Die Bayern-Krise: «Klinsi» unter Beschuss

  • Publiziert: 29.09.2008, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Gianni Wyler

MÜNCHEN - Zwei Niederlagen in Folge, der schlechteste Saisonstart seit 1977. Fünf Punkte beträgt der Rückstand auf Tabellenführer Hamburger SV. Jürgen Klinsmann (44) steht in München unter enormen Druck.

Das 2:5 gegen Werder Bremen und das 0:1 bei Hannover 96 sorgen bei den Fans jetzt für dicke Luft! Den Schuldigen haben sie schon gefunden: Trainer Jürgen Klinsmann (44).

Rotationsprinzip als Ursache?

Bayern-Coach Klinsmann rotierte die Mannschaft munter durch. Gegen Hannover brachte er Sosa und Breno, dafür waren die brasilianischen Stars Lucio und Zé Roberto nicht im Kader. Und prompt verlor man gegen Hannover 96 mit 0:1.

Auf die Frage, ob das Rotationsprinzip die richtige Lösung für die Münchner ist, antwortete der Captain Mark van Bommel: «Wenn der Trainer entscheidet, dass er rotiert, dann rotiert er.»

Beckenbauer sieht alles nicht so schlimm

«Wie sollen Breno oder Sosa Spielpraxis bekommen, wenn sie nicht zum Einsatz kommen? Und warum nicht bei einem Spiel in Hannover?», sagt Franz Beckenbauer im Interview mit der Bildzeitung.

«Jürgen wird sie im Laufe der Saison noch brauchen. Also ist es konsequent, ihnen auch vorher eine Chance zu geben.», fügte der Kaiser an.

«Klinsi» bleibt ruhig

Klinsmann selber setzt noch einen drauf:
«Ich kann mir sogar vorstellen, noch in einer anderen Frage zu rotieren – in der Kapitäns-Frage.»

Die Captain-Frage wurde erst laut, als Klinsmann seinen Captain Mark van Bommel auf der Ersatzbank sitzen liess.

Und genau dieser van Bommel stärkt jetzt den Rücken von Klinsmann, in dem er sagte, dass jeder Spieler jetzt mehr Verantwortung übernehmen müsse. Dies zum Beispiel in Form der Captain-Binde.

Nächste Chance kommt bereits

Am kommenden Samstag werden die Bayern ihre nächste Chance erhalten, den Kritikern zu beweisen, dass sie doch noch zu den Mitfavoriten auf den Titel in der Bundesliga gehören.

Falls sie aber gegen das Team von Marcel Koller VFL Bochum verlieren, werden die Diskussionen sicherlich kein Ende finden. Vielleicht muss sogar ein Jürgen Klinsmann bald Angst um seinen Job haben?

play Alle jubeln, nur Klinsmann nicht. Den Bayern ist der Start in die Saison richtig misslungen. (Keystone)