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Genau 93137 Zuschauer füllten beim Freundschaftsspiel zwischen der Los Angeles Galaxy und Champions-League-Gewinner FC Barcelona das riesige Rose Bowl Stadium in Pasadena. Letztmals gab es 1999 an gleicher Stelle anlässlich der Frauen-Fussball-WM eine ähnlich grosse Kulisse für ein Fussballspiel in Amerika.
Die Fans strömten vor allem ins weite Rund, um die Gastmannschaft aus Europa zu sehen. Und sie kamen auf ihre Kosten. Die technischen Finessen und das ultraschnelle Kurzpassspiel der Katalanen begeisterten.
Die Fans pfiffen aber auch leidenschaftlich den neuen «Bad Guy» des US-Fussballs aus, David Beckham. Sie pfiffen gnadenlos über die gesamte Spieldauer, bei jeder Ballberührung des Engländers. Beckham hatte von Januar bis Juni 2009 für die AC Milan gespielt, und diesen Abstecher nach Europa verzeiht ihm das amerikanische Publikum nicht.
Erstaunlicherweise zeigt sich Don Garber – Boss der Major League Soccer (MLS) – hocherfreut über die Pfiffe.
«Die Fans hier sorgen sich mittlerweile um den Fussball», meinte Garber nach der Partie. Die Pfiffe bewiesen Leidenschaft und Identifikation. Das sei neu, früher hätten seine Landsleute den Fussball eher mit Gleichgültigkeit verfolgt.
Der US-Fussball kämpft jedoch immer noch um sein Publikum. Die MLS verzeichnet einen Zuschauerschnitt von 15515, für amerikanische Verhältnisse nicht gerade beeindruckend.
«Deshalb sind solche Fussball-Ereignisse mit globaler Medienberichterstattung so wichtig für uns», analysiert Garber, «die ganze Welt spricht von diesem Spiel, und das kann der MLS nur gut tun.»
Leidenschaft hin, Identifikation her. Ob es Beckham in Zukunft weiterhin Spass machen wird, bei jedem Spiel mit Pfiffen eingedeckt zu werden, ist fraglich.
Damit hätte der Flankengott ein lautstarkes Argument für eine Rückkehr nach Europa. Und damit wären wir zurück am Ursprung der leiden Geschichte, der Entfremdung zwischen Beckham und dem Fanlager der Galaxy.