
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Die «Mission Ligaerhalt» von Lucien Favre mit Borussia Mönchengladbach erhält einen argen Dämpfer. Im Krisengipfel zwischen dem VfL Wolfsburg geht die Truppe des Romands sang- und klanglos unter. «Wir haben viel trainiert, es war nötig», gibt Favre vor dem Spiel Auskunft.
Technisch, taktisch, kämpferisch. Bei den Fohlen fehlt es an allen Ecken und Enden. Anders das Team von Pierre Littbarski: Wolfsburg nimmt gleich das Heft in die Hand, kommt in der neunten Minute nach einer Diego-Flanke durch einen Kopfball von Jan Polak zu einer ersten guten Gelegenheit.
Nur ein Gladbacher Torschuss in 45 Minuten
In der 28. Minute lanciert der viel gescholtene Diego mit einem feinen Lupfer Sascha Riether. Gladbachs Arango fällt den Mittelfeldspieler mit einem stümperhaften Abwehrversuch. Penalty. Der Brasilianer tritt selber an – und drischt das Leder nonchalant einen halben Meter über den Querbalken.
Doch Gladbach nimmt die Geschenke nicht an. Nur einmal muss Marwin Hitz, der erneut den Wolfsburger Kasten für den am Rücken verletzten Diego Benaglio hütet, in der ersten Hälfte zittern. Doch Diego-Aufpasser Roman Neustädter verschiesst völlig freistehend von der Strafraumgrenze.
Sportchef Eberl: «So gehts nicht!»
So ist es Diego, der zur grossen Show ansetzt. Der lauffreudige Riether lässt Gladbachs Abwehrspieler Dante stehen, spielt klug in den Rücken der Abwehr, wo Diego problemlos zur 1:0-Führung (36.) einschiessen kann. Mit einem herrlichen Freistoss aus 30 Metern krönt Diego (46.) eine Halbzeit zwischen Genie und Wahnsinn.
Sportchef Eberl ledert in der Halbzeitpause: «So gehts nicht. Wir können nicht nach Wolfsburg fahren und meinen, so Fussball spielen zu können.» Favre reagiert und bringt mit de Camargo einen zusätzlichen Stürmer. Die Einwechslung bleibt während 45 Minuten die auffälligste Szene des Brasil-Belgiers.
Hitz rettet mit Klasseparade
Und dann kommt doch noch einmal Spannung auf. Als sich alle schon mit dem problemlosen Wolfsburger Sieg abgefunden haben, stützt sich Polak bei einem Kopfball im Strafraum bei seinem Gegenspieler auf. Gladbachs Daems nimmt dankend an und trifft eine Viertelstunde vor Schluss (73.) zum schmeichelhaften 1:2-Anschluss.
Folgt nun die grosse Schlussoffensive der Fohlen? Plötzlich sind die Fohlen da und nach einem Eckball zieht Marco Reus von der Strafraumgrenze ab und zwingt Marwin Hitz zu einer Klasseparade (81.). Dabei bleibts. Mit dem Sieg verschafft sich Wolfsburg Luft im Abstiegskampf. Und in Gladbach herrscht Ernüchterung. (sh)
play
Lucien Favre hat in Gladbach noch viel Arbeit vor sich. «Taktisch, technisch, konditionell, kämpferisch. Wir müssen überall besser werden», so der Fussballlehrer. (Keystone)