei seiner Forderung nach einem Blatter-Rücktritt. Nicht so Ex-DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger: «Aus der Sicht der Fifa-Exekutive ist Blatter absolut tragbar.»
Auch der aktuelle DFB-Präsident, Wolfgang Niersbach, krebst zurück: «Das Wort Rücktritt wird sicher keine offizielle Initiative des DFB werden.»
Mit der Einführung einer Ethik-Kommission und der Ernennung von je einem Richter für die Untersuchungs-Kammer sowie der Ethik-Gerichtsabteilung siegte Sepp Blatter am Dienstag auf ganzer Linie.
Auf die Rücktrittsforderungen reagiert Blatter gelassen: «Wenn ich jedesmal reagieren würde, wenn irgendwo auf der Welt jemand meinen Rücktritt fordert, würde ich mich blau und grün ärgern. Damit muss man einfach leben. Wenn man mich nicht mehr will in der Fifa, dann werden die Verbände aufstehen: ‹Blatter, wir wollen nicht mehr.› Ich werde sagen: ‹Danke schön›, und gehe dann. Das ist aber der Kongress, der das macht.»
Zu Forderungen Deutscher Politiker, Blatter das 2006 verliehene Bundesverdienstkreuz wegzunehmen, sagt der Walliser: «Kein Kommentar. Wenn man mir es wegnimmt, dann nimmt man es mir weg.» (wst/A.Bö.)
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