Die abgestürzten Brasil-Fussballer Sie sollten gar nicht auf diesem Flieger sein!

Auf dem Weg zum wichtigsten Spiel der Vereinsgeschichte stürzt das Flugzeug des AF Chapecoense in Kolumbien ab. Dabei hätte das Team gar nicht in der Unglücksmaschine sitzen sollen.

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Am Montagabend um 22 Uhr Ortszeit geht bei der kolumbianischen Flugüberwachung der Notruf ein. Kurz darauf verschwindet die viermotorige AJ 85 der bolivianischen Fluggesellschaft Lamia vom Radar und zerschellt 50 Kilometer vor Medellín im Westen Kolumbiens.

An Bord der Maschine befindet sich die gesamte Mannschaft des brasilianischen Klubs AF Chapecoense. Das Team aus dem Südosten Brasiliens hätte am Mittwoch zum Final-Hinspiel der Copa Sudamericana gegen Nacional de Medellín antreten sollen.

Charter-Maschine verweigert

An Bord der 90-plätzigen Maschine befanden sich laut Behördenangaben 81 Menschen: 72 Passagiere sowie neun Besatzungsmitglieder.

Das brasilianische Team hatte ursprünglich einen Charterflug direkt von Brasilien nach Boloivien buchen wollen, um die Reise zu verkürzen. Doch das Begehren wurde von der brasilianischen Luftfahrtbehörde abgelehnt.

Die offizielle Begründung: In den Passagierflugzeugen mit derselben Route habe es noch genügend Platz für das Team samt Betreuerstab und Material. So musste der Verein die Reisepläne kurzfristig ändern, die Reise mit Zwischenstopp in Bolivien antreten. Was das Todesurteil bedeutete.

«Tragödie riesigen Ausmasses»

Laut Luftfahrtexperten herrschte zum Zeitpunkt des Absturzes schlechtes Wetter. Die Gegend vor Medellín ist sehr gebirgig und für die Rettungskräfte nur schwer zugänglich.

Laut der kolumbianischen Polizei gibt es 76 Tote. Und nur sechs Passagiere, die den Absturz überlebt haben.

Die Verletzten, darunter die Abwehrspieler Alan Luciano Ruschel (27) und Hélio Hermito Zampier Neto (31) sowie die Torhüter Marcos Danilo Padilha (31) und Jakson Follmann (24), wurden in nahegelegene Spitäler gefahren. Goalie Danilo überlebte den Transport nicht. Follmann mussten beide Beine amputiert werden.

 

Der Stadtpräsident von Medellín, Federico Gutiérrez, spricht von einer «Tragödie riesigen Ausmasses».

Ging dem Flieger der Treibstoff aus?

Über die Unglücksursache ist bisher nichts bekannt. Mehrere Quellen sprechen von einem technischen Versagen der Maschine.

Ein kolumbianischer Aviatik-Experte vermutet, dass der Maschine der Treibstoff ausgegangen sein könnte. Dafür spreche die Tatsache, dass das Flugzeug aus relativ geringer Höhe abgestürzt sei und der Pilot eine Notlandung versucht habe.

Für Chapecoense wäre die Partie das wichtigste Spiel der Vereinsgeschichte gewesen. Der Klub war erst 2014 in die höchste brasilianische Liga aufgestiegen. Das Spiel wird nie stattfinden.

 

Publiziert am 29.11.2016 | Aktualisiert am 01.12.2016

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6 Kommentare
  • Wilhelm  Hess 30.11.2016
    Und wenn sie nicht in diesem Flugzeug Gessen wären würden andere umgekommen sein.Wäre das nicht so schlimm????
  • heinz  husistein aus rio de janeiro
    29.11.2016
    Ich lebe in RIO de JANEIRO. Der Grund für den Flugeugwechsel ist. Die Airline LAMIA ist aus Bolivien, sie darf keine Passagiere aus Brasilen direkt nach Kolumbien fliegen. So musste die Mannschaft und Beteuer ,Presse usw. mit einem Linienflug nach Bolivien fliegen,und dort umsteigen.
  • Ruedi  Voser 29.11.2016
    Wann lernt man, nicht ganze Sportmannschaften, Businesscrews im gleichen Flugzeug fliegen zu lassen?
    • Chris  Patton aus Biel
      29.11.2016
      Aha und wenn die Mannschaft im Bus fährt sollen dann die Verteidiger zusammen fahren oder nur die Trainer oder sollte jeder einen eigenen haben. So ein Schwachsinn. Flugzeug Unglücke sind eher selten und wenn es passieren soll dann ist es halt so, abgesehen davon scheint die Wahl der Flugzeuge nicht zu gross gewesen sein, sonst hätten Sie ja eine andere Maschine genommen. Vielleicht können die Mannschaften auch zu verschiedenen Zeiten spielen, es könnte der Blitz einschlagen und alle sind tot
  • Mark  Reist 29.11.2016
    Vielleicht war der Treibstoff so berechnet, dass er für die ursprünglich geplante Anzahl Passagiere locker ausgereicht hätte. Als dann die Spieler dieses Fussballclubs kurzfristig noch zustiegen und möglicherweise bereits etwas Zeitnot herrschte, ging die Kerosin-Frage komplett unter und das Verhängnis nahm seinen Lauf.
    • Franjo  Fankhauser 29.11.2016
      Das ist eher unwahrscheinlich.. die Prozeduren und Abläufe bei der Flugplanung sind aus meiner Erfahrung darauf ausgelegt, diese Abweichungen rechtzeitig zu erkennen. Darüberhinaus sind die gesetzlichen Bestimmungen so, dass ein Ausweichflughafen in der Regel eingeplant wird, so wie 30 Minuten Warteschlaufen. Selbst wenn der Treibstoff unvorhergesehen unter die kritische Marke von 30 Minuten sinken sollte, muss ein Notfall deklariert werden.. Ist aber, so weit ich weiss, nicht passiert.